Was suchen Sie?

Tierfreundliche Ostern

Klassische Ostergerichte mit Lamm, Gitzi oder Fisch sind ebenso wie bunte Ostereier allzu oft mit Tierleid verbunden. Ein bewusster Konsum bedeutet aber nicht, auf Genuss zu verzichten, sondern Herkunft und Produktionsbedingungen bei der Menüplanung und dem Einkauf miteinzubeziehen.

©
Ostergitzi sind im Stall aufgewachsen, Herbstgitzi hingegen durften sich im Sommerhalbjahr auf der Weide austoben. © AdobeStock, Rita Kochmarjova

Fleisch, Fisch und Eier haben an Ostern Hochsaison. Wer kein Tierleid auf dem Teller will, bevorzugt tierfreundlich erzeugte Produkte aus der Schweiz. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie diese finden können.

 

  • Lamm an Ostern hat Tradition

    Aus Tierschutzsicht ist Schweizer Lammfleisch zu empfehlen. Am besten beziehen Sie es direkt ab Hof, wo Sie sich von der guten Haltung überzeugen können. Denn über 90 Prozent des in der Schweiz verkauften Schaf- bzw. Lammfleisches werden importiert, hauptsächlich aus Neuseeland und Australien. Dort gelten geringe Tierschutzvorgaben: Höchst problematisch sind schmerzhafte Eingriffe ohne Betäubung, lange Tiertransporte innerhalb der Produktionsländer sowie fragwürdige Schur- und Schlachtmethoden. Der Transport um die halbe Welt ist auch ökologisch höchst fragwürdig.

  • Oster-Gitzi mit Fragezeichen

    Wenn Sie Gitzifleisch aus tierfreundlicher Weidehaltung möchten, sollten Sie es nicht an Ostern auftischen. Die hohe Nachfrage im Frühling führt dazu, dass viele Gitzi während der Wintermonate im Stall aufgezogen und nach kurzer, intensiver Mast getötet werden. Naturgemäss werden Gitzi jedoch im Frühjahr geboren und kommen erst im Herbst zur Schlachtung. So können sie den ganzen Sommer über in Gruppen auf die Weide und langsam aufwachsen. Diese «Herbst-Gitzi» finden aber kaum Absatz und werden deshalb allzu oft zu Tierfutter verarbeitet.

  • Fisch am Karfreitag

    Für feine Fischgerichte empfehlen wir Ihnen in der Schweiz gefangene Fische oder Bio-Zuchtfisch aus streng kontrollierter Haltung (Bio-Knospe). Dies gilt ebenso für Rauchlachs zum Osterbrunch. Denn Meeresfische und die meisten Zuchten sind äusserst problematisch. Die Überfischung der Meere bedroht zahlreiche Arten und unerwünschter Beifang sorgt für den qualvollen Tod von Millionen Meerestieren. Auch konventionelle Fischfarmen sind weder tiergerecht noch nachhaltig. Sie bedeuten Massenproduktion auf engstem Raum, so dass Antibiotika eingesetzt werden müssen und die Umwelt stark verschmutzt wird.

  • Eier von glücklichen Hühnern

    Ostereier gehören zum Fest dazu, doch es lohnt sich, auf tierfreundliche Haltung zu achten. Besonders empfehlenswert sind Schweizer Bio-Eier oder solche von Zweinutzungsrassen aus Schweizer Freilandhaltung. Herkömmliche bunte Ostereier stammen hingegen oft aus dem Ausland, wo die Haltungsbedingungen weit unter den Schweizer Standards liegen. In vielen Ländern sind weder Tageslicht noch Einstreu vorgeschrieben und häufig wird den Legeküken kurz nach dem Schlupf ein Stück des empfindlichen Schnabels abgeschnitten. Das soll gegenseitiges Bepicken infolge Stress verhindern. Dieser brutale Eingriff ist in der Schweiz zwar verboten, doch für konventionelle Betriebe mit Haltungsproblemen darf die Schnabelspitze der «Bibeli» ebenfalls leicht gekürzt werden.

  • Fleisch vom Bruderhahn statt Pouletfleisch

    In der Eierproduktion sind die männlichen Küken nutzlos. Daher werden sie im Normalfall aussortiert und zu Tier­futter verarbeitet. Schweizer Bio-Betriebe hingegen setzen ab 2026 auf die Aufzucht der sogenannten Bruderhähne. Bereits heute wird ein grosser Teil der männlichen Bio-Küken in Freilandhaltung aufgezogen. Dies ist möglich, da die Betriebe – wie früher üblich – auf Zweinutzungs- statt Hochleis­tungsrassen setzen, bei denen die Weibchen Eier legen und die Männchen der Fleischproduktion dienen. Da diese Bruderhähne viel langsamer wachsen als übliche Masthühner, erbringen sie ein umso schmackhafteres Fleisch, das auch etwas dunkler ist und mehr Biss hat als übliches Pouletfleisch.

Der Bezug von tierfreundlichen Produkten ist manchmal etwas aufwändiger, weil man sie vorbestellen, direkt ab Hof kaufen oder mit Nacht-Express per Post liefern lassen muss. Doch der Genuss ist umso grösser im Wissen, dass kein Tierleid damit verbunden ist.

Generell können Sie folgende Tipps beachten:

  • Bevorzugen Sie Schweizer Fleisch mit transparenten Labels wie KAGfreiland, demeter oder Bio Suisse.
  • Essen Sie Gitzifleisch im Herbst statt zu Ostern.
  • Wählen Sie Schweizer Bio-Freilandeier und Bruderhahnfleisch von Zweinutzungsrassen – um die Aufzucht der Bruderhähne zu unterstützen, z. B. via: Projekt «Hahn&Ei»  
  • Greifen Sie zu Bio-Fisch aus streng kontrollierten Quellen (Bio-Knospe).
  • Testen Sie pflanzliche Alternativen: Auch vegetarische oder vegane Menüs bieten höchsten Genuss.

Wir verwenden Cookies auf unserer Webseite. Wenn Sie auf der Webseite bleiben, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Details erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Akzeptieren