Früh übt sich
 

Vom Schwan bis zum Ferienplausch

Schon in seinem ersten Jahr (1856) legte der Zürcher Tierschutz grossen Wert auf die Sensibilisierung der Bevölkerung zu Tierschutzfragen – kein Wunder, war damals Tierschutz doch noch weitgehend ein Fremdwort. Um auch die Jugend zu erreichen, führte der Verein deshalb ein Ideenwettbewerb zur Schaffung einer Jugendschrift durch.

1869 gründete der Zürcher Tierschutz die Schwanenkolonie an der Limmat beim Helmhaus mit dem Ziel, die Bevölkerung für die Schönheit der Tierwelt und deren Schutzbedarf zu sensibilisieren. Sie bestand anfänglich aus vier Höckerschwänen - eine grosse Sensation, denn die aus Asien stammenden Höckerschwäne galten damals noch als Rarität. Ein Jahr später wurde die Kolonie durch zwei schwarze Trauerschwäne aus Donaueschingen erweitert. Deren Fortpflanzung erwies sich als ausgesprochen schwierig – es sollte einfach keinen Nachwuchs geben. Wie sich später herausstellte, lag dies daran, dass der Lieferant zwei Männchen geliefert hatte...

Um doch noch Nachwuchs zu erhalten, kauften die Zürcher Tierschützer beim Spitalverwalter von St. Gallen ein Pärchen zu, zu einem Freundschaftspreis von 250 Franken statt dem regulären Preis von 300 Franken. Eine grosse Investition für die damalige Zeit. Immerhin lohnte sich diese Aktion, denn bald war auch für Nachwuchs bei den Trauerschwänen gesorgt. Ganz besonders prächtig jedoch gediehen die Höckerschwäne. Bald machten sich die ersten Jungtiere aus dem Staub und besiedelten nebst der Limmat den Schanzengraben und den gesamten Zürichsee bis Rapperswil.

Schon früh aber zeigten sich Wolken am Ufer der Limmat. Obwohl die Stadt die Kosten für den Schwanenwärter übernahm, erwies sich die langfristige Finanzierung der Schwanenkolonie als schwierig. Ein Spendenaufruf des Vereins brachte zwar etwas Geld ein, aber nicht im erhofften Ausmass. 1894 übernahm deshalb die Stadt Zürich die Schwanenkolonie komplett. Knapp 100 Jahre später war die Kolonie Geschichte: 1992 entschied der Zürcher Stadtrat, das Gehege für die Wasservögel aufzuheben, was ein Jahr darauf auch geschah. Die noch verbliebenen Tiere wurden am Zürichhorn in die Freiheit entlassen.

1999 setzte der Zürcher Tierschutz in einem ganz anderen Bereich neue Massstäbe: Sein Webportal wurde beim nationalen Multimedia Award aus 240 eingereichten Arbeiten zur „Best Education Site“ gewählt.

Der Fokus der aktuellen Jugendarbeit richtet sich trotz Webpräsenz, Facebook und ganz neu Youtube wieder verstärkt auf den direkten Tierkontakt. Ferienplausch-Angebote auf Bauernhöfen, ins Zoologische Museum, Führungen durch das Tierheim oder Heimtierworkshops sollen Kinder und Jugendliche dazu bringen, Verständnis für die Tiere und ihre Bedürfnisse aufzubauen. Das aktuelle Angebot für Kinder und Jugendliche ist wie immer sehr gefragt und die Plätze sind meist rasch ausgebucht. 

 

Die Schwanenkolonie