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Tierschutzprobleme bei Haustieren

Allein durch die grosse Anzahl der Tiere, die privat gehalten werden, ergeben sich diverse Missstände. Einige davon - wie etwa die Vernachlässigung der Haustiere - spielen sich oft in der nächsten Umgebung ab. Andere wiederum sind eher im Ausland ein Problem, zum Beispiel Strassenhunde. Nicht alle Missstände sind auf den ersten Blick als solche zu erkennen.

Schlechte Haltung

Es gibt leider Menschen, die Tieren willentlich weh tun und sie quälen. In den häufigsten Fällen aber leiden die Tiere, weil sich ihre Halter*innen nicht richtig um sie kümmern. Dies geschieht meist nicht vorsätzlich, sondern aus Unwissenheit. Haben sich die Besitzer*innen nicht richtig über die Bedürfnisse ihrer Haustiere informiert, leiden diese oft lang und still vor sich hin.

  • Gesundheit

    Tiere sind von Natur aus darauf programmiert, keine Schmerzen zu zeigen. Gesundheitliche Beschwerden können so über lange Zeit unbemerkt bleiben. Werden die Haustiere nicht regelmässig kontrolliert, können Krankheiten, Parasiten, Verletzungen, eingewachsene Krallen, überlange Zähne usw. leicht übersehen werden. Auch eine falsche Ernährung ist problematisch: Übergewicht ist bei vielen Tierarten ein grosses Problem. Bei einigen Tierarten, etwa bei diversen Reptilien, führt eine falsche Ernährung zu Mangelerscheinungen wie Fehlentwicklungen des Panzers oder im Knochenbau (Rachitis). Bis solche Veränderungen sichtbar werden, vergehen meist Jahre, in denen die Tiere still leiden.

  • Unterbringung

    Während die Unterbringung von Katzen und Hunden unproblematisch ist, müssen bei vielen Exoten und Kleintieren spezielle Bedürfnisse gedeckt werden. Falsche Lichtquellen, zu kleine Terrarien, die falsche Einstreu, eine zu tiefe Luftfeuchtigkeit, Zugluft, die falsche Temperatur: das sind nur einige der Faktoren, die bei der Haltung vieler Tierarten beachtet werden müssen. Ansonsten leiden die Tiere unter teils massiven Problemen. Entzündungen, Fehlbildungen, Verhaltensstörungen, diverse Krankheiten oder gar der Tod sind oft die Folgen einer falschen Haltung.

  • Beschäftigung

    Nicht nur wir Menschen kennen Langeweile, auch viele Haustiere leiden darunter. Mögliche Reaktionen darauf sind Unsauberkeit, Aggression oder stereotype Verhaltensweisen wie das übermässige Buddeln in einer bestimmten Ecke bei Rennmäusen. Gesundheitsschäden sind nicht auszuschliessen. Ebenso kann eine ständige Überforderung zu gesundheitlichen Problemen führen.

Skrupelloser Tierhandel

International gesehen ist der illegale Tierhandel neben dem Drogen- und Waffenhandel eines der lukrativsten Geschäfte überhaupt. Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Handel mit illegalen Wildtieren. Das Geschäft mit Haustieren - allen voran der Welpenhandel - erfährt derzeit einen nie dagewesenen Boom. Dubiose Onlinehändler*innen beteiligen sich daran genauso wie gewissenlose Züchter*innen.

  • Unseriöse Online-Angebote

    In den letzten Jahren hat der Online-Handel mit Tieren enorm zugenommen. Die Tiere werden mit süssen Fotos angepriesen und zum Teil bis vor die Haustür geliefert. Ein vorgängiges Kennenlernen des Wunschtieres ist nicht möglich, eine seriöse Beratung findet nicht statt und bei Problemen gibt es keine Hilfestellung und schon gar kein "Rückgaberecht". Fehlende Papiere können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt zu Problemen führen (z.B. bei Reisen ins Ausland).

  • Schlechte Zucht

    Wer ein Tier mit speziellen Eigenschaften sucht (bestimmte Rasse, spezielle Farbmorphen) kommt kaum um eine*n Züchter*in herum. Leider gibt es auch hier schwarze Schafe, bei denen der Profit im Vordergrund steht. Den Preis zahlen Tier und neue*r Halter*in:

    • ungeeignete/kranke Zuchttiere
    • zu viele Würfe
    • gesundheitliche Probleme/Gendefekte
    • mangelnde Hygiene
    • keine Zuchtkontrolle (Inzucht)
  • Modetier/Qualzucht

    Viele unprofessionelle Zuchten orientieren sich am schnellen Profit und züchten Tiere nach modischen Trends: spezielle Farbtypen, Kurzköpfe, extreme Fellvarianten, Zwerg- oder Riesenwuchs usw. sind nur einige der Merkmale, die zwar oft in Mode, für die Tiere aber mit grossem Leid verbunden sind. Erhebliche Gesundheitsprobleme wie Atemnot, Hüft- und Knieprobleme, Hauterkrankungen und vieles mehr sind sehr häufige Begleiterscheinungen, unter denen die Tiere lebenslang leiden müssen und die nicht immer heilbar sind.

