Tierversuchsstatistik 2015
 

Neue Technologien kurbeln Tierforschung an

Die Tierversuchsstatistik für das Jahr 2015 ist erschienen. Die vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV publizierten Zahlen sind einmal mehr wenig begeisternd. Das Total aller Versuchstiere, die 2015 in Experimenten eingesetzt wurden, beträgt ....., ein erneuter Zuwachs von ...% gegenüber dem Vorjahr. Zwar gibt es einzelne Tierversuche, auf die mittlerweile dank aussagekräftiger Alternativmethoden verzichtet wird; im Durchschnitt kommen einzelne Tierexperimente auch mit weniger Tieren aus als früher. Das ist positiv. Gleichzeitig kommen aber immer neue Technologien (z.B. CRISPR/Cas) hinzu, die auf das Tiermodell und den Tierversuch setzen, den "Tierverbrauch" ankurbeln und erfolgte Tiereinsparungen wieder zunichte machen. Als moderne Forschung lässt sich dies nicht bezeichnen, auch wenn moderne Technik im Spiel ist. Der Staat als Forschungsförderer und Forschungseinrichtungen als Innovationsstätten sind aufgefordert, ihre gesetzlichen Verpflichtungen im Bereich Alternativmethoden wahrzunehmen und mit Druck für einen spürbaren Rückgang vom Versuchstieren zu arbeiten!

Alternativmethoden endlich vermehrt fördern!
Das sogenannte 3R-Prinzip, das den Weg in eine tierversuchs-freie Zukunft weist, ist fast 60 Jahre alt und mittlerweile in breiten Kreisen anerkannt und auch gesetzlich verankert. In einem diesbezüglichen Bericht hat der Bundesrat im Juli 2015 aufgezeigt, wie die Erforschung von Alternativmethoden gefördert, die Zahl der Tierversuche verringert und die Belastung der Tiere vermindert werden kann. Als Kernstück möglicher Massnahmen nennt er die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums. Ein solches Zentrum findet denn auch allgemeine Zustimmung, auch in Tierschutzkreisen. Nur scheint es mit der Schaffung dieses Zentrums und mit dessen ausreichender Finanzierung nicht so einfach und schnell zu gehen, wie es der Dringlichkeit angemessen wäre. Der Prozess zieht sich dahin. Derweil ist die Stiftung Forschung 3R, die bisher die (mageren) Forschungsgelder für Alternativmethoden vergeben hat, mit Blick auf das künftige Kompetenzzentrum jetzt schon praktisch stillgelegt. So findet derzeit weniger anstatt mehr Förderung von Alternativmethoden statt. Das ist aus Tierschutzsicht unverständlich und inakzeptabel. Wir fordern mehr "Dampf", damit dieser Zug fährt und Ziele erreicht.

Ablehnung von Tierversuchen praktisch tabu
Tierversuche, die den gesetzlichen Vorgaben nicht in allen Punkten entsprechen, erhalten im Bewilligungsverfahren für Tierversuche keine Bewilligung. Theoretisch! Eine Gesuchs-Ablehnung kann  selbstverständlich nicht die Regel sein, es heisst ja Bewilligungsverfahren und die Forschenden werden geschult, bewilligungs-taugliche Gesuche einzureichen. Dennoch würde man erwarten, dass Projekt-Ablehnungen nicht allzu selten sind, liest man in der (Fach-)Presse doch fundierte Berichte über schlechte Forschung, über wissenschaftlich, tierschützerisch und ethisch fragwürdige Forschung, über Forschung auch, die ihre Ziele weit verfehlt. Dennoch werden nur 0,7% aller Gesuche vom Kanton abgelehnt, was extrem wenig ist. In den Jahren 2005 - 2014 wurden schweizweit 10'415 Gesuche eingereicht, 10'342 wurden bewilligt und nur 73 abgelehnt. Dass die Ablehnung eines unzulässigen Forschungsprojektes bei den Forschenden (und den Bewilligungsbehörden) praktisch einem Tabubruch gleich kommt, zeigt das aktuelle wie auch das frühere Rechts-Verfahren rund um Primatenversuche in Zürich. Da sollte sich aus unserer Sicht dringend etwas ändern, Gesuche müssten strenger auf Gesetzeskonformität geprüft und öfters mal abgelehnt werden, wozu das Bewilligungsverfahren ja auch da ist.

 

 

Abertausende für Versuche

 

Tierversuchsstatistik 2015

Tierversuchsstatistik im Detail

 

Alternativen: das 3R-Prinzip

3R steht für "Replace, Reduce, Refine animal experimentation". Auf Deutsch heisst dies so viel wie "Vermeide, Vermindere, Verfeinere Tierversuche".

Mehr zum Thema: > Tierversuche, > Alternativmethoden

 

Gentechnisch veränderte Tiere

Die Zahl der gentechnisch veränderten Tiere im Versuch stieg um ...% an. Für jedes gentechnisch veränderte Versuchstier werden vier weitere Tiere getötet, weil sie die genetischen Merkmale nicht aufweisen.