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Anschaffung von Agamen

Die Anschaffung von Agamen muss gut überlegt und vorbereitet sein. Das Klima im Terrarium muss stimmen und man muss sich bewusst sein, dass die Tiere eine hohe Lebenserwartung haben. Verzichten Sie daher auf Spontankäufe.

Grundvoraussetzungen für die Agamenhaltung

Agamen sind von der Haltung her vielleicht nicht so zeitintensiv wie Hund, Katze und co. Doch was braucht es, damit es Ihren Schützlingen lange gut geht und sie ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können? Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  • Passendes Platzangebot
  • Terrarium, welches die Klimaansprüche & Bedürfnisse der jeweiligen Agamenart erfüllt
  • Genügend Zeit
  • Bereitschaft für jahrelange Verpflichtung
  • Ausschluss von Ängsten in Familie
  • Notfallversorgung sicherstellen
  • Ferienvertretung sicherstellen
  • Bereitschaft zu regelmässiger Pflege
  • Genügend finanzielle Mittel (Elektronik, Krankheit, Unfall)
  • Informieren bezüglich Haltebewilligung und Sachkundenachweis

Vorsicht vor Qualzuchten bei Agamen

Qualzuchten sind Zuchtformen, die bei den Tieren zu Einschränkungen, Leiden, Schmerzen, Schäden oder Verhaltensstörungen führen. Betroffene Agamen leiden an körperlichen Schäden oder unter Beeinträchtigung im Normalverhalten. Nicht jede Qualzucht ist sofort als solche erkennbar.

  • Farbmorphen

    • sind speziell gezüchtete Farbvarianten, bei denen bestimmte Gene gekreuzt werden müssen, damit gewünschte Farben entstehen
    • einige Farbmorphen neigen zu neurologischen Störungen oder anderen körperlichen Einschränkungen
    • sind je nach Färbung empfindlicher gegen Licht und leiden häufiger an einer Beeinträchtigung des Sehvermögens
    • sind je nach Färbung anfälliger für Sonnenbrand (bspw. Albinos, aufgrund fehlender Pigmente)
    • es kommt vor, dass Tiere aus gewissen Verpaarungen nicht lebensfähig sind
  • Scaleless (schuppenlos)

    • werden ohne Schuppen gezüchtet
    • Schuppen bieten einen wichtigen Schutz vor Verletzung und UV-Strahlen, der somit nicht mehr vorhanden ist
    • haben Probleme bei der Kommunikation mit Artgenossen (z.B. Farbwechsel, "Bart stellen" bei Bartagamen)
    • haben oftmals Probleme beim Häuten und es können Häutungsrückstände zurückbleiben, die Schwanz und Gliedmassen abschnüren

Woher soll die Agame kommen?

Es gibt viele Möglichkeiten, wo man Agamen adoptieren oder kaufen kann:

  • Tierheim

    • Man kann die Tiere und ihr Verhalten begutachten und wird gut beraten.
    • Diese Tiere wurden nicht "extra produziert", sondern warten auf eine neues Zuhause.
    • Unterstützung bei Problemen auch nach der Adoption, notfalls können die Tiere zurückgebracht werden
    • Tiere meist bereits erwachsen/älter und dadurch ruhiger und robuster
    • Herkunft & Geschichte der Tiere nicht immer bekannt
  • Zucht

    • Tiere werden zum Verkauf "produziert"
    • für Laien oft schwierig, seriöse Züchter zu erkennen
    • Oft schlechte Haltung: 
      Häufig werden zu viele Tiere in engen Terrarien gehalten, die Gehege sind nicht artgerecht eingerichtet
  • Zoofachhandel

    Der Zoofachhandel ist einzig am Verkauf der Tiere interessiert:

    • meist keine oder schlechte Beratung
    • keine Hilfe bei nachträglichen Problemen
    • Herkunt der Tiere meist unbekannt
    • oftmals Tiere aus "Massenproduktion"
    • Rücknahme der Tiere meist ausgeschlossen
    • häufiger Parasitenbefall infolge schlechter Haltung
  • Kleinanzeigen

    • oftmals unseriöse Anbieter (Massenzuchten, schlechte Haltungen und Krankheiten wegen mangelnder Hygiene)
    • Tiere aus unkontrollierten Hobbyzuchten (oft Probleme wegen Inzucht)
    • kaum Beratung
    • meist keine Rücknahme bei Problemen
  • Reptilienbörsen

    • Tiere werden zum Verkauf "produziert"
    • für Laien oft schwierig, seriöse Züchter zu erkennen
    • Oft schlechte Haltung: 
      Häufig werden zu viele Tiere in engen Terrarien gehalten, die Gehege sind nicht artgerecht eingerichtet
    • Oft werden die Tiere zu günstig angeboten
    • da sich viele Tiere unterschiedlicher Arten im Ausstellungsraum befinden, ist das Risiko für Krankeitsübertragungen erhöht

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