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Anschaffung von Hunden

Hunde werden zu liebenswerten und treuen Kumpanen, wenn wir uns über ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten informieren und das erlernte Wissen umsetzen. Sich ein Tier anzuschaffen, sollte stets wohl überlegt sein. Man übernimmt die Verantwortung für ein ganzes Hundeleben: bis zu 20 Jahre lang.

Voraussetzungen für eine glückliche Hundehaltung

Hunde gelten als sehr anpassungsfähig. Dennoch gibt es einige Dinge, die in jedem Falle erfüllt werden müssen, damit Hund und Mensch zusammen glücklich werden. Dazu zählen:

  • viel Zeit
  • täglich mehrere Spaziergänge
  • Erziehung/Hundeschule
  • Erlaubnis von Vermieter*in
  • Betreuung während Arbeitszeit oder Erlaubnis von Arbeitgeber*in
  • Ferien- und Notfallbetreuung
  • genug Geld / Rücklagen für Notfälle

Unsere Checkliste zeigt Ihnen kritische Fragen auf, die Sie sich unbedingt vor der Anschaffung eines Hundes stellen und ehrlich beantworten sollten:

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Hunde brauchen bei jedem Wetter Bewegung und Beschäftigung im Freien.
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Hunde müssen erzogen und an Alltagssituationen gewöhnt werden.

Auf die richtige Hunderasse kommt es an

Es gibt etwa 400 verschiedene Hunderassen. Diese unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern vor allem auch in ihrem originären Verwendungszweck. Ursprünglich wurden unterschiedliche Rassen so gezüchtet, dass die Hunde dem Menschen bei einer bestimmten Aufgabe helfen konnten. Auch die heutigen Rassehunde und Mischlinge bringen oftmals noch die typischen Eigenschaften ihrer Ahnen mit. Daher sollten Sie sich vor der Auswahl eines Hundes sehr genau informieren, zu welchem Zweck die Rasse(n) des Hundes gezüchtet wurden und welche Charakereigenschaften die Rassezugehörigkeit mit sich bringt. 

Hunderassen können anhand ihrer ursprünglichen Verwendung grob in 5 Gruppen mit charakteristischen Eigenschaften und Bedürfnissen eingeteilt werden. Es ist möglich, dass Rassen verschiedene Aufgaben erfüllen und so in mehrere Gruppen eingeteilt werden können.

  • Schutz- und Wachhunde

    Schutz- und Wachhunde wurden dazu gezüchtet, auf Haus und Hof oder Viehherden aufzupassen und sie gegen Fremde zu schützen. Solche Hunde verteidigen ihr Zuhause gern auch lautstark durch Bellen. Gegenüber Fremden sind sie meist eher zurückhaltend.

    Beispiele: Rottweiler, Spitz, Kangal, Sennenhunde

  • Jagdhunde

    Jagdhunde wurden als Jagdhelfer gezüchtet. Je nach Verwendungszweck wurde unterschiedliches Jagdverhalten wie z.B. das Aufspüren, das Hetzen oder das Tragen von Beute gefördert. Diese Hunde haben in der Regel einen stark ausgeprägten Jagdtrieb, der durch Erziehung und Beschäftigung in kontrollierbare Bahnen gelenkt werden muss.

    Beispiele: Weimeraner, Dackel, Retriever, Spaniel, Terrier

  • Hütehunde

    Hütehunde helfen dabei, Vieh zusammenzuhalten und von einem Ort zum anderen zu treiben. Einige Hunde dieser Gruppe neigen auch zu unerwünschtem Jagdverhalten.

    Beispiele: Collies, Australien Shepherd

  • Zughunde

    Zughunde wurden gezüchtet, um sie vor einen Schlitten oder einen Wagen zu spannen. Vor allem Schlittenhunde sind sehr bewegungsfreudig und haben starken Jagdtrieb, da sie teilweise auch zur Jagd verwendet wurden.

