Tiere aus dem Ausland
 

Hunde oder Katzen aus den Ferien mitnehmen?

Viele Tierfreunde kennen das. Man verbringt eine tolle Zeit in einem anderen Land und wird von einem streunenden Tier als bester Freund ausgewählt. Das Tier wird Teil des Ferienerlebnisses, und man schliesst es in sein Herz. Am Ende der Ferien möchte man den neuen Freund nicht seinem Schicksal überlassen und spielt mit dem Gedanken, ihn mit in die Schweiz zu nehmen. Was auf den ersten Blick wie die Rettung für das Tier aussieht, endet leider immer wieder traurig.

Die Einreisevorschriften für Tiere in die Schweiz sind streng. Im «besten» Fall entstehen für den neuen Halter grosse Kosten für Quarantäne oder Rücktransport ins Herkunftsland und zudem strafrechtliche Konsequenzen. Im schlimmsten Fall wird das Tier eingeschläfert.

Der Hauptgrund dafür ist die Tollwutgefahr. Die Tollwutimpfung muss zum Zeitpunkt der Einreise mindestens 21 Tage zurückliegen. Bei einem gängigen Ferienaufenthalt von 7 bis 14 Tagen ist dies zeitlich nicht machbar. Dazu kommen je nach Herkunftsland noch andere Vorschriften, die es einzuhalten gilt.

Schafft man es dennoch, das ungeimpfte Tier ohne Kontrolle in die Schweiz zu bringen, ist das Problem nicht aus der Welt. Viele solche Tiere «fliegen» bei einem späteren Tierarztbesuch «auf». Dies hat einerseits rechtliche Folgen für den Halter. Wirklich schlimm daran aber ist der Fakt, dass der Halter damit die Gesundheit von Menschen und Tieren in der Schweiz gefährdet.

 

Trotzdem Hilfe leisten

Wer diese Vorkehrungen jedoch in Kauf nehmen will und kann, dem steht es natürlich offen, seinen Schützling mit nach Hause zu nehmen und ihm hier eine neue Zukunft zu schenken.

Den Streunern kann aber auch geholfen werden, ohne sie mit in die Schweiz zu nehmen. Vor Ort finden sich häufig Tierschutzorganisationen und freiwillige Tierfreunde, die um jede finanzielle Unterstützung froh sind. Oft helfen schon kleine Beträge für etwas Futter. Noch nachhaltiger ist die Finanzierung von Kastrationen und anderen Tierarztkosten.

 

Adoption über Organisationen

Zahlreiche Organisationen vermitteln mittlerweile auch Hunde und Katzen aus dem Ausland in die Schweiz. Eine Adoption über eine solche Organisation hat den Vorteil, dass der Hund seine Wartezeit bis zur legalen Ausreise dort verbringen kann. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn einige Organisationen schreiben sich den Tierschutz nur auf die Fahne. Darum sollten Sie die Organisation eingehend prüfen, bevor Sie sich für einen Hund aus dem Ausland entscheiden.

Weitere Informationen zum Thema Tierschutzhunde aus dem Ausland adoptieren sowie eine Checkliste, die Ihnen hilft, eine seriöse Organisation zu erkennen, finden Sie im Fokusartikel unseres ZT-Magazins 2/20: «Hunde aus dem Ausland»

 

Tiere aus den Ferien mitnehmen?

Frau mit Strassenkatze
Aus einer solchen Begegnung kann eine Freundschaft entstehen – doch was passiert am Ende der Ferien mit den Tieren?
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Welpen auf der Strasse
Die Versuchung ist gross, heimatlose Strassenhunde nach den Ferien mit in die Schweiz zu nehmen.
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Kind mit Streuner am Strand
Kindern fällt es besonders schwer, den in den Ferien lieb gewonnen Freund zurück zu lassen.
© Viktor Gladkov / shutterstock
Kitten heimlich in die Schweiz mitbringen
Kleine und junge Tiere werden oft im Gepäck versteckt über die Grenze geschmuggelt.
© elenarostunova / fotolia.com
 

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