Portrait
 

Sarah Padrutt

 

 

 

Sarah verstärkt unser Team seit August 2018, schwergewichtig im Tierhaus-Büro und -Empfang. 

 

 

 

 

 

Du hast schon von klein an Tiere um dich herum gehabt. Welche?

Ich bin mit Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Hühnern und Kaninchen gross geworden. Ausserdem hat mein Grossvater früher Kaninchen gezüchtet und ich war oft dort und habe geholfen, sie zu versorgen. Meine älteren Brüder waren begeistert von Schlangen, angefangen hat es mit einer Kornnatter, später züchteten sie dann Königspythons. Wir hatten auch einen Fischteich mit Kois und Enten. Meine ältere Schwester hatte zudem ein Pflegepferd, welches sie später übernommen hat, ich habe sie ab und zu zum Reiten begleitet.

 

Du hast zuvor das KV gemacht und dann längere Zeit im Büro gearbeitet. Nebenbei hast du die Ausbildung zur FBA Tierbetreuerin absolviert – hier bei uns. Was gab den Ausschlag, dich zur Tierbetreuerin ausbilden zu lassen?

Genau. Die kaufmännische Lehre habe ich bei einer Grossbank gemacht, insgesamt war ich 11 Jahre dort. Zuletzt war ich im Personalbereich als Prozessspezialistin tätig. Nach all den Jahren wollte ich einen Tapetenwechsel und etwas machen, was mir Spass macht, mich erfüllt und in meinen Augen sinnvoll ist. Für mich war auch klar, dass ich eines Tages einen Hund haben möchte und ich somit mein Leben früher oder später «hundegerecht» gestalten muss. Obwohl ich schon immer eine Begeisterung für Tiere hatte, war ich nicht sicher, ob ich dieser Herausforderung gewachsen bin, denn es braucht mehr als nur «tierlieb» zu sein. Der FBA war für mich eine Chance, herauszufinden, ob ich meine Leidenschaft zum Beruf machen will und kann.

 

 

Kaum hattest du deine Ausbildung abgeschlossen und uns verlassen, warst du auch schon wieder zurück bei uns. Du bist jetzt vorwiegend im Tierheimbüro und am Empfang tätig, trotzdem hast du natürlich Kontakt zu unseren Tieren. Sicherlich hast du deine persönlichen Favoriten. Welche sind das, und was zeichnet sie (und die Arbeit mit ihnen) aus?

Ich bin ein Hunde- und Katzenfan – ich will mich auch gar nicht entscheiden, ob ich nun ein Hundemensch oder Katzenmensch bin (es heisst ja, es gibt nur das eine oder andere, diese Meinung teile ich aber nicht ;-) ). Beide Tiere haben ihre Eigenheiten und sind auf ihre Art und Weise faszinierend. Zuhause habe ich zwei Katzen, ich schätze ihren eigenwilligen Charakter und ihre Selbstständigkeit, sie lassen sich nicht sagen, was sie tun sollen. Trotzdem geben sie einem wahnsinnig viel, halt einfach nur dann, wenn sie gerade Lust haben. Bei Hunden finde ich es wiederum toll, dass man mit ihnen arbeiten kann und sie einem als treue Gefährten zur Seite stehen. Wenn man es richtig macht, hat man einen Freund, der mit einem durch dick und dünn geht. Ich freue mich schon sehr darauf, bald auch einen Hund an meiner Seite zu haben, jetzt im Tierheim habe ich ja die Möglichkeit dazu :-).

 

Oft werden Tiere aus fragwürdigen Umständen im Tierheim abgegeben, wo klar wird, dass die Halter einfach keine Lust mehr auf ihr Tier haben. Als mitfühlender Mensch ist das nur schwer verständlich. Wie gehst du damit um?

Als ich meine Katzen vor drei Jahren aus dem Tierheim adoptiert habe, war für mich klar, dass ich eine grosse Verpflichtung eingehe, da sie mich hoffentlich noch viele Jahre begleiten. Ich habe mir dies gut überlegt und mir alle möglichen Szenarien durch den Kopf gehen lassen: Was mache ich, wenn ich in die Ferien will? Kann ich für die Tierarztkosten aufkommen? Was bedeutet es generell für mich und mein Leben, ein Haustier zu haben und bin ich auch bereit, auf etwas zu verzichten? Es war eine bewusste Entscheidung für meine zwei Katzen und ich bin wahnsinnig froh, denn sie bereichern mein Leben. Für mich ist es also ziemlich schwierig, nachzuvollziehen, wenn jemand plötzlich keine Lust mehr hat und sein Tier im Tierheim landet. Dennoch finde ich es gut, wenn man sich eingesteht, dass man nicht mehr für sein Tier sorgen kann oder will und man sich dann bei uns meldet. Somit können wir ein neues Zuhause für das Tier finden und das Tier hat eine Chance auf einen Neuanfang. Es wäre viel schlimmer, würde das Tier ausgesetzt oder nicht mehr genügend gepflegt und beschäftigt werden.