    Beispiele: Husky, Malamut

  • Gesellschafts- und Begleithunde

    Gesellschafts- und Begleithunde wurden früher vor allem von Adels- und Königsfamilien als reine Gefährten gezüchtet. Sie sind oft eher klein und haben selten einen Schutz- und Jagdtrieb.

    Beispiele: Mops, Malteser

Überlegen Sie sich gut, mit welchen Hunde-Eigenschaften Sie gut leben und welche Ansprüche Sie erfüllen können. Den Grundcharakter eines Hundes, der durch die Rasse stark beeinflusst wird, kann man auch durch Erziehung nicht um 180 Grad drehen.
 

Qualzucht bei Hunden

Hunde werden nur noch selten als Arbeitstiere für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Daher konzentriert sich die moderne Hundezucht häufig auf optische Zuchtziele. Doch leider hat das Fokussieren auf Äusserlichkeiten dazu geführt, dass auch die Gesundheit der Tiere leidet – speziell dann, wenn Körperteile unnatürlich verformt wurden, damit die Tiere einem vermeintlichen Schönheitsideal entsprechen. Während bei diesen Tieren die Qualzucht relativ offensichtlich ist, gibt es Zuchten, bei denen man schon genauer hinschauen muss, um die Problematik zu erkennen.

  • Hunde mit kurzen Nasen

    Um besonders herzig auszusehen, wurde der Kopf einiger Rassen viel kürzer und breiter gezüchtet. Als Folge leiden diese Hunde unter verengten Atemwegen, einem zu grossen Gaumensegel und einer Zunge, die kaum mehr ins Maul passt. In extremen Fällen leiden die Hunde bereits ohne körperliche Anstrengung regelmässig unter Erstickungsangst. Operationen an Nase und Gaumensegel können das Atmen erleichtern. Doch häufig führen auch diese chirurgischen Eingriffe nicht dazu, dass die Hunde frei atmen können.

    Betroffene Rassen: Französische Bulldogge, Englische Bulldogge, Boston Terrier, Mops, Pekinese, Boxer etc.

  • Hunde ohne Schwanz

    Stummel-, Korkenzieher- und fehlende Ruten gehören bei einigen Hunden zum Rassenstandard. Ohne Schwanz fehlt den Hunden aber nicht nur ein wichtiger Teil ihrer Körpersprache, häufig leiden sie auch unter weiteren Fehlbildungen der Wirbelsäule. Mögliche Folge sind Lähmungen und Inkontinenz. 

    Betroffene Rassen: Französische Bulldogge, Englische Bulldogge,  Bobtail, Corgi etc.

  • Hunde mit kurzen Beinen

    Hunde mit besonders kurzen Beinen leiden häufig an Bandscheibenvorfällen bzw. der sogenannten Dackellähme. Dabei sind nicht nur Rassen mit besonders langem Rücken wie der namensgebende Dackel betroffen. Auch andere kleine Rassen können unter der Knorpelwachstumsstörung und später unter Lähmungserscheinungen leiden.

    Betroffene Rassen: Dackel, Basset, Corgi, Pekinese, Französische Bulldogge, Englische Bulldogge, Mops, kurzbeinige Terrier etc.

  • Hunde mit hängenden Augenliedern

    Bei Hunden mit herabhängendem unterem Augenlid liegt die Bindehaut frei, sodass Staub und andere Fremdkörper, aber auch Bakterien leicht eindringen können. Die Augen tränen häufig und die Hunde leiden unter immer wiederkehrenden Augenentzündungen.

    Betroffene Rassen: Deutsche Dogge, Mastiff, Basset, Bernhardiner, Neufundländer etc.

  • Besonders kleine Hunde

    Miniatur-Züchtungen, insbesondere sogenannte Teacup-Hunde, unterzuckern aufgrund ihres geringen Körpergewichts sehr schnell, wenn die Abstände zwischen den Fütterungen zu lang sind. Dies wird schnell lebensbedrohlich. Zudem verknöchert ihr Schädel nicht komplett, was bei Stössen und Stürzen leicht zu schweren Hirnverletzungen führen kann. Nicht selten ist auch der Schädel zu klein für das Gehirn, was zu starken Kopfschmerzen und neurologischen Problemen führt. Auch Gebiss- und Leberprobleme kommen häufig vor.

