Und der Gründer?
 

Optimistisches Fazit

Pfarrer Wolff darf wohl für seine Zeit zu Recht als Visionär bezeichnet werden. Er dachte schon früh über die Kantonsgrenzen hinweg. So machte er sich schon kurz nach der Gründung des Zürcher Tierschutz Gedanken darüber, wie der Tierschutz auch auf nationaler Ebene gestärkt werden könnte.

Nur gerade fünf Jahre nach dem Zürcher Tierschutz gründete er zusammen mit 11 weiteren Männern den Schweizer Tierschutzverein (heute Schweizer Tierschutz), den er gleich selbst präsidierte. Doch damit nicht genug: Seit 1889 amtete er als Präsident der Gesellschaft zur Gründung eines Zoos in Zürich, dessen Bau allerdings erst lange nach seinem Tod an die Hand genommen wurde.

1900 wurde für Pfarrer Wolff und seine Mitstreiter beim Zürcher Tierschutz ein trauriges Jahr. Er ging in den Augen vieler Vereinsmitglieder zu wenig energisch gegen Tierversuche in der Wissenschaft vor und wurde mit dem ganzen Vorstand an der Mitgliederversammlung abgewählt. Zwei Jahre später gab Wolff auch das Präsidium des Schweizer Tierschutzvereins ab.

Kurz vor seinem Tod 1903 zog Pfarrer Wolff trotzdem ein optimistisches Fazit: "Es hat sich - und das ist zunächst ein unbestreitbares Verdienst der Thierschutzvereine und ihrer Vertreter - mehr und mehr eine öffentliche Meinung gebildet, nach welcher ein vernünftiger Thierschutz nicht mehr als eine absonderliche Sache von sentimentalen Querköpfen betrachtet wird, sondern als eine ernste Pflicht aller wohldenkenden, einsichtigen und mitleidfähigen Menschen...”

 

Geschichten eines Tierschützers