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Haltung von Kaninchen

Die tiergerechte Haltung setzt einiges an Wissen über diese faszinierenden Tiere voraus. Wie alle Tiere haben Kaninchen artspezifische Bedürfnisse. Den natürlichen Lebensraum nachzubilden ist eine wichtige Voraussetzung für die tiergerechte Haltung von (Zwerg-)Kaninchen.

Grundbedürfnisse

Um ein Gehege tiergerecht einrichten und dem natürlichen Verhalten anpassen zu können, ist es wichtig, die Bedürfnisse der Kaninchen zu kennen.

  • Sozialkontakte

    (Zwerg-)Kaninchen sind Gruppentiere und müssen daher mindestens zu zweit gehalten werden. Besser sind 3 bis 5 Tiere. Eine Einzelhaltung ist strikt abzulehnen und gesetzeswidrig.

  • Fortbewegung

    Kaninchen sind ausgeprägte Bewegungstiere. Hoppeln, aber auch Sprünge, Hakenschlagen und Rennen sind arttypische Bewegungsmuster. Damit die Tiere sich auch in ihrem Gehege entsprechend verhalten können, braucht es viel Platz - mindestens 3m2 pro Tier. Da sich Kaninchen auch gerne in der ganzen Länge aufrichten («Männchen machen») und hohe Sprünge lieben, sollte das Gehege auch unbedingt entsprechend hoch sein. 

  • Nagen

    Obwohl Kaninchen zoologisch gesehen nicht zu den Nagetieren gehören, ist ihr Bedürfnis zu nagen ebenso gross wie bei Ratte, Maus und Co. Das Nagen ist lebenswichtig für sie, damit sich ihre Zähne, die zeitlebens wachsen, abnutzen können. Aus diesem Grund sollten immer frische Äste zur Verfügung stehen.

  • Graben

    Kaninchen haben ein ausgeprägtes Bedürfnis zu graben. Darauf sollten Sie bei der Gehegegestaltung Rücksicht nehmen.
    In Freilandhaltung achten Sie bitte darauf, dass die Tiere gefahrlos und ausbruchsicher buddeln können. In Innenhaltung muss den Kaninchen eine entsprechende Grabmöglichkeit zur Verfügung gestellt werden. Beim Graben werden zudem die Krallen abgewetzt, was deren Einwachsen verhindert.

  • Verstecken

    Kaninchen warnen bei Gefahr ihre Artgenossen, indem sie mit den Hinterläufen auf den Boden trommeln und in ihre Baue flüchten (das gilt auch in Innenräumen). Auch bei sozialen Auseinandersetzungen suchen Kaninchen gerne Schutz in geeigneten Unterschlüpfen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass im Gehege genügend unterschiedliche Verstecke zur Auswahl stehen.

  • Beobachten & Ruhen

    Für wildlebende Kaninchen ist es überlebenswichtig ihren Lebensraum gut zu überblicken um Feinde frühzeitig zu sehen. Diesem Instinkt folgen auch unsere Haustiere: Sie halten sich gerne auf erhöhten Strukturen wie Baumstrünken auf.

    Genauso wichtig wie geeignete Beobachtungsposten sind Bereiche, wo die Tiere sich sicher ausruhen können. Sie tun dies gerne in ausgestreckter Bauch- oder Seitenlage oder nebeneinander liegend. Der Schlafbereich muss zudem trocken, vor Zugluft geschützt und bei Freilandhaltung gut isoliert sein. 

Aussenhaltung vs. Innenhaltung

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, ist die Haltung im Aussengehege der Innenhaltung immer vorzuziehen, da hier die tiergerechten Anforderungen am ehesten erfüllt werden können. Ein Aussengehege muss immer sowohl ausbruch- als auch einbruchsicher gebaut sein. Zu beachten sind auch Klimafaktoren wie Sonneneinstrahlung, Wind, Feuchtigkeit und Temperatur.

Die Innenhaltung kann das ausgeprägte Grabbedürfnis der Tiere nicht befriedigen. Sollten die Kaninchen dennoch im Haus gehalten werden, ist ein grosszügiges Vivarium mitsamt der kaninchengerechten “Möblierung” ein Muss.

Grundausstattung Kaninchengehege

Bei der Ausstattung der Kaninchengehege - egal ob Aussen- oder Innenhaltung - gilt es, einerseits die natürlichen Bedürfnisse der Tiere abzudecken (z.B. Versteck und Schlafplätze), andererseits die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Gestalten Sie Gehege so, dass sich die Kaninchen nicht verletzen und nicht ausbrechen können. Gleichzeitig müssen sie aber auch vor äusseren Einflüssen wie z.B. vor Sonne, Wind und Wetter, aber auch vor Elektrokabeln und zu lauter Musik geschützt sein. Weitere Tipps erhalten Sie in unserer kostenlosen Kaninchenbroschüre.

Ernährung

Kaninchen sind reine Pflanzenfresser. Sie gehören zwar nicht zu den Nagetieren, knabbern aber trotzdem an allem rum. Zudem wachsen ihre Zähne ein Leben lang nach. Darauf ist sowohl bei der Gehegeeinrichtung als auch beim Futter zu achten.

Immer Täglich Gelegentlich Selten Nie
Heu, getrocknete Kräuter, frisches Wasser ungespritzte Wiesenpflanzen, Blattgemüse, Fenchelknollen, Karotten (inkl. der grünen Blätter), Lattich, Gurken, Spinat, Brokkoli, Petersilie, Radieschenblätter, Chicorée, Wirz, Salate Obst wie Äpfel, Birnen, Trauben, Erdbeeren (Vorsicht: hoher Zuckergehalt) Körnerfutter nur bei erhöhtem Energiebedarf oder im Winter bei Aussenhaltung Brot, Kohlarten, Kartoffeln, Bohnen

Die Liste ist nicht abschliessend. 

Gesundheit und Pflege

Etwa einmal pro Woche sollten Sie jedes Tier untersuchen. Heben Sie das Kaninchen sorgfältig hoch und überprüfen Sie Gewicht, Nase, Augen, Ohren, Zähne, Kinn, Fell, Haut, Bauchregion, Fusssohlen, Krallen und die Afterregion.

Um die Kaninchen beim Einfangen nicht zu sehr zu stressen, empfiehlt es sich, nicht handzahme Tiere, mittels Targetstab so zu trainieren, dass sie freiwillig in eine Box hoppeln, aus der man sie für die Untersuchung kurz entnehmen kann.

Folgende Merkmale sollten regelmässig geprüft werden:

Weitere Informationen zur Kaninchenhaltung

Sie haben noch Fragen zur Kaninchenhaltung? Dann empfehlen wir Ihnen unsere ausführliche und kostenlose Broschüre. Für allgemeine Auskünfte können Sie sich gerne an unser Beratungstelefon unter 044 261 97 14 wenden:

Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 12.00 und 13.30 bis 17.00 Uhr. 

Bei Fragen zu Gesundheitsproblemen steht Ihnen unser Beratungstelefon am Tierspital Zürich unter unter 044 635 83 43 zur Verfügung: 

Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 und 13.30 bis 17.00Uhr

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