    Betroffene Rassen: Chihuahua, Zwergpinscher, Yorkshire Terrier, Zwergspitz, Cavalier King Charles Spaniel, Pudel etc.

  • Besonders grosse Hunde

    Die Zucht auf besonders grosse Hunde hat dazu geführt, dass betroffene Hunde weniger lang leben. Grund dafür sind zum einen die Gelenke, die das hohe Körpergewicht nicht gut tragen können. Aber auch das Herz-Kreislauf-System wird bei Riesenhunden zu stark strapaziert und sie neigen vermehrt zu Krebserkrankungen (z.B. Knochenkrebs).

    Betroffene Rassen: Irischer Wolfshund, Deutsche Dogge, Bernhardiner etc.

  • Gescheckte Hunde

    Merle-Hunde, die eine unregelmässige Scheckung aufweisen, leiden in seltenen Fällen an Fehlbildungen im Ohr. Diese führen zu Taubheit, Gleichgewichtsstörungen und damit einhergehend zu Übelkeit beim Autofahren. Hinzu kommt, dass bei der Verpaarung von Merle-Hunden sogenannte «Weisstiger» entstehen. Diese sind häufig nicht nur taub, sondern auch sehbehindert und sterben oft jung.

    Betroffene Rassen: Australien Shepherd, Lang- und Kurzhaar Collie, Border Collie, Sheltie, Dackel, Deutsche Dogge, Chihuahua etc.

     

  • Blaugraue Hunde

    Rassen wie der Weimeraner, der schon lang als Gebrauchshund in der Farbe Blau gezüchtet wird, zeigen keine durch die blaugraue Färbung bedingten Probleme. Der Trend, Hunde in besonderen Farben zu züchten, hat aber dazu geführt, dass zum Beispiel auch «blaue» Labradore oder Dobermänner gezüchtet werden. Die blauschwarze bzw. silberne Farbe führt bei diesen Rassen häufig im Erwachsenenalter zu Haarausfall, Juckreiz und weiteren Hautproblemen. Hinzu kommen Probleme des Immunsystems, der Wundheilung und des Magen-Darm-Trakts.

    Betroffene Rassen: Labrador, Dobermann, Deutsche Dogge, Dackel, Chihuahua, Französische Bulldogge, American Staffordshire Terrier etc. 

Wenn Sie sich für eine Rasse interessieren, die von Qualzucht betroffen ist, schauen Sie sich die Zucht genau an. Verzichten Sie auf den Kauf, wenn die Zuchthunde Merkmale von Qualzucht aufweisen. Nicht selten leiden Qualzucht-Hunde ein Leben lang und auch teure tiermedizinische Eingriffe können das Leid häufig nicht vollständig lindern.

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Wegen der kurzen Schnauze bekommen überzüchtete Französische Bulldoggen, Mops & Co. kaum Luft und überhitzen schnell.
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Blaue oder silberne Labradore leiden häufig unter Juckreiz, Hautproblemen und Haarausfall.

Woher soll der Hund kommen?

Wenn die Entscheidung gefallen ist, dass ein Hund einziehen soll und auch klar ist, welcher Rasse oder welchem Typ der Hund angehören soll, dann stellt sich die Frage, woher der Vierbeiner kommen soll. Dabei stehen zur Auswahl:

  • Tierheim
  • Zucht
  • Privat
  • Inland/Ausland

Informationen zu den verschiedenen Bezugsquellen sowie Vor- und Nachteile finden Sie in unserem Infoblatt «Woher soll der Hund kommen?». Wenn Sie sich für einen Welpen interessieren, beachten Sie zusätzlich unsere Checkliste «Wie erkenne ich eine seriöse Hundezucht?».

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