Alternativen
 

Die bessere Lösung für alle

Menschen haben ein Bedürfnis nach Sicherheit und medizinischem Fortschritt. Wenn es um Tierversuche geht, wird von vielen beharrlich behauptet, ohne den Einsatz von Tieren sei diese Sicherheit gefährdet und wissenschaftlicher Fortschritt gar unmöglich. Das widerspricht aber ganz klar der Wahrheit! Es gibt Alternativen. Und sie sind nicht nur in der Lage, das angestrebte Forschungsziel zu erreichen, sondern sie bieten vielfach sogar mehr Sicherheit als der klassische Tierversuch.

Tierversuche vermeiden, vermindern, verfeinern

Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, um Versuchstieren Belastungen jeder Art zu ersparen. Im Idealfall entscheidet man sich für eine Forschungsmethode, die ganz ohne Versuchstiere auskommt. Wird beispielsweise mit menschlichen Zellen gearbeitet, müssen die Resultate nicht vom Tier auf den Menschen übertragen werden, was sie verlässlicher macht.

Noch lässt sich leider nicht jeder Tierversuch ersetzen. Doch jede Massnahme gegen das Leiden von (Versuchs-)Tieren ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das sogenannte 3R-Prinzip unterscheidet drei Stossrichtungen: Replace, Reduce, Refine  (Vermeiden, Vermindern, Verfeinern):

  • Für ein Replacement wird intensiv nach einer Methode gesucht, bei der gar keine Versuchstiere zum Einsatz kommen müssen. Dabei ist es sehr wichtig zu bedenken, dass die Alternativmethode nicht ganz genau den Tierversuch ersetzen sondern vielmehr zum gleichen Versuchsziel führen muss.
    Beispiel: Viele Kosmetikhersteller sind in den letzten Jahren auf Zellkulturen umgestiegen, bei denen sie an mehrschichtigen Hautkulturen testen, wie weit ein Wirkstoff in die Hautschichten eindringt.

  • Reduction bedeutet, dass die Zahl der in einem Experiment verwendeten Tiere reduziert wird. Dabei wird vorgängig sorgfältig abgeklärt, ob das Forschungsziel mit weniger Versuchstieren als bisher üblich erreicht werden kann, was oftmals der Fall ist.
    Beispiel: Ein Krebsmedikament wird an Mäusen getestet. Ein Pilot- oder Vorversuch kann die Tierzahl stark senken. Er zeigt anhand weniger Mäuse, in welcher Dosis das Medikament seine Wirkung überhaupt zeigt, bevor man mit grossen Gruppen verschiedene Dosen austestet.

  • Von Refinement schliesslich spricht man, wenn die Belastung der Versuchstiere verringert wird. Man verfeinert also den Versuchsablauf so, dass die Tiere weniger leiden. Unter anderem wird mit der finanziellen Unterstützung von Tierschutzseite geforscht, wie gesetzlich verlangte Tierversuche für die Tiere schonender durchgeführt werden können.
    Beispiel: Nach einer schweren Operation werden den Tieren Schmerzmittel verabreicht. Danach werden sie nicht einfach allein gelassen, sondern es wird mit täglichen Kontrollen das Befinden der Tiere verfolgt, bei Bedarf mehr Schmerzmittel gegeben, oder die leidenden Tiere werden erlöst.

Ein steiniger Weg

Die Entwicklung und Anwendung von Alternativmethoden sind ein Kampf gegen die tief sitzende Überzeugung, dass der Tierversuch der einzige Weg und somit der Goldstandard sei. Diese Überzeugung geht so weit, dass von Alternativmethoden verlangt wird, dass sie die genau gleichen Resultate liefern wie vergleichbare Tierversuche. Ein seltsamer Anspruch, wenn man bedenkt, dass Tierversuche selber nie validiert d.h. auf ihre Aussagekraft hin geprüft wurden und eine Alternativmethode allenfalls bessere Resultate und mehr Sicherheit erbringen kann.

Der Zürcher Tierschutz unterstützt aktiv die Entwicklung und Bekanntmachung von Alternativen zu Tierversuchen. Ein Beispiel dafür finden Sie in unseren Projekten.

Lesen Sie auch das spannende Interview mit Tierschutzprofessor Hanno Würbel unter anderem zum Thema Tierversuche.

 

Fortschritt ohne Tierleid

Laborantin mit Zellkulturen
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Unsere Position

Positionspapier Zürcher Tierschutz zu Tierversuchen und Alternativmethoden (September 2017)

 

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