Portrait
 

Fabienne Müller

Fabienne hat nach ihrer Ausbildung zur diplomierten Tierpflegerin gut sieben Jahre beim Innerschweizer Tierschutzverein gearbeitet und stiess im Juli 2015 kurz vor dem Umzug vom Zeltprovisorium in das neue Tierhaus zu uns.

 

 

Bei deiner vorherigen Stelle hast du dich vor allem um Katzen gekümmert, im Tierheim-Provisorium während des Tierheimumbaus um alle Tiere vom Meerschweinchen über die Katze bis zum Hund, und nun bist du wieder schwerpunktmässig bei den Katzen gelandet. Weshalb Katzen, bedeuten sie dir besonders viel?
Vorher arbeitete ich in einem Tierheim mit Schwerpunkt Katzen. Wir hatten noch diverse Kleintiere und betreuten eine Auffangstation für Igel. Katzen sind faszinierende Tiere. Ihr Charakter kann so unterschiedlich sein. Auch kommunizieren sie klar und deutlich. Doch nicht immer verstehen wir wieso und warum. Ich möchte mich auf diesem Gebiet noch weiterbilden. Man kann nicht sagen, dass ich jede Katze mag. Auch nicht jede Katze mag mich. So sind Katzen halt. :-)  Ob ich mir das selber ausgesucht habe? Ein Stück weit sicher schon. Doch ich geniesse es sehr, auch mit anderen Tierarten zusammen zu arbeiten.

 

Du hast das provisorisch eingerichtete Tierheim im Zelt noch erlebt und den Umzug und nun arbeitest du im vielleicht modernsten Tierheim der Schweiz, dem Tierhaus des Zürcher Tierschutz. Wie hast du den Umzug erlebt?
Ich erinnere mich daran, dass der Umzug teils etwas chaotisch war. Es musste dann plötzlich etwas zügiger voran gehen, da das Provisorium bald abgerissen werden sollte. Zu dieser Zeit war das Wetter super, leider auch richtig heiss und schweisstreibend. Einige Kratzer und blaue Flecken haben wir wahrscheinlich alle davon getragen. Auch heute ist noch nicht alles im grossen, neuen Gebäude am richtigen Ort untergebracht. Es wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis alles korrekt verstaut ist.

 

Wie habt ihr euch mittlerweile im neuen Tierhaus eingelebt? Was läuft gut, was noch weniger gut?
Wir haben uns nach einem guten halben Jahr schon sehr gut eingelebt. Es werden immer mal wieder Kleinigkeiten angepasst. Ich denke, jeder hat schon seine optionalen Abläufe gefunden. Was noch nicht so gut läuft. Hmm... das ist noch schwierig zu sagen. Ich denke, die Kundenbetreuung weist noch Verbesserungspotential auf. Das Gebäude ist so gross und im Empfang ist nicht immer jemand anzutreffen. Klingelt ein Kunde am Empfang, kann es etwas dauern, bis er bedient wird.


Was sind die schönen, was die weniger schönen Momente in deinem Berufsleben?
Schöne Momente gibt es dann, wenn man einem Tier helfen kann. Wenn wir einem Tier zu mehr Gesundheit und Wohlergehen helfen können, oder wenn ein Tier einen neuen geeigneten Platz erhält, erfüllt uns das immer wieder mit Stolz und Freude. Ein leidendes totkrankes Tier zu erlösen stimmt uns sehr traurig. Unter welch erbärmlichen Bedingungen Tiere oft gehalten werden, erschüttert mich immer wieder von neuem. Viel zu kleine Gehege, alles verschmutzt, unbehandelte kranke Tiere sind leider keine Seltenheit.

 

Zurzeit sammeln verschiedene Tierschutzorganisationen, darunter auch der Zürcher Tierschutz, Unterschriften für eine Petition, die eine Katzen-Kastrationspflicht einführen möchte. Du unterstützt sie, weshalb?
Freilebende unkastrierte Katzen übertragen viele Krankheiten und vermehren sich unkontrolliert. Oftmals sind die Tiere in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Da sich niemand für diese Tiere verantwortlich fühlt, erleben die Katzen oft einen schrecklichen und qualvollen Tod. Die Kastration hilft die Populationen in einem kleineren Rahmen zu halten es werden weniger Krankheiten übertragen. Die Tiere sind gesünder und legen oftmals besser an Gewicht zu.


Hinter tierischen Schicksalen stehen häufig auch menschliche Schicksale und umgekehrt. Dies z.B. dann, wenn uns eine Person ein Tier bringt, weil sie ins Spital oder Altersheim muss und weiss, dass sie kaum mehr nach Hause zurückkehren wird. Wie gehst du mit solchen Momenten um?
Tiere geben uns Menschen so viel, das kann man kaum in Worte fassen. Den Entscheid zu fällen, sein geliebtes Tier wegzugeben muss unheimlich schwer sein. Niemand weiss, was uns die Zukunft bringen wird. Wem kann ich bei einem Notfall das Tier anvertrauen und dabei sicher sein, dass es ihm in Zukunft gut geht? Das ist eine wichtige Überlegung. Auch in solchen Fällen ist der Zürcher Tierschutz eine kompetente Anlaufstation und hilft den schwer geplagten Menschen mit Rat und Tat.


Eine deiner grossen privaten Leidenschaften ist das Tauchen. 
Schon seit einigen Jahren haben mein Mann und ich das Tauchen entdeckt. Wenn immer in den Ferien möglich gehen wir tauchen. Wenn ich unter Wasser bin und den unzähligen Tieren unter Wasser zuschaue vergeht die Zeit wie im Nu. In den verschiedenen Ländern, in denen wir Tauchen waren, gab es immer wieder Neues zu entdecken. Die Vielfalt an Tieren ist riesengross. Ein Aquarium zu Hause ist damit nicht vergleichbar.