Politische Erfolge
 

Von den Anfängen zur Neuzeit

Der Zürcher Tierschutz machte sich als "Verein gegen Thierquälerei" voller Elan an die Arbeit. Schon im ersten Jahresbericht durfte Wolff die Inkraftsetzung des ersten Zürcher Tierschutzgesetzes feiern, das Tierquälerei unter Strafe stellte. Verboten war fortan die „Quälerei von Thieren durch übermässige Anstrengung, Entziehen der nothwendigen Nahrung, schonungslose und grausame Behandlung, rohe Verstümmelung oder muthwillige Tödtung“, wenn es in einer Ärgernis erregenden Weise erfolgte. Vorwiegend Fuhrmänner, die ihre Zugpferde, Maultiere und Esel schlecht behandelten, wurden vor den Kadi gerufen. Meist kamen sie mit einer geringen Geldstrafe davon.
Fortschritte wurden auch bei den Tiertransporten gemacht. Wurden Kälber früher geknebelt und gestapelt auf Wagen gebunden, waren solche Praktiken glücklicherweise nicht mehr länger erlaubt.

Der Zürcher Tierschutz nahm auch schon früh das Schlachten von Tieren genauer unter die Lupe. Ein Dorn in seinem Auge war insbesondere das damals noch übliche Schächten, bei dem die Tiere ohne vorherige Betäubung ausgeblutet werden. Er lancierte die erste Verfassungsinitiative überhaupt und gewann sie 1893 klar. 60% der Schweizerinnen und Schweizer sprachen sich für ein Verbot des Schächtens von Säugetieren aus. Ein grosser Erfolg für Pfarrer Wolff und den noch jungen Tierschutzverein.

Der Nutztierschutz beschäftigt den Zürcher Tierschutz noch heute

Auch die Jagd wurde früh zum Thema beim Zürcher Tierschutz. Fast auf alles, was sich noch vor 100 Jahren in unseren Wäldern und auf den Feldern auf vier Beinen oder mit zwei Flügeln fortbewegte und das sich zum Essen eignete oder das möglicherweise für den Menschen hätte schädlich sein können, wurde geschossen. 1929 setzte sich der Zürcher Tierschutz im Kanton Zürich durch: Es wurde ein Reviersystem eingeführt, wodurch die Jagd in geordnetere Bahnen gelenkt wurde. Dies kam nicht nur dem Tierschutz, sondern auch dem Artenschutz zugute. Seither engagiert sich der Zürcher immer wieder für den Tierschutz auf der Jagd. Aktuell nimmt er an Gesprächen zur Revision der Jagdgesetzgebung im Kanton Zürich teil.

1969 folgte ein weiterer Meilenstein: Mit dem Zürcher Tierschutz im Hintergrund reichte das Vorstandsmitglied Fritz Bucher eine Motion ein mit dem Ziel, ein modernes kantonales Zürcher Tierschutzgesetz zu erlassen. Der Wunsch ging in Erfüllung, und nicht nur das: Dieses Gesetz gab den Anstoss für das 1973 in Kraft getretene erste eidgenössische Tierschutzgesetz, dem 1981 die eidgenössische Tierschutzverordnung folgte. 

Seit 1992 hat der Verein je einen festen Sitz in der kantonalen Tierschutz- und in der Tierversuchskommission.

Bei welchen politischen Aktivitäten der Zürcher Tierschutz in den letzten Jahren engagiert war, finden Sie hier 

 

Gequälte Nutztiere