Hinweis zu Tieren aus dem Ausland

Egal ob Strassenhund, süsse Katze aus der Ferienanlage oder ein Tier aus einer ausländischen Zucht: wer solche Tiere unbedacht mit nach Hause nimmt resp. in die Schweiz einführt, muss mit diversen Problemen rechnen. Fehlen etwa bei der Einfuhr die richtigen Dokumente (Impfnachweis, etc.), kommt das Tier in Quarantäne, wird zurückgeschickt oder gar eingeschläfert. Im neuen Zuhause angekommen, werden oft Verhaltensstörungen, Traumata und diverse Krankheiten oder Gendefekte festgestellt - alles häufige Begleiterscheinungen bei Tieren aus dem Ausland. Diese werden vor allem für unerfahrene Tierhalter*innen schnell zur Belastungsprobe. Spätestens dann, wenn hohe Kosten für die medizinische Versorgung anstehen, landen die armen Kreaturen im Tierheim. Dort müssen sie kostenintensiv aufgepäppelt und medizinisch versorgt werden, bevor sie in verantwortungsvolle Hände übergeben werden können.

Unkontrollierte Vermehrung

Die unkontrollierte Vermehrung von Hunden, Katzen und Kleintieren ist nicht nur im Ausland ein grosses Problem. Bei uns in der Schweiz gibt es keine verwilderten Hunde (Strassenhunde), dafür vermehren sich viele Katzen so stark, dass sie eine Gefahr für die lokale Fauna darstellen. Sie jagen und töten eine Unzahl an Kleintieren wie Vögel und Reptilien. Im Ausland sind va. Strassenhunde ein Problem, da sie auch Krankheiten auf Wildtiere übertragen können und umgekehrt auch von Wildtieren zum Menschen bringen.

  • Hunde

    Dank der Chippflicht in der Schweiz gibt auf unseren Strassen keine Streuner. Das ist jedoch eher die Ausnahme, da der verpflichtende Chip nur in wenigen Ländern existiert. Hinzu kommt, dass in vielen Ländern die Bereitschaft oder die finanziellen Mittel fehlen, Strassenhunde systematisch zu kastrieren. Das Ergebnis sind kranke und verwahrloste Hunderudel, die sich im Stadtmüll ihre Nahrung suchen, um sich dann weiter zu vermehren. Dabei verbreiten sie zudem gefährliche Krankheiten, mitunter auch auf lokale Wildtiere.

  • Katzen

    In der Schweiz leben an die 300‘000 verwilderte/nicht betreute Katzen. Solche Tiere verwahrlosen und leiden unter Mangelerscheinungen, unbehandelten Verletzungen und ansteckenden Krankheiten mangels Impfungen und medizinischer Versorgung (z.B. Katzenleukose, FIP). Die hohe Streunerpopulation übt zudem durch die Jagd auf kleine Wildtiere (Vögel, Echsen etc.) einen starken Druck auf die heimische Fauna aus.
    Gemäss Tierschutzverordnung ist übrigens jede*r Besitzer*in verpflichtet, eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

     

  • Kleintiere

    Viele der privat gehaltenen Kleintiere sind von Natur aus sehr fruchtbar, etwa die sprichwörtlichen Kaninchen oder auch Farbmäuse. Diese sind schon im Alter von 3 Wochen geschlechtsreif. Die Weibchen bringen pro Wurf 10 bis 20 Junge zur Welt und sind bereits innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt wieder empfängnisbereit. Eine unkontrollierte Haltung kann schnell zu hunderten Tieren führen. Inzucht und damit verbundene gesundheitliche Probleme können so nicht ausgeschlossen werden und führen zu grossem Tierleid.

Illegales Aussetzen von Haustieren

Nicht immer ist es möglich, sein Haustier bis zum Schluss liebevoll zu versorgen. Seriöse Halter*innen kümmern sich dann um einen guten neuen Lebensplatz. Doch leider gibt es immer wieder gewissenlose Menschen, die ihr einst geliebtes Haustier einfach aussetzen: Ein Wurf Jungkatzen im Wald, tropische Schildkröten im örtlichen Weiher, Kleinpapageien im Stadtpark oder Vogelspinnen im Zoo. Diejenigen Tiere, die nicht rechtzeitig entdeckt werden, erfrieren, verhungern oder verenden in der Regel.

In seltenen Fällen überleben die Tiere jedoch, was oft schlimme Folgen für die lokale Tierwelt hat. So fressen etwa ausgesetzte, nicht heimische Wasserschildkröten ganze Weiher leer und bringen damit das empfindliche biologische Gefüge aus dem Gleichgewicht. Wie auch immer die Folgen für die Tiere aussehen: Das Aussetzen eines Haustiers ist ein Tierschutzdelikt und damit strafbar. Vor allem führt es meist auf die eine oder andere Weise zu grossem Tierleid!

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Der Mops kann aufgrund seiner gedrungenen Kopfform kaum atmen, die Augen stehen hervor.
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Welpen aus dem Internet sind schnell bestellt und geliefert - Krankheiten inklusive.

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