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Anschaffung von Leopardgeckos

Die Anschaffung von Leopardgeckos muss gut überlegt und vorbereitet sein. Das Klima im Terrarium muss stimmen und Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass die Tiere eine hohe Lebenserwartung haben. Verzichten Sie daher auf Spontankäufe.

Voraussetzungen für die Haltung von Leopardgeckos

Leopardgeckos sind exotische Wildtiere, die spezielle Ansprüche (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht, Ernährung) haben. Entsprechend anspruchsvoll ist ihre Haltung. Folgendes muss vorhanden sein, damit es Ihrem Leopardgecko gut geht:

  • grosses Terrarium
  • Kenntnis über die benötigten technischen Hilfsmittel
  • Freude am Beobachten anstatt Bedürfnis, das Tier zu streicheln
  • keine Hemmung, lebende Insekten zu verfüttern
  • geeignete Infrastruktur für die Winterruhe
  • Ferien- und Notfallbetreuung
  • finanzielle Rücklagen für Notfälle

Vorsicht vor Qualzucht bei Leopardgeckos

Obwohl Leopardgeckos erst wenige Jahrzehnte in Menschenhand gehalten werden, wurden sie optisch bereits durch Zucht verändert. Es gibt mittlerweile zahlreiche Farb- und Mustervarianten. Einige dieser sogenannten «Morphen» sind allerdings als Qualzucht einzustufen.

Qualzuchten sind Zuchtformen, die zu Leiden, Schmerzen, Schäden oder Verhaltensstörungen bei Lebewesen führen. Sie schränken die betroffenen Tiere also mehr oder minder ein und machen sich häufig sowohl in der geistigen als auch in der körperlichen Gesundheit bemerkbar. Leider ist nicht jede Qualzucht sofort als solche erkennbar.

Folgende Zuchtformen gelten als problematisch:

  • schuppenlose Leopardgeckos

    «Scaleless»-oder «Satin»-Leopardgeckos fehlen die Schuppen. Entsprechend sind die Geckos empfindlicher, da die Schuppen die Tiere vor Verletzungen und UV-Strahlung schützen. Schuppenlose Reptilien leiden auch häufig unter Häutungsproblemen.

  • speziell gefärbte Leopardgeckos

    • «Enigma»: leiden unter einer neurologischen Störung, dem Circle Syndom (ungewöhnliche Kopfbewegungen, Koordinationsschwierigkeiten, Kreislauf, Rollen auf den Rücken), Symptome können durch Stress (Ortwechsel, Artgenossen u.ä.) ausgelöst und verschlimmert werden, in schweren Fällen müssen die Tiere eingeschläfert werden, um nicht zu verhungern.
      In der Schweiz ist die Zucht von «Enigma» Leopardgeckos verboten.
    • «White & Yellow»: können unter einer neurologischen Störung leiden (knicken beim Laufen ein, rollen sich um die eigene Achse)
    • «Lemon Frost»: häufig verkürzte Schnauze und vergrösserte Augenlider, erhöhte Tumorneigung
    • «Mack Super Snow»: verkleinerte Nasenöffnungen, bekommen schlecht Luft, Nasenlöcher verstopfen durch Häutungsreste, wachsen langsamer und bleiben kleiner als gesunde Leopardgeckos

Woher soll der Leopardgecko kommen?

Es gibt viele Möglichkeiten, wo Sie Leopardgeckos adoptieren oder kaufen können:

  • Tierheim oder Auffangstation

    Aufgrund der hohen Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren, kommt es häufig vor, dass Leopardgeckos in Tierheimen oder Auffangstationen abgegeben werden und ein neues Zuhause suchen. Auch wenn die Herkunft und Geschichte der Tiere nicht immer bekannt ist, hat die Adoption eines Geckos aus dem Tierheim Vorteile:

    • Möglichkeit, Leopardgecko vorher in Ruhe anzuschauen
    • Beratung durch Fachpersonal
    • Tiere, die ein neues Zuhause brauchen und nicht extra «produziert» wurden
    • Die Geckos sind meist bereits erwachsen und dadurch ruhiger und robuster
    • Unterstützung bei Problemen auch nach der Adoption
    • meist Rückgaberecht bei Problemen
  • Zucht

    Es ist nicht einfach, eine seriöse Zucht für Leopardgeckos zu finden, da es keine offiziellen Zuchtverbände mit verbindlichen Tierschutz-Standards (z.B. Verbot von problematischen Merkmalen (Qualzucht)) gibt. Häufig leben die Geckos in zu kleinen, nicht tiergerecht eingerichteten Gehegen.

