31.05.2012

Giftigkeitstests mit menschlichem Gewebe anstatt mit Tieren - das „Human Toxome Project“

Im Sinne des Konsumentenschutzes ist vorgeschrieben, dass jede Substanz, welche irgendwo mit dem Menschen in Kontakt kommen kann, vorgängig auf seine Giftigkeit getestet werden muss. Bis jetzt wurde dies mittels verschiedenen, teilweise grausamen Tierversuchen gemacht. Mäusen, Hamstern und Kaninchen wurden potentiell giftigen Substanzen eingegeben, auf die Haut gestrichen oder ins Auge geträufelt und geschaut, ob die Tiere daraufhin eine Reaktion zeigen. Dabei starben die Tiere teilweise unter unglaublichen Qualen oder erlitten schwerste Verletzungen. Nebst dem Tierleid haben diese Toxizitätstest zusätzlich den Nachteil, dass sie nur das Endergebnis prüfen und vorhandene Speziesunterschiede im Stoffwechselverhalten von Mensch und Tier zudem nur eine begrenzte Übertragbarkeit auf den Menschen zulassen.


Das Center für Alternativen zum Tierversuch (CAAT), welches seinen europäischen Sitz in Konstanz hat, möchte nun ein neues Projekt international etablieren. Dieses setzt vor allem auf Stoffwechselweg-Betrachtungen vorwiegend in menschlichen Zellen. Die Toxizitätsmechanismen sollen bekannt und verstanden werden können. Es soll unter anderem die Frage geklärt werden, wie und in welchem Masse Substanzen verschiedene Abläufe („Pathways of Toxicology“) im Körper stören, so dass es zu giftigen Auswirkungen kommen kann. Das Human Toxome ist die Gesamtheit dieser Abläufe und zeigt gegenüber dem Tierversuch noch einen weiteren Vorteil. Es können nämlich auch eindeutig Substanzen definiert werden, welche keinen Pathway of Toxicology auslösen. Der Tierversuch im Gegensatz dazu kann nur zeigen, ob eine Substanz für die getestete Tierart giftig ist oder nicht. Zeigt das Tier keine Reaktion im Tierversuch, bleibt unklar, ob im Tier ein erfolgreicher Abwehrprozess stattgefunden hat und ob dieser im gleichen Masse im Menschen auch ablaufen würde.


Es bleibt zu hoffen, dass dieser Schritt in eine tierversuchsfreie Toxikologie beim Gesetzgeber honoriert wird und wir in Zukunft Produkte verwenden können, welche uns nicht eine im Tierversuch getestete Scheinsicherheit vorgaukeln, sondern effektiv als nicht toxisch für alle menschlichen Abläufe eingestuft werden konnten.

 

 

Kathrin Herzog

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