Ist Zucht wirklich besser?

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Zucht - Problem oder Lösung?

Die Fischzuchtindustrie wächst rascher als jede andere Nahrungsmittelbranche. Diese Stärke gründet aber nicht darauf, dass man «alles im Griff hat » – sondern im Gegenteil darauf, dass man drauflos produzieren darf, auch wenn man erst wenig im Griff hat. Ungelöst sind Probleme vor allem im Tierschutz, bei der Beschaffung von Futter und Jungtieren, bei Arbeits- und Landrechten. Mehr Information unter fish-facts Nr. 19 (Oktober 2014).

 

Politik

Parlamentarischer Vorstoss von Daniel Jositsch zur ethologischen Prüfung von Fischzuchtanlagen (5.10.2012)

 
 

Weiterführende Literatur

  • Tierwohl in NutzfischzuchtenEine Literaturstudie und Analyse des Schweizer Tierschutz STS zur artgerechten Haltung von Nutzfischen (2012).
  • Angeln. Beurteilung durch den Deutschen Tierschutzbund.
  • Ethischer Umgang mit Fischen (2014). Bericht der eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH (pdf).

 

 

Fischhaltung, Fischzucht
 

Artgerechte Fischhaltung - eine Herausforderung

Die Haltung von Fischen ist ein anspruchsvolles Fachgebiet, das sehr viel Knowhow und technische Einrichtungen erfordert. Es gibt eine fast unüberschaubare Zahl von Fischarten, die in den unterschiedlichsten Lebensumgebungen zuhause sind. Man denke an Süss- und Salzwasserfische, deren Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit sich markant unterscheiden. Die Wassertemperatur muss ebenfalls stimmen und vieles mehr: Die einen leben in Fliessgewässern, die anderen benötigen stehendes Wasser; die einen beanspruchen wenig Platz, andere legen riesige Distanzen zurück; es gibt Einzel- und Schwarmfische, Planktonfresser und Raubfische und viele weitere. Will man Fische richtig halten, muss man ziemlich genau wissen, was im Einzelfall erforderlich ist.

 

Viele tierschutzwidrige Haltungsformen

In Zucht- und Hälterungsbecken, in Aquakulturen oder Aquarien werden Fische verschiedenster Arten, Grössen und Sozialsysteme gehalten. Leider finden sich viele tierschutzwidrige Haltungsformen, teils aus Unwissen, teils aber auch aus wirtschaftlichen Gründen (Zucht und Massenhaltung von Speisefischen). Vielfach werden mehrere Arten vergesellschaftet, die gar nicht zueinander passen und die sich gegenseitig beeinträchtigen. Vielfach fehlen genügend Rückzugs- und Ausweichmöglichkeiten, damit Tiere derselben Anlage sich aus dem Weg gehen können.

 

Fische leben zu Millionen als Heimtiere in privaten Aquarien. Meist handelt es sich bei den Haltern um fachkundige Personen. Aquarien sind aber oft blosse Dekorationsobjekte und die Bedürfnisse der Fische interessieren kaum. Typisch für die private Haltung ist auch, dass Fische vielfach falsch behandelt werden, etwa beim Umsetzen, und dadurch in Stress und Angst versetzt werden. Dass sie unbemerkt und ungeahndet massenweise als Billigware sterben oder entsorgt werden, rundet das Bild ihrer Geringschätzung ab.

 

Die Gesetze helfen leider wenig

Wer Nutz- bzw. Speisefische züchtet und in Mastbecken hält, hat tierschützerisch keine hohen Anforderungen zu erfüllen. Vorschriften gibt es bezüglich Besatzdichte, Sauerstoffgehalt, Ammoniak-, Nitrat- Salz- und Kohlenstoffgehalt des Wassers, ph-Wert oder Temperatur. Bestimmungen zur Tiergerechtheit der Haltungssysteme gibt es nicht, lediglich der Umgang mit Fischen und Panzerkrebsen ist auf ein unerlässliches Mass zu beschränken und darf die Tiere nicht unnötig belasten. Schliesslich sind noch Betäubungsmethoden und die Entblutung geregelt.