Nahrungsgrundlagen
 

Das richtige Futter

Nebst geeigneten Plätzen um sich aufzuhalten, sich zu sonnen, sich zu verstecken oder Junge aufzuziehen, brauchen die Wildtiere auch ausreichende und artspezifische Nahrung. Auch hier kann und sollte man die Wildtiere unterstützen. Die Grundlage dafür bilden immer Blumen und Pflanzen, die selber als Nahrung dienen und zudem Insekten anziehen.

STAUDEN
Ein- und mehrjährige Stauden sind oft wahre Insektenmagnete. Je mehr Arten vorhanden sind, desto mehr Insekten werden angelockt. Denn viele Insektenarten sind auf nur wenige oder gar nur eine einzige Pflanzenart spezialisiert. So fliegt beispielsweise die Natterkopf-Mauerbiene bei der Futtersuche ausschliesslich den gemeinen Natterkopf an. Fehlt die Pflanze, kommt auch die Biene nicht vor.
Wichtig ist bei der Wahl der Pflanzen aber zunächst einmal, dass es sich um einheimische Wildstauden handelt. Mit eingeführten Zierpflanzen können unsere Wildtiere meist wenig anfangen. Dann gilt es, die Pflanzen entsprechend dem Standort auszuwählen. Einige Arten eignen sich besonders für sonnige und trockene Stellen, andere bevorzugen feuchtere und schattigere Böden. Falls Sie unsicher sind, welche Pflanzen sich für Ihren Garten eignen, ziehen Sie eine Fachperson zur Beratung heran. Die Pflanzen selber erhalten Sie beispielsweise über die bio-zertifizierte Stiftung Wildstaudengärtnerei Höfli.

STRÄUCHER
Eine vielfältige Hecke mit Sträuchern, Büschen und Kräutern bietet den Tieren nicht nur Schutz, sondern liefert auch Nahrung in Form von Pollen, Nektar, Blättern, Beeren und angelockten Insekten. Auch hier gilt grundsätzlich erstmal: Nur einheimische und standortgerechte Arten pflanzen. Dann gilt es Arten auszuwählen, die von besonders vielen Tieren genutzt werden. Spitzenreiter auf der Beliebtheitsskala bei Vögeln und Säugetieren ist beispielsweise die Vogelbeere, bei den Insekten hingegen die Salweide. Eine interessante Übersicht dazu finden Sie hier. Infos zu Bäumen und Sträuchern im Siedlungsraum bietet auch das Merkblatt von BirdLife. Für weitere Informationen und Hilfe können Sie eine Fachperson zu Rate ziehen. Eine gute Bezugsquelle für Sträucher ist schliesslich der Forstpflanzgarten Finsterloo.

WILDBLUMEN
Wildblumen lassen sich auf dem Balkon, im Blumentopf oder in einem Beet anpflanzen. Sie liefern Bienen und anderen Insekten wertvolle Nahrung. Auch hier ist die Beschaffenheit des Standorts entscheidend für die Wahl des Saatguts. Wichtig ist zudem, dass den Insekten über einen grossen Teil des Jahres Blüten zur Verfügung stehen. Bevorzugen Sie dabei mehrjährige Pflanzen in Bio-Qualität. Empfehlenswerte Mischungen gibt es beispielsweise bei wildBee zu kaufen. Die App "Future Planter" ist ebenfalls speziell auf Bienen ausgerichtet und gibt Ihnen standortgerechte Tipps für die Auswahl der Wildblumen.

TRÄNKEN
Nahrung ist das eine, Wasser das andere. Normalerweise kommen die Tiere mit dem vorhanden Wasserangebot in der Natur gut zu recht. Während besonders heissen Perioden, kann man sie mit einer Tränke unterstützen. Diese lassen sich einfach selber herstellen: Mit Wasser gefüllte Pflanzenuntersetzer eigenen sich beispielsweise wunderbar für Kleintiere, Vögel und Insekten. Sie sollten flach und rutschfest sein und Steine als Ausstiegshilfen bieten. Wenn Sie einen Teil mit Moos auslegen, hilft das besonders den Insekten, besser ans Wasser zu gelangen. Falls auch Vögel darin baden, sollten Sie das Wasser täglich wechseln und die Tränke mindestens einmal wöchentlich reinigen. Platzieren Sie die Tränken zudem nicht zu nah bei Büschen und Sträuchern, damit den Durstigen keine Katze auflauern kann.

 

NÜTZLICHE LINKS

Wildstauden bestellen bei der Wildstaudengärtnerei Höfli

Die Hitparade der Wildsträucher: Welche Arten mögen Vögel, Insekten und Säuger besonders?

Sträucher bestellen beim Forstpflanzgarten Finsterloo

Bäume und Sträucher im Siedlungsraum - Merkblatt von BirdLife

Spezielle Samenmischungen für Wildbienen von wildBee