    Folgende Punkte helfen bei der Auswahl:

    • alle Tiere werden in grosszügigen, tiergerecht eingerichteten Terrarien gehalten
    • zum Verkauf stehenden Geckos wirken gesund
    • Fragen zu Zuchtzielen werden offen beantwortet
    • Tiere werden im Notfall zurückgenommen


    Werden die Leopardgeckos vor allem auf Aussehen und nicht auf Gesundheit gezüchtet, sollten Sie Abstand vom Kauf nehmen, insbesondere wenn Qualzuchtmerkmale zu den Zuchtzielen gehören.

  • Zoofachhandel

    Kaufen Sie keine Leopardgeckos im Zoofachhandel. Adoptieren Sie besser einen Gecko aus dem Tierheim oder kaufen Sie ihn bei seriösen Züchter*innen.

    Leopardgeckos aus dem Zoofachhandel:

    • stammen meist von unseriösen Züchter*innen oder aus Massenzuchten(*)
    • werden häufig auf Aussehen (Qualzucht) statt auf Gesundheit gezüchtet
    • können (unbemerkt) krank oder von Parasiten befallen sein


    Ausserdem erhalten Sie selten Hilfe bei nachträglichen Problemen und eine Rücknahme der Tiere ist meist ausgeschlossen.

    (*)Seriösen Züchter*innen ist es wichtig, dass ihre Nachzuchten in gute Hände vermittelt werden. Bei einem Verkauf über ein Zoofachgeschäft hätten sie darüber jedoch keine Kontrolle. Deshalb bezieht der Zoofachhandel seine Tiere meist aus Massenzuchten.

  • Kleinanzeigen

    In Kleinanzeigen versuchen seriöse wie unseriöse Züchter*innen sowie Privatpersonen ihre Leopardgeckos zu verkaufen. Seien Sie kritisch und prüfen Sie die Angebote auf ihre Seriosität, bevor Sie einen Gecko kaufen.

    Leopardgeckos von Privatpersonen suchen aus verschiedensten Gründen ein neues Zuhause. Wenn Sie sich für einen solchen Gecko entscheiden, ersparen Sie dem Tier unter Umständen den Umweg über ein Tierheim.

    Folgendes sind häufige Probleme bei solchen Angeboten:

    • oftmals unseriöse Anbieter*innen (Massenzuchten, schlechte Haltungen und Krankheiten wegen mangelnder Hygiene)
    • Tiere aus unkontrollierten Hobbyzuchten (Inzucht nicht ausgeschlossen)
    • Qualität der Beratung oft mangelhaft
    • meist keine Rücknahme bei Problemen
  • Reptilienbörsen

    Aus Tierschutzsicht sollten Sie aus folgenden Gründen keine Tiere auf einer Reptilienbörse kaufen:

    • viele der Tiere werden zum Verkauf «produziert»
    • oft schwierig, seriöse Zuchten zu erkennen
    • oft schlechte Haltung während der Börse: zu viele Tiere werden in engen Terrarien gehalten, die Gehege sind nicht tiergerecht eingerichtet
    • Grosshändler*innen halten Schlangen vielfach dauerhaft in Racks, die nur für die Aufzucht gedacht sind
    • viele Tiere unterschiedlicher Arten im Ausstellungsraum erhöhen Risiko für Krankeitsübertragungen (inkl. Parasiten)
    • Risiko für Spontankäufe ist hoch

Finger weg von Wildfängen

Obwohl es bereits unzählige Leopardgeckos in Menschenhand gibt, werden weiterhin Tiere in der Natur gefangen und als Haustiere verkauft. Viele überleben den langen Transport in die Zielländer allerdings nicht oder schleppen Krankheiten und Parasiten ein. Hinzu kommt, dass sich wild geborene Tiere nur schlecht an ein Leben im Terrarium gewöhnen. Achten Sie beim Kauf daher unbedingt darauf, dass es sich bei Ihrem zukünftigen Leopardgecko um eine Nachzucht (NZ) und nicht um einen Wildfang handelt.

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