Portrait
 

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin

Bea Roth, wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

Seit Anfang 2014 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Bereichen Jugendtierschutz und Tierversuche für den Zürcher Tierschutz.

 

Als Kind viele Fragen...

Als Kind hatte ich das Riesenglück, dass ich häufig die Sommerferien bei Verwandten auf dem Bauernhof verbringen durfte. Klingt romantisch? Das war es auch. Doch damals verstand ich schon, dass Tiere auch als Ware dienen und produziert werden. Oder besser gesagt, ich verstand eben nicht. Wenig von dem was ich sah, machte Sinn. Wieso hält man kleine Küken zu Tausenden in einer überhitzten Halle? Wieso haben Mastmunis kaum Platz zum liegen und dürfen nie auf die Weide? Und wieso haben die Kälber weder Tageslicht noch Mutter? Selbstverständlich ist das lange her und einige dieser Haltungsformen sind heute nicht mehr erlaubt. Aber einige sind noch heute aktuell...

... später kamen einige Antworten

Mein Biologiestudium an der ETH Zürich führte mich schliesslich zur tierschutzorientieren Ethologie - die Verhaltensforschung mit Blick auf den Tierschutz. In meiner Diplomarbeit durfte ich das Verhalten von Kälbern genauer untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass eine individuelle Fütterung Verhaltensstörungen reduziert. Fasziniert von diesen Erkenntnissen erstellte ich eine Dissertation, in der mein Studienobjekt wieder das Kalb war. Diesmal bezog ich aber den Einfluss der Mutter mit ein. Und siehe da: Kälber mit Kontakt zur Mutter – wenn auch nur kurz – sind nicht verhaltensgestört, diejenige ohne Mutter jedoch fast ausnahmslos. Ich blieb noch einige weitere Jahre in der Forschung, wo ich Projekte zu behornten Kühen, Kaninchen in Gruppenhaltung und Nestpräferenzen bei Legehennen bearbeiten durfte.

Wissen verbreiten und sensibilisieren

Nun ist die Zeit für mich gekommen, die ‚Seite zu wechseln’ und nicht mehr Wissen zu generieren, sondern Wissen zu verbreiten. Denn meine Erfahrung zeigt, dass kaum jemand bewusst einem Tier Leid zufügen möchte. Doch Unwissen bedeutet häufig, dass Tierleid unbewusst unterstütz wird. Und das nicht nur im Nutztier- sondern genauso im Heim- und Labortierbereich. Durch Wissen das Tier verstehen, seine Bedürfnisse respektieren und somit dem Tier gerecht werden: Dafür setze ich mich beim Zürcher Tierschutz ein!

 

Durch Wissen weiterkommen

© Edna Hillmann
 

Every time you spend money, you're casting a vote for the kind of world you want (Lappe, 2003)

 

Mit jedem Einkauf unterstützen wir aktiv Produkte, Produktionsarten und Firmen. Deshalb sollten wir genau hinschauen und unser Geld nur dann ‚investieren’, wenn wir auch dahinter stehen können.