13.09.2012

Wenn es viele Jäger gibt ...

... muss auch ihr Bestand reguliert werden. So etwa käme die Antwort heraus, wenn man nach der Logik des neuesten Jagdbarometers von JagdSchweiz vorgehen würde.

Der Dachverband der Jäger hat eine "umfassende" Umfrage in Auftrag gegeben. Sie soll zeigen, dass wir Schweizerinnen und Schweizer die Jagd mehrheitlich befürworten, der Meinung sind, dass sie nachhaltig und tierschutzgerecht durchgeführt werde, sie der Artenvielfalt nützt und wir klar befürworten, dass Grossraubtiere reguliert werden müssen. Immerhin gibt man zu, dass man pointierte Fragen zur Jagd untersucht habe.

Wobei, diese Pointierung entspricht genau genommen dem in Jagdverbänden üblicherweise praktizierten Schwarz-weiss-Denken. So wird gefragt: Wenn es viele Raubtiere wie Bär, Luchs und Wolf gibt, muss auch ihr Bestand reguliert werden? Als Antwort kann man dem zustimmen oder auch voll und ganz zustimmen. Oder auch nicht zustimmen bzw. überhaupt nicht zustimmen. Man kann aber nicht nachfragen, was mit "viele" Raubtiere gemeint sind? Heisst das, es sind zu viele? Oder sind es in der Optik der Jäger viele? Oder sind es so viele, dass sie den Bestand ihrer Beutetiere soweit gefährden, dass deren Populationen instabil werden? Eine andere Behauptung, zu der man sich im obigen Sinne äussern kann ist: Die Jagd in der Schweiz erlegt, was natürlich nachwächst. Diese Behauptung ist nun nachweislich falsch, aber sie suggeriert, dass dem so sei. Nur wie bitte soll man dazu vernünftig antworten können?

Man mag jetzt sagen, wir seien allzu pingelig und zu streng mit den Jägern. Sind wir (überhaupt) nicht, nur (voll und ganz) skeptisch. Weil wir die Jagd lieber in den Händen von Profis sehen würden, die sich und uns in Sachen Wildtiermanagement und Biodiversität die richtigen Fragen stellen. Das Geld für solche Umfragen könnte man dann für echte Biodiversitätsprojekte einsetzen.

 

Bernhard Trachsel

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Kommentare

 
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Christine Häusermann

Mittwoch, 27.03.13 11:00

«Weil wir die Jagd lieber in den Händen von Profis sehen würden, die sich und uns in Sachen Wildtiermanagement und Biodiversität die richtigen Fragen stellen.»
Wie würde das aussehen? Wer sind die Profis? Welche Szenarien sind da gedacht?

 

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