Das können Sie gegen Qualzucht tun
Damit künftig weniger Tiere unter angezüchteten Merkmalen leiden müssen, braucht es ein Umdenken. Auch Sie können dazu beitragen, indem Sie beim Tierkauf genau hinschauen, sich informieren und Qualzucht nicht unterstützen.
Informieren Sie sich vor der Anschaffung
Bevor Sie sich für ein Tier entscheiden, sollten Sie sich intensiv über die Rasse oder Zuchtform informieren. Welche gesundheitlichen Probleme können auftreten? Wie stark können sie das Tier einschränken? Und mit welchen Kosten für tierärztliche Behandlungen müssen Sie rechnen?
Hinterfragen Sie auch auffällige Merkmale. Nicht jede Besonderheit ist problematisch, doch manche können das Tier stark belasten. Ein niedliches Aussehen ist kein Zeichen für gute Gesundheit.
Kaufen Sie keine Tiere mit Qualzuchtmerkmalen
Wir raten klar davon ab, Tiere mit belastenden Zuchtmerkmalen zu kaufen. Denn jeder Kauf unterstützt die Nachfrage und führt dazu, dass weitere Tiere mit denselben Problemen gezüchtet werden.
Das gilt auch dann, wenn Ihnen ein betroffenes Tier besonders leidtut. Mit einem Kauf helfen Sie zwar diesem einen Tier, fördern gleichzeitig aber die Zucht weiterer Tiere, die ebenfalls leiden könnten.
Geben Sie einem Tier aus dem Tierschutz ein Zuhause
Auch Tiere mit Qualzuchtmerkmalen verdienen ein liebevolles Zuhause. In Tierheimen und bei Tierschutzorganisationen warten beispielsweise viele Französische Bulldoggen und andere betroffene Tiere auf eine zweite Chance.
Informieren Sie sich vor einer Adoption über mögliche gesundheitliche Probleme. Die Tiere benötigen unter Umständen besondere Pflege und regelmässige tierärztliche Behandlungen, die hohe Kosten verursachen können.
Lassen Sie Ihr Tier untersuchen
Wenn Sie bereits ein Tier besitzen, das von Qualzuchtmerkmalen betroffen sein könnte, sollten Sie dies tierärztlich abklären lassen. Manche Erkrankungen lassen sich durch eine einmalige Untersuchung oder einen Gentest erkennen. Andere erfordern regelmässige Kontrollen.
Bei Widderkaninchen beispielsweise sollten die Ohren regelmässig tierärztlich untersucht werden. So lassen sich schmerzhafte Entzündungen frühzeitig erkennen und behandeln.
Sprechen Sie über Qualzucht
Machen Sie Menschen in Ihrem Umfeld auf die gesundheitlichen Folgen extremer Zuchtmerkmale aufmerksam. Gerade wenn sich jemand ein Tier anschaffen möchte, kann ein Gespräch zum Nachdenken anregen.
Je mehr Menschen problematische Zuchtformen kritisch hinterfragen und auf deren Kauf verzichten, desto geringer wird die Nachfrage. So können wir gemeinsam dazu beitragen, dass bei der Tierzucht die Gesundheit wieder im Mittelpunkt steht.
Fördern Sie Qualzucht nicht auf Social Media
Tiere mit einem aussergewöhnlichen Aussehen erhalten auf Social Media oft besonders viel Aufmerksamkeit. Doch jeder Like, Kommentar und geteilte Beitrag kann ihre Reichweite erhöhen und dazu beitragen, dass solche Zuchtformen noch beliebter werden.
Überlegen Sie deshalb, welchen Beiträgen Sie Aufmerksamkeit schenken. Verzichten Sie darauf, Tiere mit problematischen Zuchtmerkmalen als besonders niedlich zu feiern. Teilen und liken Sie stattdessen Beiträge, die sachlich über Qualzucht aufklären und auf das Leiden der betroffenen Tiere aufmerksam machen.