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Anschaffung von Farbmäusen

Die Anschaffung von Farbmäusen muss gut überlegt und vorbereitet sein. Auf Spontankäufe sollten Sie den Tieren zuliebe verzichten. Auch sollten sich alle Familienmitglieder mit Mäusen im Haushalt wohlfühlen.

Voraussetzungen für die Farbmaushaltung

Farbmäuse sind im Vergleich zu Rennmäusen relativ unkompliziert. Doch was braucht es, damit es Ihren Schützlingen lange gut geht und sie ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können? Folgende Punkte sollten Sie beachten:

  • passendes und gesichertes Platzangebot an ungestörtem Ort
  • genügend Zeit
  • Ausschluss von Allergien in Familie
  • Ferienvertretung geregelt
  • Bereitschaft zu regelmässiger Pflege und Reinigung des Geheges
  • genügend finanzielle Mittel (Krankheit, Unfall)

Vorsicht vor Qualzuchten bei Farbmäusen

Qualzuchten sind Zuchtformen, die zu Einschränkungen, Leiden, Schmerzen, Schäden oder Verhaltensstörungen bei Lebewesen führen. Sie schränken die betroffenen Mäuse also mehr oder minder ein und machen sich häufig sowohl in der psychischen als auch in der physischen Gesundheit bemerkbar. Nicht jede Qualzucht ist sofort als solche erkennbar.

  • Ay-Mäuse (Fett-Gen)

    Diese Mäuse haben ein Gen, welches zu Fettleibigkeit führt. Betroffen sind vor allem rote, orangefarbene und gelbliche Mäuse. Tiere mit dem Ay-Gen leiden an verschiedenen Problemen:

    • sind oft körperlich eingeschränkt
    • neigen zu Gelenk- und Organschäden
    • haben häufig Diabetes Typ 2
    • erkranken öfters an Tumoren

    Leider hilft bei diesen Tieren weder eine angepasste Ernährung noch viel Bewegung gegen die Fettleibigkeit.

  • Brindle (gestromte) Fellzeichnung

    Brindle bezeichnet eine quergestreifte Fellzeichnung. Ein Teil der Züchtungen geht über dasselbe Gen wie bei den Ay-Mäusen. Diese Tiere leiden daher auch unter denselben Problemen. Hinzu kommen noch:

    • eine sehr hohe Sterblichkeit bei männlichen Jungtieren
    • Sterilität bei überlebenden Böckchen
  • Langhaarmäuse

    • oft durch langes bis sehr langes Fell in Bewegung eingeschränkt
    • anfälliger für Erkrankungen der Augen und der Haut
    • das Fell isoliert aufgrund der Fellstruktur nicht richtig, daher frieren die Mäuse schneller
    • oft stark gebogene Barthaare (Funktionseinschränkung)
  • Locken-, Rex- oder Pudelmäuse

    • eingeschränkter Tastsinn (Tasthaare gekräuselt)
    • anfälliger für Erkrankungen der Augen (z.B. nach innen gebogene Wimpern) und der Haut
    • anfälliger auf Parasiten durch dünnes Fell
  • Nacktmäuse

    • eingeschränkter Tastsinn, da Tasthaare verkümmert sind oder ganz fehlen
    • anfälliger für Erkrankungen der Augen und der Haut (fehlender Schutz)
    • können Temperatur nur eingeschränkt regulieren (frieren/schwitzen)
    • schwächeres Immunsystem
    • erhöhtes Verletzungsrisiko durch mangelnden Schutz aufgrund des fehlenden Fells
    • bei Weibchen Verlust der Fähigkeit zum Säugen durch unterentwickelte Brustdrüsen
  • Schwanzlose Mäuse

    • leiden an motorischen Einschränkungen, da der Schwanz zum Balancieren, Klettern und Stützen fehlt
    • sind in der Kommunikation mit Artgenossen stark eingeschränkt
    • können ihre Temperatur nur eingeschränkt regulieren
    • neigen vermehrt zu Deformationen in Becken und Wirbelsäule, Inkontinenz, Geburtsproblemen und Sterilität
    • hohe Sterblichkeit bei Jungtieren kurz nach der Geburt
  • Tanzmäuse

    Tanzmäuse sind meist schwarz-weiss, eher zierlich und haben einen verkürzten Schwanz. Sie leiden alle an einem Hirnschaden. Dieser führt zu:

    • Zwergwuchs
    • starke Innenohrschäden, welche die Orientierung und Bewegung stark beeinträchtigen: Die Tiere können nicht geradeaus laufen und sich normal bewegen, sie laufen ständig im Kreis, daher "Tanzen".
    • Verwachsungen im Innenohr - Mäuse sind fast taub
    • einem geschwächten Immunsystem und einer stark verkürzten Lebenserwartung

Woher sollen die Farbmäuse kommen?

Es gibt viele Möglichkeiten, wo man Farbmäuse adoptieren oder kaufen kann:

  • Tierheim

    • Möglichkeit, Mäuse vorher kennenzulernen und zu beobachten
    • Beratung durch Fachpersonal
    • Tiere, die ein neues Zuhause brauchen und nicht extra "produziert" wurden
    • Unterstützung bei Problemen auch nach der Adoption
    • meist Rückgaberecht bei Problemen
    • Tiere bereits erwachsen/älter und dadurch ruhiger und robuster
    • Herkunft und Geschichte der Tiere nicht immer bekannt
  • Zucht

    • Wunschtier kann ausgesucht werden
    • Jungtiere (höhere Lebenserwartung)
    • Tiere werden zum Verkauf "produziert"
    • für Laien oft schwierig, seriöse Zucht zu erkennen
    • Haltung nicht immer tiergerecht (viele Tiere auf engem Raum, meist Stallhaltung, unpassende Gehegeeinrichtung)
    • überschüssige Tiere als Schlangenfutter
  • Zoofachhandel

    • meist keine oder schlechte Beratung - schneller Verkauf steht im Vordergrund
    • keine Hilfe bei nachträglichen Problemen
    • Herkunt der Tiere oft unbekannt
    • oftmals Tiere aus Massenproduktion
    • Rücknahme der Tiere meist ausgeschlossen
    • häufiger Parasitenbefall infolge schlechter Haltung
  • Kleinanzeigen

    • oftmals unseriöse Anbieter (Massenzuchten, schlechte Haltungen und Krankheiten wegen mangelnder Hygiene)
    • Tiere aus unkontrollierten Hobbyzuchten (Inzucht)
    • kaum Beratung
    • meist keine Rücknahme bei Problemen

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