29.06.2012

Neue Jagdverordnung hilft Jägern aus der Patsche

Bisher war es doch so, dass unsere wackeren Grünröcke Jungbäume verbeissende Rehe und Hirsche oder Kulturland schädigende Wildsauen mit mehr oder weniger gut gezielten Schüssen in Schranken gehalten haben. Auf dass unsere Wälder und Äcker nicht diesen gefrässigen Viechern zum Opfer fallen. Die tapferen Waidmänner mussten das tun, bei jedem Hudelwetter und sie nahmen dafür sogar Gebühren in Kauf. So zumindest machten sie es uns glauben und rechtfertigten damit immer wieder ihr tödliches Tun.

Nun, da einheimische Luchse und einwandernde Wölfe mangels unbehüteter Schafe sich vermehrt auch am Rehwild gütlich tun könnten, bräuchte es den selbstlosen und nicht immer ungefährlichen Einsatz der Jägersmannen eigentlich nicht mehr. Die natürlichen Feinde des Schalenwilds übernähmen das Regime, was seine Richtigkeit hätte und im wildtierbiologischen Sinne auch nachhaltiger wäre.

Nur, die Natur hat die Rechnung ohne die Jagdlobby und dem ihr, so scheint's, wohl gesinnten Bundesamt gemacht. Statt sich zu freuen über die natürliche Entwicklung, hilft es bereits heute mit der revidierten Jagdverordnung den armen Jägern aus der Patsche. Sie sollen Wolf und Luchs abschiessen dürfen, wenn diese aus jägerlateinischer Optik "zu viele" Rehe fressen. Die entstandenen Lücken in der hiesigen Nahrungskette nehmen dann wieder die selbstlosen Jäger ein und der Fortbestand ihres aufwändigen Hobbys ist auf alle Zeiten gesichert. Verkehrte Welt, in der wir leben. Oder: wer das Geld hat, hat die Macht, sogar über die Natur.

 

Bernhard Trachsel

zur Übersicht
 

Kommentare

 
Anzeige: 1 bis 2 von 2

Christine Häusermann aus Ottenbach

Mittwoch, 27.03.13 11:09

Ich kann gut verstehen, dass sich B. Trachsel diesen sarkastischen Ton zulegt, er schützt sich selber damit, dass ihm die geschilderten Tatsachen nicht zu nahe gehen. Andererseits glaube ich nicht, dass es die Jäger in Bedrängnis bringt. Es ist wie in meinem Umfeld mit einem Bruder als Jäger, man macht Witze (3 Rehe haben sie gezählt und 5 geschossen) und lächelt über sie, aber engagiert sich nicht wirklich gegen die Jagd. Ich rede mir dann immer ein, ein Leben in der 'Wildnis' und ein sauberer Blattschuss sind besser als Nutztierhaltung.

Joanna Disch aus Worb

http://www.blogigo.de/jaris_tierleben

Sonntag, 01.07.12 20:16

Als ich das hörte, wurde mir spontan sehr, sehr schlecht.

 

Kommentar schreiben

(Ihre E-Mail-Adresse wird später nicht angezeigt)

 

Ins Gästebuch eintragen


 

Ihre Meinung interessiert uns!

Computertastatur
© Sergey Galushko / fotolia.com