Schlangen
 

Eleganz - ohne Beine

In Schweizer Haushalten finden sich unterschiedliche Schlangenarten. Zu den bekannteren gehören Kornnatter, Königspython und Boa constrictor. Trotz vieler Unterschiede haben diese drei Arten einige Gemeinsamkeiten: Die rein tierische Ernährung, die regelmässige Häutung und das lebenslange (wenn auch langsame) Wachstum. Wichtig ist, sich vor der Anschaffung umfassend zu informieren und sich von einem Spezialisten beraten zu lassen.

 

Gesetzliches

Das Gesetz macht nicht für jede einzelne Art konkrete Vorgaben. Vielmehr ist die Körperlänge für die Grösse des Terrariums relevant. Für eine tiergerechte Haltung sind aber die arteigenen Bedürfnisse zu beachten. Für gewisse Schlangenarten ist eine Haltebewilligung und ein Sachkundenachweis notwendig. Dazu gehören fast alle Giftschlangen und Arten, die länger als 3m werden.

 

Biologie und Verhalten

Schlangen sind wie alle Reptilien wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Aussentemperatur abhängig ist. Sie wachsen ihr ganzes Leben lang, weshalb sie sich regelmässig häuten. Alle Schlangenarten fressen tierische Nahrung.  Sie ernähren sich von frisch erlegten Beutetieren wie Säugetieren, Vögeln oder Vogeleiern, Fischen, Fröschen oder anderen Reptilien, die sie als Ganzes verschlingen. Je nach angestammtem Lebensraum machen sie eine Winter- bzw. Kältestarre. Die meisten Schlangen sind eierlegend. Es gibt aber auch lebendgebärende Arten. Viele für Heimtierhaltung beliebte Schlangenarten sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich in ein Versteck zurück. Gewisse Arten - wie Kornnatter oder Boa constrictor - sind gut erforscht, während zu anderen Arten - wie etwa Königspython - weitreichende Kenntnisse zu Biologie und Verhalten fehlen.

 

Haltungsfragen

Schlangen sind Wildtiere, sie suchen von sich aus keine Nähe zum Menschen. So verschieden Herkunft und Lebensgewohnheiten der vielen Arten sind, so verschieden sind auch ihre Haltungsansprüche. Schlangen werden in grossen Terrarien gehalten. Dazu muss ausreichend Platz und ein geeigneter Ort in der Wohnung vorhanden sein. Mit Hilfe der Einrichtung wird der natürliche Lebensraum nachgeahmt. Verstecke wie Höhlen, Einstreu und Bepflanzung gehören zur Grundausstattung dazu. Auch Klettermöglichkeiten nehmen einige Arten sehr gerne an. Hingegen sollte bei ungeschickten Kletterern, wie etwa der Königspython, darauf geachtet werden, dass die Tiere sich auf keinen Fall bei einem Sturz verletzen können. Nebst der Einrichtung muss auch das Klima stimmen: Temperaturzonen mit Hotspots, Luftfeuchtigkeit und Lichtquellen müssen den Bedürfnissen genau angepasst werden. Stimmen diese Faktoren nicht, kann dies zu grossem Leid und gesundheitlichen Problemen führen. Die Fütterung ist für neue Schlangenbesitzer gewöhnungsbedürftig. Die gefrorenen Nager müssen aufgetaut und warm der Schlange angeboten werden. Viele Schlangenarten haben bei guter Haltung und Fütterung eine hohe Lebenserwartung. Eine gesunde Kornnatter kann 20 Jahre alt werden, eine Königspython sogar 40 Jahre. Vor der Anschaffung muss deshalb die Bereitschaft da sein, eine jahrelange Verpflichtung einzugehen.

Wer sich für das Halten einer Schlange interessiert, sollte sich unbedingt ausführlich über die verschiedenen Arten informieren. Tierheime, die Schlangen vermitteln, sind gerne bereit, eine Beratung anzubieten. Die Tiere sollten nur in Ausnahmefällen bei einem Züchter gekauft werden, sondern wenn immer möglich von einem Tierheim oder einer Auffangstation bezogen werden. Bei Züchtern ist in jedem Fall dessen Professionalität und Seriösität zu prüfen. Von Wildfängen oder extremen Farbzuchten ist strikte abzusehen. Private Halter sollten unbedingt auf eine Vermehrung der Schlangen verzichten.

 

Gesundheitsfragen

Wie bei allen Heimtieren müssen die Gesundheit und das Verhalten auch bei Schlangen regelmässig durch den Besitzer kontrolliert werden. Frisst und verdaut die Schlange gut? Bewegt sie sich normal? Sind keine Verletzungen am Schuppenkleid sichtbar? Häutet sie sich gut? Hautparasiten wie Milben und Parasiten im Verdauungstrakt, etwa Einzeller oder Fadenwürmer, sind nicht selten. Recht häufig treten Viruserkrankungen der Atemwege auf, diese sind umgehend zu behandeln. Auch Pilzinfektionen müssen  regelmässig ausgeschlossen werden. Mangelerscheinungen durch unzureichende oder gar falsche Fütterung oder durch eine ungeeignete Lichtquelle führen zu Knochenfehlbildungen. Dies bleibt leider oft jahrelang unbemerkt und das Ausmass wird erst in einem Röntgenbild ersichtlich. Die Tiere leiden aber sehr darunter. Auch Überfütterung muss unbedingt vermieden werden, da die Tiere sonst an Verfettung eingehen. Schlangenarten, die Winterruhe halten, müssen gut darauf vorbereitet werden. Sie sollten gut ernährt und in einem gesundheitlich einwandfreien Zustand sein.

Es empfiehlt sich, einmal im Jahr einen Kontrolltermin bei einem Tierarzt mit Fachwissen im Bereich Schlangen zu vereinbaren. Zugleich sollte immer eine Kotuntersuchung durchgeführt werden, um einen Parasitenbefall im Darm auszuschliessen. Idealerweise findet die jährliche Kontrolle kurz vor der Winterruhe statt. Das Tierspital Zürich bietet einen umfassenden Gesundheitscheck für Schlangen an.

 

Ein Fall für Kenner

 
© sipa / pixabay.com
 

Nützliche Informationen