Lebensraum schaffen
 

Platz für Wildtiere

Einer der wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt ist der fehlende Lebensraum. Tiere benötigen geeignete Orte, um zu ruhen, sich zu verstecken, zu überwintern oder ihre Jungen aufzuziehen. Dabei variieren die Ansprüche beinahe von Art zu Art. Wir zeigen Ihnen hier ein paar Möglichkeiten, wie Sie an und um Ihr Haus neue Lebensräume schaffen können.
 

ASTHAUFEN
Igel nutzen Asthaufen als vorübergehenden Unterschlupf und für ihren Winterschlaf. Aber auch andere Tiere wie Insekten, Würmer und Blindschleichen verkriechen sich gerne darin. Mit wenig Aufwand können auch Sie in Ihrem Garten aus Ästen, Holzscheiten und Laub ein solches Tierhotel bauen. Wie es richtig geht, erklärt Ihnen die Broschüre vom Igelzentrum Zürich.

STEINHAUFEN
Reptilien wärmen sich gerne auf Steinhaufen auf, Schmetterlinge nutzen diese als Paarungsplätze. Auch andere Insekten, Spinnen und Kleintiere wie Wiesel finden hier Unterschlupf. Erst recht, wenn der Steinhaufen genügend Hohlräume und lockeren Untergrund bietet, wenn er Totholz enthält, von Gras umwachsen und zum Teil mit Erde bedeckt ist. Zudem sollte er an einer möglichst besonnten, ungestörten Stelle liegen. Worauf Sie sonst noch achten können, steht in diesem Merkblatt von BirdLife
 

SCHEITERBEIGE
Eine Holzbeige dient als wichtiger Fortpflanzungsort für (Totholz-)Insekten. Sie bietet aber auch Unterschlupf, Warte und Aufzuchtplatz für Reptilien, Amphibien, Wiesel, Igel und Vögel und dient der Rauhautfledermaus als Überwinterungsort. Achten Sie darauf, die Scheiterbeige an einem sonnigen und möglichst vor Regen geschützten Ort aufzubauen. Zwei Meter lang und einen halben Meter breit sollte sie mindestens sein. Wenn Sie an beiden Enden eine Säule kreuzweise aufschichten (siehe Foto), erhöht das die Stabilität und schafft zusätzliche Hohlräume, die beispielsweise der Igel gerne nutzt. Falls Sie das Holz zum Heizen brauchen, dann nehmen Sie immer vom selben Ende und versuchen Sie, über den Winter nicht den ganzen Stapel aufzubrauchen.

OFFENER BODEN ODER SANDBANK
Bienenhotels gibt es mittlerweile erfreulich viele - doch die meisten der über 620 bekannten Wildbienenarten der Schweiz nisten im Boden. Und mindestens die Hälfte davon ist bedroht. Entsprechend freuen sich die Bienen über ein Stück unbepflanzten, sandigen Erdboden in Ihrem Garten und über geeignete, einheimische Wildblumen (siehe auch Nahrungsgrundlagen)! Anleitungen und Tipps, wie Sie die Bienen sonst noch unterstützen können, finden Sie bei wildBee.

FLEDERMAUSKASTEN
30 Fledermausarten gibt es in der Schweiz und ihr Lebensraum schwindet. Mit einem Fledermauskasten an der Hauswand können Sie etwas dagegen tun. Die Fledermäuse ziehen darin im Frühjahr und Sommer ihre Jungen gross. Je nach Modell können sie ihn auch als Winterquartier nutzen. Beim ZT haben wir unseren Kasten nach dem Bauplan der Stiftung Fledermausschutz selber gebaut. Wichtig: Es kann ein paar Jahre dauern, bis er von den Fledermäusen angenommen wird. Nebst dem fehlenden Lebensraum haben die Fledermäuse auch mit dem Insektenschwund zu kämpfen. Pflanzen Sie also unbedingt auch einheimische Wildblumen in Ihrem Garten oder auf dem Balkon. Diese locken Insekten an und sorgen damit für Futter für die Fledermäuse.

VOGELHAUS
Es gehört zu den Freuden des Frühlings, ein Vogelpaar bei der Jungenaufzucht zu beobachten. Mit dem richtigen Nistkasten können Sie Vögel dabei gezielt fördern. Informieren Sie sich beispielsweise bei BirdLife, welche Arten bei Ihnen am dringendsten Unterstützung brauchen und bestellen Sie den passenden Nistkasten. Empfehlenswert sind die Kästen der Marke Schwegler. Diese finden Sie unter anderem bei Pik Pik. Stellen Sie beim Anbringen zudem sicher, dass die Katze nicht an den Nistkasten gelangt, z.B. mit einem Abwehrgürtel.

STRÄUCHERHECKE
Eine vielfältige Hecke mit Sträuchern, Büschen und Kräutern bietet Schutz und Futter für Vögel, Spinnen, Insekten und allerlei weitere Tierarten. Ganz wichtig: Verwenden Sie für die Hecke nur einheimische Wildsträucher - importierte Pflanzen können unsere Tiere kaum nutzen. Umfassende Infos zu Bäumen und Sträuchern im Siedlungsraum bietet das Merkblatt von BirdLife.

 

NÜTZLICHE LINKS

Mission B: Melden Sie neue Biodiversitäts-Flächen auf der Plattform von SRF an!

Anleitung für einen Ast-Laub-Haufen für Igel

So bauen Sie einen richtigen Steinhaufen für Reptilien & Co.

Nistplätze für Erdbienen anbieten

Hier finden Sie Tipps zum Kauf von Fledermaus-Kästen

Bei PikPik können Sie Vogel-Nistkästen und Katzen-abwehrgürtel bestellen