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Haltung von Geckos

Die tiergerechte Haltung setzt einiges an Wissen über diese faszinierenden Tiere voraus. Wie alle Tiere haben Geckos artspezifische Bedürfnisse. Den natürlichen Lebensraum nachzubilden ist eine wichtige Voraussetzung für die tiergerechte Haltung von Geckos.


Haltungsbedingungen des Geckos

Um einem Gecko sein natürliches Verhalten in einem Terrarium zu ermöglichen, sollten Sie folgende Punkte beachten: 

  • Tierschutzverordnung

    Die Haltungsvorschriften für Geckos sind in der Tierschutzverordnung geregelt. Die TSchV schreibt Mindestmasse für Terrarien vor, welche eingehalten werden müssen. Da es sich hierbei jedoch nur um die minimalen Voraussetzungen handelt, ist eine tiergerechte Haltung noch lange nicht erfüllt. Es empfiehlt sich darum, ein deutlich grosszügigeres Terrarium anzuschaffen.

  • Klima

    Das Klima des Terrariums sollte möglichst nahe an den Klimabedingungen des Herkunftsgebiets liegen. Dabei ist es wichtig, dass nicht im ganzen Terrarium dasselbe Klima herrscht, damit sich die Tiere ihre Plätze je nach Bedürfnissen aussuchen können.

    Leopardgeckos:

    • Temperatur Sonnenplatz: 29-32°C
    • Temperatur Schatten: 25-29°C
    • Nachtabsenkung: idealerweise wird es im Terrarium in der Nacht kälter (ca. 20-23°C), dies kann je nach Technik automatisch gesteuert werden
    • UVB-Stärke: tief, da Leopardgeckos nachtaktive Tiere sind
    • Luftfeuchtigkeit: 50-60%
       

    Kronengeckos:

    • Temperatur Sonnenplatz: 25-29°C
    • Temperatur Schatten: 22-25°C
    • Nachtabsenkung: idealerweise wird es im Terrarium in der Nacht kälter (ca. 20-25°C), dies kann je nach Technik automatisch gesteuert werden
    • UVB Stärke: tief, da Kronengeckos nachtaktive Tiere sind
    • Luftfeuchtigkeit: 60-80%

     

  • Einrichtung

    Leopardgeckos:

    • Substrat: es eignet sich ein Sand-Lehmgemisch oder ähnliches 
    • Verstecke: Leopardgeckos ziehen sich gerne in Verstecke oder Höhlen zurück. Im Handel gibt es diverse geeignete Angebote.
    • Strukturen: Im Terrarium sollten weitere Strukturen zur Verfügung stehen, wie bspw. Steine, Wurzeln oder Korkröhren.
    • Wetbox gefüllt mit Kokoserde (stets leicht feucht, aber nicht nass) als weiteren Rückzugsort: Die Tiere ziehen sich in die Wetbox zurück, wenn sie mehr Feuchtigkeit benötigen, z.B. während der Häutung.
       

    Kronengeckos:

    • Substrat: es eignet sich bspw. Erde, Kokos- oder Hanfrinde
    • Verstecke: Kronengeckos ziehen sich gerne in erhöhte Verstecke zurück. Im Handel gibt es diverse geeignete Angebote.
    • Klettermöglichkeiten: Kronengeckos sind geschickte Kletterer und benötigen daher viele Klettermöglichkeiten. Es eignen sich bspw. Kletteräste, Wurzeln oder Korkröhren. Da Kronengeckos in der Natur in Baumkronen leben, sollten zudem Pflanzen (echte oder künstliche) ebenfalls in die Einrichtung eingepflegt werden. 
    • Wetbox gefüllt mit Kokoserde (stets leicht feucht, aber nicht nass) als weiteren Rückzugsort: Die Tiere ziehen sich in die Wetbox zurück, wenn sie mehr Feuchtigkeit benötigen, z.B. während der Häutung.

     

  • Gruppenhaltung & Verträglichkeit innerhalb der Art

    • Leopardgeckos leben in der Natur in kleinen Gruppen von etwa fünf Tieren, bestehend aus einem einzigen Männchen und mehreren Weibchen (umstritten, ob miteinander sozialverträglich oder Einzelgänger).
    • Kronengeckos sind in der Natur Einzelgänger und können daher problemlos einzeln gehalten werden.
    • Von der Gruppenhaltung männlicher Tiere ist generell abzuraten, da dies zu schweren, teilweise sogar tödlichen Kämpfen führen kann.
    • Die Haltung eines Männchens mit mehreren Weibchen ist möglich.
    • Die Paarhaltung (ein Männchen und ein Weibchen) ist nicht empfohlen (Bedrängung des Weibchens sowie Gefahr des unerwünschten Nachwuchses bei zu später Entfernung der Eier).
    • Die Haltung einer Weibchengruppe ist grundsätzlich möglich (bestehende Gefahr der Unterdrückung).

