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Lösungen

Die Verhaltensforschung hat schon vor Jahrzehnten aufgezeigt, was es braucht, damit die Nutztiere ein glückliches Leben führen können: Es genügt nicht, sie zu korrekt zu füttern und zu tränken, sie müssen auch ihre natürlichen Verhaltensbedürfnisse befriedigen können.

Folglich gilt ein Haltungssystem dann als tiergerecht, wenn die Nutztiere alle wesentlichen Verhalten ausführen können. Tiergerechte Haltungssysteme bieten mehr Platz und Licht sowie einen Auslauf respektive Weide und artgemässe Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Idealfall leben die Tiere in natürlich strukturierten Gruppen. Produkte von Schweizer Labelorganisationen mit strengen Richtlinien und unabhängigen Kontrollen kosten zwar etwas mehr, können dafür mit gutem Gewissen gekauft werden (s. unten "Tierfreundliche Labels" bzw. Konsumtipps Was kann ich tun?).

  • Tierfreundliche Fleischproduktion

    Es ist wichtig, dass die Tiere in einem tierfreundlichen Stall mit Einstreu, mehr Licht und Rückzugsorten leben und Auslauf ins Freie haben (Tierwohl-Programme BTS & RAUS). Der Auslauf kann auf eine befestigte Fläche oder im Sommer auf eine Weide erfolgen. Dies ist für Bio-Tierhaltungen vorgeschrieben. Frische Luft und Sonnenlicht stärken das Immunsystem und fördern das Wohlbefinden der Tiere, sodass sie weniger krank werden. Auslauf auf eine Weide ist aus Tierschutzsicht das Beste, denn er ermöglicht neben zusätzlicher Bewegung auch eine natürliche Nahrungsaufnahme. Da die Schweiz ein Grasland ist, sollte Fleisch von Wiederkäuern mit Weidezugang gegenüber Geflügel- oder Schweinefleisch bevorzugt werden.

  • Tierfreundliche Milchproduktion

    Die Bio-Labels gewährleisten ein strenges Tierhaltungsniveau für Milchvieh. Die tierfreundlichste Art der Milchproduktion stellt aber die sogenannte Mutter-Kalb-Haltung (MuKa) dar, man spricht auch von "muttergebundener Aufzucht". In dieser Haltungsform werden die Kälber nicht wie sonst üblich kurz nach der Geburt der Mutter entrissen, sondern bleiben mindestens drei Monate lang bei ihr. Sie können an ihrem Euter Milch trinken und was übrig bleibt, wird normal gemolken. Dadurch entfällt der Trennungsstress kurz nach der Geburt und die Kälber profitieren in den ersten Monaten vom Schutz durch die Mutter und ihren Antikörpern in der Milch. So braucht es keine vorbeugenden Antibiotika, wie es sonst in der Kälberhaltung üblich ist.

  • Tierfreundliche Eierproduktion

    Tierfreundliche Nicht-Bio-Betriebe halten ihre Hennen in einem eingestreuten Stall mit Wintergarten und gewähren ihnen bei geeigneter Witterung Auslauf auf eine Weide (Tierwohl-Programme BTS & RAUS). In der Eier-Produktion bieten jedoch Bio-Labels klar das höchste Tierhaltungsniveau. Sie gewähren 5 Quadratmeter Weide pro Tier, das ist doppelt so viel wie bei anderen Schweizer Freiland-Labels. Zudem ist die Herdengrösse auf Bio-Betrieben mit maximal 2000 Legehennen pro Stall deutlich kleiner.

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