FAQ
 

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Verkehrsunfälle mit Wildtieren gibt es in der Schweiz?
Jedes Jahr sterben 20'000 mittlere bis grosse Wildtiere im Strassenverkehr, darunter 8'000 Rehe. Zusätzlich werden jedes Jahr in der Schweiz über 100'000 Amphibien (v.a. Frösche und Kröten) überfahren. Es gibt kantonale Unterschiede, die meisten Fälle treten im Jura, Fribourg und Graubünden auf. Auch Menschen kommen zu Schaden: Jährlich gibt es schweizweit über 100 Verletzte sowie Sachschäden im zweistelligen Millionenbereich.

Welche Geschwindigkeit darf maximal gefahren werden?
Nachts beträgt die Sichtweite bei optimalen Bedingungen mit Abblendlicht circa 60 Meter und der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h etwa 55 Meter. Daher muss die Geschwindigkeit bei schlechteren Bedingungen (z.B. Regen, Nebel, verlängerte Reaktionszeit infolge Müdigkeit oder Alkohol etc.) reduziert werden.

Gibt es besondere Risiken je nach Jahreszeit?
Generell gilt: Jede Jahreszeit birgt andere Risiken. Im Frühling wandern Amphibien, besonders bei feucht-warmen Verhältnissen. Im Frühling und Sommer ist Setzzeit, daher sind viele Mütter mit Jungtieren unterwegs, wodurch das Risiko für Wildtierkollisionen steigt. Während der Jagdzeit im Herbst kann es vorkommen, dass Tiere auf der Flucht die Strassen queren. Im Winter lecken Rehe und andere Wildtiere Salz von den Strassen. Da im Winterhalbjahr die Tage kürzer sind, steigt das Risiko für Begegnungen mit dämmerungs- und nachtaktiven Tieren.

Wie finde ich raus, wem ein Hund/ eine Katze gehört?
Nach Unfällen mit Haustieren ist oft nicht klar, wem diese gehören. Informieren Sie die Polizei und kümmern Sie sich bestmöglich um das Tier (s. Abschnitt "Verhalten nach Unfall"). In der Schweiz müssen Hunde gechippt sein, bei Katzen ist es freiwillig. Die Polizei, Tierarztpraxen und Tierheime besitzen Lesegeräte für diese Chips und können die Kontaktdaten ablesen.

In welchen Fällen mache ich mich strafbar?
Bei unterlassener/verspäteter Meldung an Tierbesitzer bzw. Wildhüter oder Polizei gibt es rechtliche Folgen sowie gegebenenfalls weitere Konsequenzen wegen Tierquälerei gemäss Tierschutzgesetz. Wer ein totes Wildtier transportiert, macht sich der Wilderei schuldig.

Welche Kosten entstehen bei Unfällen mit Haustieren?
Fahrzeuglenker sind aufgrund der strengen Kausalhaftung auch für Unfälle haftbar, die sie nicht verschuldet haben. Die Haftung wird jedoch verringert, wenn auch den Tierhalter eine Schuld trifft, z. B. weil ein Hund nicht angeleint war und auf die Strasse gelaufen ist). Die Tierarztkosten werden durch die obligatorische Autohaftpflichtversicherung übernommen. Ist auch am Auto Schaden entstanden, so haftet die Privathaftpflichtversicherung des Tierbesitzers für einen Drittel bis zur Hälfte. Eine Teilkaskoversicherung deckt die ganzen Schäden am Fahrzeug ab. Diese wird anschliessend Ansprüche gegenüber dem Tierhalter geltend machen.

Stimmt es, dass Bremsen für Katzen verboten ist?
Dieser Mythos ist falsch. Das Bremsen für Wirbeltiere auf der Strasse (Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien) gilt als gerechtfertigt. Der Fahrer des nachfolgenden Fahrzeugs ist dafür verantwortlich, rechtzeitig bremsen zu können.

 
© unsplash
 

Wichtige Notfallnummern:

Polizei 117

Tierrettungsdienst (nur Raum Zürich) 044 211 22 22

 

 

Hier Merkblatt herunterladen.