Fakten heute
 

Intensiv von der Geburt bis zur Schlachtung

Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung dient hauptsächlich der Produktion von Milch, Fleisch und Eiern. Milchkühe, Mastrinder, Schweine und Geflügel werden dazu in eigens dafür entwickelte Haltungssysteme eingestallt. Diese genügen in erster Linie den Bedürfnissen der Tierhalter und weniger den Ansprüchen der Tiere. Technische Hilfseinrichtungen und bauliche Elemente in den Ställen sorgen dafür, dass Abläufe möglichst automatisiert und das Tierverhalten gesteuert werden können. Mit Eingriffen wie dem Enthornen von Rindern werden Tiere der Haltung angepasst anstatt umgekehrt. Hohe Belegungsdichten erhöhen begünstigen Krankheiten und mangelnde Bewegung, schlechtes Stallklima oder fehlendes Tageslicht erfordern den routinemässigen Einsatz von Medikamenten.

 


Ungemütliche Reise in den Tod

Im Vergleich zur EU kennt die Schweiz schärfere Bestimmungen bezüglich der Tiertransporte. So dürfen Viehtransporte nicht länger als 6 Stunden dauern. Wer Tiere gewerbsmässig transportiert, muss für die Aus- und Fortbildung der MitarbeiterInnen sorgen. Für jeden Tiertransport muss eine Person bezeichnet werden, die für das Wohlergehen der Tiere während des Transportes verantwortlich ist. Fahrzeugführer und Tierbetreuer von Tiertransportern sowie eine weitere Person in leitender Funktion müssen über eine praktische und theoretische Ausbildung verfügen und sind verpflichtet, sich regelmässig fortzubilden. Trotzdem stellen mehrstündige Transporte für die Tiere eine hohe Belastung dar. Extreme Witterungsbedingungen und naturgemäss Gruppen mit sich fremden Tieren in den Sammeltransportern führen zu zusätzlichem Stress oder sogar zu Verletzungen und Tod. Das Ein- und Ausladen erfolgt oft unter Zeitdruck, sodass Tiere sich auch hier verletzen können. Es gibt zudem auch heute noch zu viele Bauern, die verbotenerweise kranke oder verletzte Tiere für die Transporte ins Schlachthaus bereitstellen. 

 


Der Internationale Transport von Rindern, Schafen, Ziegen, Schweinen, Schlachtpferden und Schlachtgeflügel auf der Strasse ist gemäss Tierschutzverordnung in der Schweiz verboten.

 


Bei der Schlachtung von Nutztieren in Grossschlachthöfen werden an Schlachttagen innert weniger Stunden unter Zeitdruck Hunderte von Tieren ausgeladen, zu den Betäubungseinrichtungen getrieben, betäubt, durch Entbluten getötet und anschliessend zerlegt. Als zulässige Methoden der Betäubung nennt der Gesetzgeber je nach Tierart den Bolzen- oder Kugelschuss ins Gehirn, Elektrizität, Kohlendioxid-Gas, den stumpfen, kräftigen Schlag auf den Kopf, die stumpfe Schussschlagbetäubung, den Genickbruch oder die mechanische Zerstörung des Gehirns. Das Schächten oder religiöse Schlachten ist in der Schweiz verboten, weil Wirbeltiere nur nach vorheriger Betäubung getötet werden dürfen und das Schächten diese Anforderungen nicht erfüllt. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.

 


Massenschlachtungen
, wie sie heute fast ausschliesslich praktiziert werden, sind immer anfällig auf Fehlfunktionen der eingesetzten Geräte und stressbedingtes Fehlverhalten des Personals. Zwar sind das Töten und Schlachten von Tieren im Kapitel 8 der Tierschutzverordnung ausführlich geregelt, dem Tierwohl kann trotzdem bei diesen Verfahren mit hohem Zeitdruck nur ungenügend Rechnung getragen werden. Untersuchungen aus Deutschland über Fehlbetäubungen bekräftigen diesen Sachverhalt. Alternativen zur Massenschlachtung sind dezentrale, kleine, oft gemeindeeigene Schlachthäuschen, wo auch in Notfällen und ohne lange Anfahrtswege schnell und schonend geschlachtet werden kann. Solche Institutionen sind aus Tierschutzsicht unbedingt zu erhalten. Fragwürdig ist, dass in der Schweiz mobile Schlachtanlagen nicht zugelassen sind.