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Tierschutz bei Nutztieren

Auch in der Schweiz liegt bei den Nutztieren noch vieles im Argen. Unsere Gesetzgebung beinhaltet nur Minimalvorgaben, die sich an der Grenze zur Tierquälerei bewegen. Sie basieren auf wirtschaftlichen Kriterien und berücksichtigen die Bedürfnisse der Nutztiere viel zu wenig. Und dies, obwohl wir die strengste Tierschutzgesetzgebung der Welt haben.

In der Schweiz sterben jährlich mehr als 80 Millionen Nutztiere zur Gewinnung von Fleisch, Milch und Eiern. Die Mehrheit fristet ein trauriges Dasein in engen Ställen. Zusätzlich werden massenhaft tierische Produkte importiert, weil der hohe Verbrauch der Schweizer Bevölkerung die Inlandproduktion übersteigt. Dies betrifft vor allem Eier, die in der Lebensmittelindustrie verarbeitet werden, sowie edle Fleischstücke wie Pouletbrüstli, Filets und Steaks, aber auch Wolle, Leder und Daunen. Viele dieser Importprodukte werden unter katastrophalen Bedingungen erzeugt. Wer solche Produkte kauft, unterstützt die systematische Ausbeutung von Nutztieren im Ausland.

Mit dem Import von tierischen Billigprodukten wird die Schweizer Gesetzgebung systematisch unterlaufen. Obwohl sie Nutztiere noch zu wenig schützt, sind ihre Vorgaben doch deutlich strenger als im Ausland.
Das erste Schweizer Tierschutzgesetz und die zugehörige Tierschutzverordnung wurden 1981 in Kraft gesetzt und seither einige Male revidiert.

Aktuelle Themen

Nutztiere sind die häufigsten Tiere in menschlicher Obhut. Und sie haben unseren Schutz dringend nötig. Insbesondere Geflügel und Schweine, aber auch Mastvieh, leben in tristen Ställen unter Minimalbedingungen. Wir engagieren uns daher zusammen mit Partnerorganisationen für Verbesserungen, sowohl auf politischer Ebene und in den Medien wie auch in der Praxis.

  • Stopfleber-Initiative

    Die Zwangsfütterung von Enten und Gänsen zur Produktion von Stopfleber ist eine Tierquälerei und daher in der Schweiz verboten. Zwar muss die Stopfmast seit dem 1. Juli 2025 mit zweijähriger Übergangsfrist deklariert werden, doch dies beendet das Tierleid nicht. Daher unterstützen wir die Stopfleber-Initiative, die ein Importverbot verlangt. Das Parlament lehnt dies ab, die zuständige Nationalratskommission hat aber einen Gegenentwurf zur Diskussion gestellt. Gemeinsam mit VIER Pfoten, dem Schweizer Tierschutz STS und der Stiftung für das Tier im Recht engagieren wir uns für eine Verschärfung. Insbesondere fordern wir ein strenges Monitoring, ob die alleinige Deklaration der Stopfmast zu einer «merklichen» - sprich statistisch relevanten – Abnahme im Import führt. Zudem fordern wir Sensibilisierungskampagnen und die Förderung von tierleidfreien Alternativen.

    Mehr dazu im Argumentarium, das wir im Januar 2026 an die Nationalratsdelegierten geschickt haben.

  • Auslauf-Initiative

    Wir unterstützen die Initiative für regelmässigen Auslauf ins Freie, denn aktuell können von den über 80 Milllionen Nutztieren nur etwa 15 Prozent regelmässig nach draussen. Künftig sollen alle Nutztiere die Möglichkeit erhalten, sich an der frischen Luft zu bewegen und Sonne, Wind und Wetter zu erleben, denn dies entspricht einem Grundbedürfnis. Die Initiative ist bewusst in Form einer «Allgemeinen Anregung» gehalten, das heisst, sie schreibt keinen Verfassungstext vor, sondern das Parlament wird bei Annahme der Initiative den Auftrag erhalten, einen sozialverträgliche Umsetzungsvorschlag zu erarbeiten, der auch Importvorschriften beinhaltet.

    Die Vorkampagne wurde im Oktober 2025 lanciert. Der offizielle Start der Kampagne ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.

  • Offener Brief an die Migros

    Im Januar 2025 haben wir einen offenen Brief der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) und 66 weiteren Organisationen unterstützt, der die Migros wegen dem geplanten Rückschritt bei Importfleisch kritisiert. Denn die Migros will ihr Versprechen an die «Generation M» brechen, dass Importfleisch auch Schweizer Tierschutzvorgaben erfüllen muss. Stattdessen soll künftig wieder billiges Qualfleisch in den Migros-Regalen landen. Die Antwort der Migros-Geschäftsleitung ist haarsträubend: Sie geht mit keinem Wort auf den Vorwurf ein, dass sie ihr Versprechen bezüglich Tierwohl gebrochen hat. Skandalös und enttäuschend zugleich!

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