Die Gründung
 

Am Anfang stand der Pfarrer

Der Anblick erschöpfter, unterernährter Pferde, geschlagener Ochsen oder geknebelter Kälber muss Frau Vögeli-Holzhalb schwer zu schaffen gemacht haben. Schliesslich war sie es, die an einem schönen Augustabend um das Jahr 1850 herum Pfarrer Philipp Heinrich Wolff aus dem Zürcherischen Weiningen aufsuchte. Dieser erinnerte sich später an jene Begegnung: „Eine Frau, reich an Geist und Herz, für Thierschutz im innersten Wesen und von aussen angeregt, sagte nach längerer Unterhaltung: Wir wollen in Zürich einen Thierschutzverein gründen, und Sie sind der Mann dazu, es ins Werk zu setzen, probieren Sie`s!“ So wollte es die Tradition zu jener Zeit – die Frauen aus bürgerlichem Hause blieben im Hintergrund und suchten nach einem gleich gesinnten Mann, der ihre Interessen aufnahm.

 

Bei Pfarrer Wolff jedenfalls stiess Frau Vögeli-Holzhalb auf offene Ohren. Er schuf den gewünschten „Thierschutzverein“ im Jahr 1856 im alten Casino in Zürich. Beachtliche 300 Mitglieder konnte er für die Gründungsversammlung zusammen bringen. Der weltoffene Kantonsrat verstand es, den Graben zwischen Stadt und Land zu überbrücken. Er wurde gleich selbst zum Präsidenten des „Vereins gegen Thierquälerei“, dem späteren Zürcher Tierschutz gewählt. Ziel des Vereins: „Misshandlungen und Quälereien jeder Art gegen die Thiere möglichst zu verhindern und überhaupt humane Gesinnung unter dem Volke zu befördern“. Das Jahr 1856 markierte den Beginn einer Bewegung für die Rechte der Tiere - erst im Kanton Zürich, bald aber auch schweizweit. 

 

Die Gründung