     

Grundausstattung Gecko-Terrarium

Bei der Ausstattung des Terrariums gilt es, einerseits die natürlichen Bedürfnisse der Tiere abzudecken (z.B. Verstecke, Klettermöglichkeiten), anderseits die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Gestalten Sie Terrarien so, dass sich die Geckos nicht verletzen und nicht ausbrechen können. Gleichzeitig müssen sie aber auch vor äusseren Einflüssen wie z.B. vor Sonneneinstrahlung und Zugluft geschützt sein.

Folgendes benötigen Sie für eine artgerechte Terrarien-Grundausstattung:

  • geeignetes Terrarium (Tierschutzverordnung)
  • Strukturen und Klettermöglichkeiten
  • Schlaf- und Versteckmöglichkeiten
  • geeignetes Einstreu, Wetbox, Wassernäpfe
  • artgerechtes Futter
  • Styropor-Transportbox
  • Futterpinzette
  • Kalzium- und Vitaminpulver
  • UVB-Lampen, Wärmelampen
  • Messgeräte für UVB-Strahlung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit
  • Wassersprüher
  • Utensilien für Kotproben
  • geeignete Infrastruktur für Winterruhe

Ernährung von Geckos

Leopardgeckos:

In freier Wildbahn ernähren sich Leopardgeckos von verschiedenen Insekten und Spinnentieren, gelegentlich auch mal von jungen Mäusen.

In Heimtierhaltung sollten Lepardgeckos mit lebenden, vorzugsweise nachtaktiven Insekten (Grillen, Heimchen, Schaben - Liste nicht abschliessend) gefüttert werden. Jungtiere sollten täglich mit Insekten gefüttert werden, bei gesunden erwachsenen Tieren reicht es, etwa 2-3x in der Woche.

Da die Fütterung in Heimtierhaltung nicht so ausgewogen ist, wie in freier Wildbahn, müssen Leopardgeckos zusätzlich mit Vitamin- und Kalziumpulver vesorgt werden.

Kronengeckos: 

In freier Wildbahn ernähren sich Kronengeckos von verschiedenen Insekten und Spinnentieren. Auch Früchte stehen auf dem Speiseplan. 

In der Heimtierhaltung sollten Kronengeckos mit lebenden, vorzugsweise nachtaktiven Insekten (Grillen, Heimchen - Liste nicht abschliessend) gefüttert werden. Jungtiere sollten täglich mit Insekten gefüttert werden, bei gesunden erwachsenen Tieren reicht es, etwa 2-3x in der Woche. Um die Ernährung abwechslungsreicher und ausgewogener zu gestalten, sollten zudem Früchte (frisch oder in Form von im Handel erhältlichem Brei) angeboten werden. 

Da die Fütterung in Heimtierhaltung nicht so ausgewogen ist, wie in freier Wildbahn, müssen Kronengeckos zusätzlich mit Vitamin- und Kalziumpulver vesorgt werden.

Gesundheit und Pflege von Geckos

Nutzen Sie die Gelegenheit, bei der Reinigung des Terrariums alle Tiere zu untersuchen. Heben Sie den Gecko vorsichtig hoch und überprüfen Sie die wichtigen Körperregionen:

  • Gewicht

    • regelmässige Kontrolle
    • Tierarztbesuch bei stetiger Gewichtsabnahme
    • gesunde Ernährung und korrekte Grösse der Futtertiere, sowie richtiges Fütterungsintervall zur Vermeidung von Übergewicht
  • Kopf

    • Augen: sollten klar, glänzend​, nicht gerötet oder tränend sein, ohne Ausfluss, nicht eingesunken oder geschwollen
    • Ohren: Trommelfell flach​, nicht gerötet, nicht nach aussen gewölbt
    • Nase: kein Ausfluss​, keine Verfärbung​, geräuschlose Atmung durch die Nase
  • Mund

    • Schleimhaut rosa, gelb oder schwarz pigmentiert
    • Schleimhaut glänzt und ist feucht​
    • keine Schwellungen​
    • kein Schleim​
    • keine ungewöhnlichen Verfärbungen
  • Körper & Schuppen

    • keine sichtbaren Verletzungen
    • Körper, insbesondere Schwanzspitze und Gliedmassen auf Häutungsreste kontrollieren
    • Schuppen gleichmässig​
    • Haut ist glänzend und ziemlich straff
  • Kloakenregion, Kot- und Urinabsatz

    • keine Kotreste
    • kein Ausfluss​
    • keine Rötungen​
    • keine Schwellungen​
    • Hemipenis nicht sichtbar
    • Kot und Urin haben normale Konsistenz und Farbe (kurzzeitige Verfärbung aufgrund von Futter möglich)

Weitere Informationen zur Geckohaltung

Sie haben noch Fragen zur Geckohaltung? Für eine Beratung stehen wir Ihnen unter 044 261 97 14 von Montag bis Donnerstag, 9.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr zur Verfügung.

Bei Gesundheitsfragen zu Geckos können Sie sich direkt an unser Beratungstelefon unter 044 635 83 43 am Tierspital Zürich wenden: Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 und 13.30 bis 17.00 Uhr.

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