Pelzwinter 2017/2018
 

Kampagne «echt Pelz – echt grausam»

Seit 2014 kämpft der Zürcher Tierschutz mit seiner Kampagne «echt Pelz – echt grausam» gegen den tierquälerischen Modetrend. Mit Medienbeiträgen, Standaktionen, einem neuen Flyer und einer schweizweiten Plakataktion engagieren wir uns weiter gegen die Ausbeutung von Pelztieren.


Neue Recherche enthüllt gravierende Deklarationsmängel

Unsere ausführliche Ladenrecherche in Deutschschweizer Städten belegt, dass es im Herbst 2017 noch immer gravierende Gesetzesverstösse bei der Pelzdeklaration gibt. 14 von 15 Unternehmen deklarieren einen Teil der Pelzartikel nicht, im Durchschnitt tragen 3 von 10 Pelzartikeln gar keine Deklaration! Bei einer früheren Untersuchung fanden wir 2014 nur bei 11 von 14 Unternehmen Deklarationsmängel - die Situation hat sich somit in den letzten drei Jahren keineswegs verbessert.

Besonders schlecht schneiden Grieder, Ciolina Mode, Kofler, Modekeller und Mode Weber ab. Die Details zur Recherche und den einzelnen Unternehmen sind in einem Bericht zusammengefasst.


Monsterfüchse, eine Qualzucht aus Finnland

Rund 90% der kontrollierten Pelzartikel stammten aus tierquälerischer Käfighaltung. Diese Zuchtpelze wurden zu 55% in China und zu 35% in Finnland erzeugt. Obwohl in China Pelztiere brutal misshandelt und bei Bewusstsein gehäutet werden, sind finnische Zuchtpelze keine Alternative. In Finnland werden Polarfüchse auf extreme Verfettung gezüchtet. In jedem sechsten Pelzartikel steckt ein «Monsterfuchs» – eine Qualzucht! Durch die vielen Hautfalten wird der Pelzgewinn pro Tier maximiert. Dafür leiden die Füchse unter Augenentzündungen und Beinschäden und können sich vor lauter Fettfalten kaum mehr bewegen. Völlig apathisch vegetieren sie ihrem traurigen Schicksal entgegen.

 


Pressemitteilungen und «Kassensturz»

Die neuesten Ergebnisse haben wir in einer Pressemitteilung publiziert. Zudem nahmen am 5.12.2017 die Konsumentenschutz-Sendungen «Espresso» und «Kassensturz» das Thema auf. Diese SRF-Beiträge sind ein wichtiger Meilenstein in unserer Kampagne. Dadurch steigt der öffentliche Druck für Massnahmen gegen die Quälerei von Pelztieren!

Bei wiederholten Nachkontrollen im Dezember 2017 mussten wir feststellen, dass das «House of Gerry Weber» im Zürcher Seefeld weiterhin nicht oder mangelhaft deklarierten Echtpelz verkauft. In Absprache mit dem deutschen Modeunternehmen Gerry Weber haben wir den verantwortlichen Franchisepartner, die Modekeller Fashion Group, beim BLV angezeigt und die Gesetzesverstösse erneut in einer Pressemitteilung publik gemacht.


Fazit: Es braucht ein Importverbot!

Die Recherche zeigt, dass die Deklarationspflicht ihren Zweck nicht erfüllt: Das Tierleid hinter Echtpelz, die Misshandlung der Tiere und die Qualzuchten werden nicht offengelegt. Weder Massnahmen des Bundes noch Kritik von Tierschutzseite bewirken eine korrekte Deklaration oder einen Verkaufsrückgang. Der Zürcher Tierschutz fordert daher ein Importverbot für tierquälerische Pelzprodukte, wie dies auch Ständerätin Pascale Bruderer mit einem Postulat nahelegt. 

 

 

 

Pelz wohin das Auge schaut...

Wintermützen mit bunt gefärbten Polarfuchs-Pelzbommeln.
© Zürcher Tierschutz
Überzüchteter «Monsterfuchs» in finnischer Pelzfarm.
© Oikeutta eläimille
 

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