Tierversuchsstatistik 2017
 

Fortschritt sieht anders aus

Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 614'581 Tiere in Tierversuchen eingesetzt, etwas weniger als im Vorjahr (-2.4 %). Die Abnahme ist gewiss positiv. Seit 1996 bewegen sich die Tierzahlen aber mit kleineren und grösseren Schwankungen um 600 000, was nicht als Fortschritt bezeichnet werden kann. Was ist mit der Forschung nur los? Laufend werden weltweit Ersatzmethoden zum Tierversuch erarbeitet, obwohl die finanzielle Unterstützung gerade dafür mehr als dürftig ist. Den Forschenden stehen oder stünden damit viele Alternativmethoden zur Verfügung, dennoch geht der "Tierverbrauch" nicht merklich zurück. Vorhandene Ersatzmethoden werden in der Praxis zu wenig angewendet, neue Tummelfelder (v.a. Experimente mit gentechnisch veränderten Tieren) machen geglückte Tiereinsparungen wieder wett.

Die Belastung für die Versuchstiere nimmt eher zu als ab, was stossend ist!

151'233 Tiere (24.6 %) waren 2017 einer mittelschweren Belastung ausgesetzt, 17'326 (2.8 %) einer schweren Belastung. Das sind zusammen gut 6'000 Tiere mehr als im Vorjahr, was der gesetzlichen Pflicht zur Leidensminderung (refinement) zuwider läuft. Egal, um welche Tierarten es sich handelt: mittelschwere und erst recht schwere Belastungen müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mittel vermieden oder zumindest gemildert werden!

Gentechnisch veränderte Tiere leiden oftmals doppelt

Der Einsatz gentechnisch veränderter Versuchstiere hält munter an. Knapp 174'000 Tiere im Versuch waren 2017 gentechnisch verändert, das sind 28% aller Versuchstiere (2016: 28%). Davon erlitten knapp 60'000 einen mittleren oder schweren Belastungsgrad. Vielfach sind diese Tiere als Krankheitsmodelle "konstruiert" und leiden bereits auf Grund ihrer genetischen Veranlagung d.h. auch ohne Experiment. Hinzu kommen dann noch die Belastungen des eigentlichen Versuchs. 

1997 waren 39'543 Tiere in Experimenten gentechnisch verändert, 2017 waren es 173'972 - ein Zuwachs um 440%. Über den ganzen Beobachtungszeitraum (21 Jahre) standen knapp 2.25  Mio. sogenannter GVO's für die Forschung im Einsatz.

 

Tierleid im Labor

 

Tierversuchsstatistik 2017

Die offizielle Tierversuchsstatistik im Detail

 

Unser Statistik-Kommentar

 

Alternativen: das 3R-Prinzip

3R steht für "Replace, Reduce, Refine animal experimentation". Auf Deutsch heisst dies so viel wie "Vermeide, Vermindere, Verfeinere Tierversuche".

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