Hindernisse und Fallen
 

Vorsicht Falle!

In unseren Gärten gibt es viele potenzielle Barrieren und mitunter tödliche Fallen für Wildtiere. Mit einfachen Massnahmen und etwas Sorgfalt lassen sich diese aber meist gut vermeiden oder entschärfen. Wir zählen hier einige wichtige Problemfelder auf. Weitere Links finden Sie im Kasten auf der rechten Seite.

ZÄUNE UND ABSÄTZE
Zäune, Mauern und Randsteine stellen für Igel, Amphibien und andere Arten oft unüberwindbare Hindernisse dar. Setzen Sie auf Hecken statt auf Mauern, ziehen Sie Zäune nicht bis zum Boden oder lassen Sie den Tieren zumindest ein faustgrosses Schlupfloch in der Mauer. Absätze von mehr als 20 cm können Sie hingegen mit einer simplen Rampe oder Treppe aus Holzblöcken oder Ziegelsteinen entschärfen. So können Igel, Kröte und Co. von Garten zu Garten ziehen und müssen seltener die gefährliche Strasse überqueren.

GLASSCHEIBEN
Fensterscheiben und Glasfassaden sind verheerend für Vögel. Allein in der Schweiz sterben jährlich Hunderttausende bei Kollisionen. Die beste Art, das Problem zu entschärfen, besteht darin, bereits beim Bau gemustertes, mattiertes oder anderweitig sichtbar gemachtes Glas zu verwenden oder auf andere bauliche Massnahmen als senkrechte Fenster zu setzen. Nachträglich lässt sich Glas beispielsweise mit hellen Vorhängen, durch Kinder angebrachte Fensterfarben oder Mückennetze sichtbar machen. Eine andere Möglichkeit besteht im Anbringen spezieller Aufkleber auf der Aussenseite der Fenster. Bei der Vogelwarte sind verschiedene Modelle erhältlich. Nicht wirksam sind hingegen Silhouetten von Raubvögeln.

LICHTVERSCHMUTZUNG
Unsere Welt ist zu hell, auch in der Nacht. Die fehlende Dunkelheit beeinträchtigt den Schlaf der Wildtiere und auch von uns Menschen. Nachtaktive Insekten werden hingegen durch das Licht angezogen oder in ihrer Orientierung gestört und so wird eine Lampe schnell zur mitunter tödlichen Falle. Vermeiden Sie darum unnötiges Licht in Ihrem Garten, indem Sie nur wenige Lampen aufstellen und diese mit einem Bewegungsmelder sowie warmweissem LED-Licht ausstatten.

SCHÄCHTE, EIMER, POOLS
Lichtschächte von Kellerfenstern sind bekannte Fallen für Kleintiere. Mäuse, Amphibien, Spitzmäuse, Igel, Käfer, Schnecken - alle fallen sie hinein, kommen aufgrund der glatten, steilen Wände aber nicht mehr heraus und verhungern oder verdursten über kurz oder lang. Gleiches gilt für steile Kellertreppen, leere Eimer und Blumentöpfe. Bei vollen Regentonnen und Swimmingpools besteht hingegen die Gefahr, dass die Tiere nach dem Hineinfallen ertrinken. Die Lösung ist einfach: Entweder die Öffnung mit engmaschigen Netzen oder Blachen abdecken, Ausstiegshilfen aus Brettern, Steinen oder Zwischenstufen abringen, oder mit erhöhten Rändern verhindern, dass die kurzbeinigen Tiere überhaupt erst in das Loch fallen können.

NETZE
Insbesondere Vögel aber auch Igel können sich hoffnungslos in grobmaschigen Netzen bei Gemüsebeeten oder um Obstbäume verfangen. Falls wirklich nötig benutzen Sie darum engmaschige Netze und spannen Sie sie so gut wie möglich. Zudem sollten Sie die Netze um Bäume mit genügend Abstand zum Boden am Stamm zusammenbinden, so dass keine Tiere von unten hineingelangen.

 

NÜTZLICHE LINKS

Merkblatt zum Thema Vogelkollision am Glas der Vogelwarte und von BirdLife

Vogelschutz-Folien in verschiedenen Formen

Weitere Tipps, um Fallen zu vermeiden von Pronatura und BirdLife

Buchtipp: "Wildtiere - Hausfreunde und Störenfriede"