Exoten
 

Faszination des Aussergewöhnlichen

Die Farben und Formen der Tropen ins Wohnzimmer zu holen ist verlockend. Exotische Tiere sind wunderschön anzusehen und hochinteressant. Doch eine Wohnung ist so ganz anders als ihr natürlicher Lebensraum, und die Haltung stellt deshalb höchste Ansprüche an den Tierhalter. Dass Krokodile in der Badewanne oder Geparden im Wohnzimmer nicht gehalten werden können, ist jedem klar. Doch auch für die Haltung von kleineren Exoten wie Vogelspinnen, Fröschen aus dem Regenwald oder Geckos, ist spezifisches Fachwissen unerlässlich. Ausserdem sind viele dieser Tierarten sehr langlebig, für sie muss  jahrzehntelang eine optimale Betreuung gewährleistet werden. Aus Tierschutzsicht sind deshalb exotische Tiere in einem Privathaushalt nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.

 

Häufige Tierschutzprobleme

  • Exoten sind Wildtiere. Anders als beispielsweise Hund oder Katze - die über viele Generationen zu Haustieren geworden sind - bleiben Exoten Wildtiere, die an das Leben in der freien Natur angepasst sind. Sie stellen deshalb besonders hohe Ansprüche an die Haltung.
  • Exoten können aus Wildfängen stammen. Wilde Exemplare, die in Wohnzimmern landen, gibt es immer noch zuhauf. Diese Tiere durchlaufen unvorstellbare Strapazen, viele überleben die Reise bis in die Verkaufsstelle gar nicht. Häufig gehören sie bedrohten Arten an. Je nach Fangmethode werden auch zahlreiche weitere Tierarten in Mitleidenschaft gezogen, indem Lebensräume gestört und Fehlfänge anderer Tierarten in Kauf genommen werden.
  • Exoten leiden still und lange. Wildtiere haben spezifische Bedürfnisse, die sich nach dem natürlichen Lebensraum richten. Wenn etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse oder Futter in Gefangenschaft nicht stimmen, leiden die Tiere unbemerkt. Die Haltung erfordert daher fundiertes Fachwissen sowie eine aufwändige technische Ausrüstung. Ansonsten werden die Tiere wegen Haltungs- und Fütterungsfehlern krank, leiden jahrelang und gehen zuletzt ein.
  • Exoten werden nicht selten ausgesetzt. Überforderte Halter wissen sich gelegentlich nicht anders zu helfen, als das Tier irgendwo zurückzulassen. Tropenschildkröten in öffentlichen Weihern, Papageien im Stadtpark oder gar Vogelspinnen in der Masoalahalle im Zürcher Zoo - immer wieder werden ausgesetzte Exoten aufgefunden. Diejenigen, die nicht gefunden werden, erfrieren, verhungern oder verenden aus anderen Gründen.
  • Manche Exoten sind nicht ausreichend erforscht. Zu gewissen exotischen Heimtieren liegen sehr wenige Informationen über ihr Leben in freier Wildbahn vor. Aus Tierschutzsicht ist die Haltung solcher Arten mehr als fragwürdig.

Wir empfehlen deshalb, Exoten den Tierhaltungsprofis zu überlassen.

 

Überfordert?

Der Zürcher Tierschutz nimmt gewisse exotische Tierarten seit der Eröffnung des Exotenzimmers auf. In der Schweiz gibt es wenige Auffangstationen, die exotische Tiere aufnehmen und an professionelle Halter weiter vermitteln. Kontaktinformationen finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite.

Auf gar keinen Fall dürfen die Tiere ausgesetzt werden!

 

Gesetzliche Vorschriften zu Wildtieren

Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung enthält zahlreiche Vorgaben zur Haltung von Wildtieren. Diese Vorgaben sind meist nur für entsprechend ausgerüstete Profis erfüllbar. Ausserdem ist für viele exotische Tierarten eine Bewilligung notwendig.

 

Alternativen zur privaten Exotenhaltung

Zoos verfügen über eine grosse Zahl von exotischen Tieren, zu denen eingehende Informationen verfügbar sind und für die auch Patenschaften übernommen werden können. In einigen Zoos gibt es sogar die Möglichkeit, einen Besuch mit dem Tierpfleger beim Zootier zu machen und dieses ganz aus der Nähe zu erleben.

 

Ein Fall für den Profi

Pfeilgiftfrosch
© R. Sollberger
 

Weitere Informationen

 

Von der Anschaffung von Exoten raten wir ab.