So wird man Jäger
 

So wird man Jäger

Patent- und Revierjagd
In der Schweiz existieren je nach Kanton zwei unterschiedliche Jagdsysteme: Bei der Patentjagd darf während einer kurzen Zeit im Herbst überall im Kanton gejagt werden - ausser in den Jagdbanngebieten. Dazu wird ein kantonales Patent benötigt und es darf eine bestimmte Anzahl Tiere erlegt werden. Bekanntestes Beispiel dafür ist sicherlich die Bündner Jagd.

Zürich und andere Kantone betreiben hingegen eine Revierjagd. Hier erwerben Jagdgesellschaften bei den Gemeinden das Recht, exklusiv in einem definierten Gebiet (Revier) jagen zu dürfen, meist über eine Dauer von acht Jahren. Die Jäger melden dem Kanton Ende Jagdsaison, welche und wie viele Tiere sie erlegt haben. Die Anzahl Abschüsse hat einen Einfluss auf den Pachtzins.

Im Kanton Genf schliesslich ist die Jagd gänzlich verboten, staatliche Wildhüter gewährleisten falls notwendig die Regulierung des Wildes.

Jagdausbildung
Wer jagen will, braucht also eine kantonale Jagdberechtigung. Um diese zu erhalten, wird zunächst eine entsprechende Ausbildung verlangt. Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse über die Hege von Wild und Natur, über Jagdhunde, das Gesetzes­wesen sowie die Jagd- und Waffenkunde. Im praktischen Teil wird die Handhabung der Waffen gelernt und eine Schiessprüfung absolviert. Ausbil­dung und Prüfungen werden durch die Kantone organisiert.

«Jagen in der Schweiz - Auf dem Weg zur Jagdprüfung» wird als Lehrmittel für angehende Jägerinnen und Jäger empfohlen. Das Buch legt besonderen Wert auf ein fortschrittliches Jagdverständnis und das Erkennen von Zusammenhängen. Leider umfasst das Kapitel über Tierschutz in dem Buch ganze 4 Seiten, obwohl die Jagd in einigen Bereichen fraglos sehr tierschutzrelevant ist und auch regelmässig Tierschutzwidrigkeiten festgestellt werden.

Die Schiessprüfung wird auch nach absolvierter Ausbildung periodisch wiederholt. Unverständlich bleibt allerdings, warum dabei das Schiessen auf bewegte Ziele nicht getestet wird. Denn gerade hier wäre eine ausgewiesene Zielgenauigkeit extrem wichtig, um die Quote an Fehlschüssen bei der Bewegungsjagd zu reduzieren.

Wildschweingatter
Seit kurzer Zeit wird nahe der Gemeinde Elgg ein sogenanntes Wildschweingatter betrieben. Es dient der Ausbildung von Jagdhunden, die hier das Aufspüren und Verbellen von Wildschweinen an lebenden Tieren üben sollen. Der Zürcher Tierschutz steht dem Gatter skeptisch gegenüber. Zum einen weil die Jagd auf Wildschweine auch für ausgebildete Hunde gefährlich bleibt, da sich Wildschweine in der Natur anders verhalten, als die gewöhnten Tiere im Gatter. Zum anderen, weil die Ausbildung der Hunde die Treibjagd fördert, anstatt dass sie auf das notwendige Minimum eingeschränkt würde.

 
 
 

Links & Tipps

Buchtipp: Jagen in der Schweiz - Auf dem Weg zur Jagdprüfung
Jagd- und Fischereiverwalter-konferenz der Schweiz (2012)

Wie werde ich Jäger im Kanton Zürich? Alle Infos vom Amt für Landschaft und Natur.

Aktuelles Verzeichnis der Jagdreviere im Kanton Zürich

Webseite des Schwarzwild-gewöhnungsgatters Elgg.