Pelzwinter 2015/2016
 

Kampagne «echt Pelz – echt grausam»

Jährlich leiden und sterben weltweit über 100 Millionen Pelztiere für die Mode, Tendenz steigend! Seit dem 1. März 2014 gilt in der Schweiz die Pelz-Deklarationsverordnung. Laden-Recherchen des Zürcher Tierschutz im Winter/Frühling 2014/15 und Herbst 2015 enthüllten eine höchst mangelhafte Umsetzung. Modehäuser mit groben Deklarations-Verstössen wurden öffentlich kritisiert und aufgefordert, auf Echtpelz zu verzichten. Parallel dazu unterstützte der Zürcher Tierschutz die Petition "Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte" von der Tierpartei Schweiz. Im Oktober 2015 wurde sie mit fast 30'000 Unterschriften in Bundesbern eingereicht.

 

 

Recherchen Herbst 2015

Von September bis November 2015 führte der Zürcher Tierschutz bei PKZ, Jelmoli, Globus und Modissa in Zürich, Bern und Basel 15 Ladenbesuche durch. Insgesamt wurden 236 Pelzartikel dokumentiert. 21 % der Pelzwaren waren falsch, und davon 8 % gar nicht deklariert. Die Ergebnisse der neuesten Recherchen sind in der Pressemitteilung vom 2. Dezember 2015 publiziert. Die Modehäuser sind mit der Deklarationspflicht überfordert. Fehlende, unvollständige, falsche oder schlecht sichtbare Etiketten verhindern Transparenz. Dadurch wird die Kundschaft in die Irre geführt.

 

Tierquälerischer Käfigpelz ist am häufigsten

Von den untersuchten Pelzbesätzen stammten 62 % aus Käfighaltung, die Hälfte aus schlimmster Produktion in China, am zweitmeisten aus Finnland. Von den Kaninchenfellen waren sogar 72 % aus China-Käfigen! Da Pelze aus Käfighaltung erschwingliche Massenware sind, verführen sie auch weniger zahlungskräftige Kundschaft zum Kauf von Echtpelz.

 

 

 

20min.ch machte sich Mitte Dezember 2015 mit Bea Roth vom Zürcher Tierschutz auf die Suche nach Echtpelz am Zürcher Weihnachtsmarkt. Es ist erschreckend und traurig, wie viele Leute - bewusst oder unbewusst - Echtpelz tragen. (c) 20min, Roland Schäfli
 

 

Fazit:

Pelz boomt weiter, auch sinnlose Accessoires (Schlüssel- und Taschenanhänger, etc.) mit Echtpelz sind "in"! Die Modehäuser fördern den Trend: Anstatt pelzfrei zu werden, machen sie Profit auf Kosten der Pelztiere und betreiben Vogel-Strauss-Politik!

 

Tipps für pelzfreien Einkauf!

Allzu oft landen Pelzartikel im Einkaufkorb, weil sie nicht erkannt werden. Ein Merkblatt des Zürcher Tierschutz zeigt auf, wie sich Echtpelz von Kunstpelz unterscheiden lässt. Zudem sind auf der fur free-Seite alle Läden und Labels aufgelistet, die garantiert pelzfrei sind.

 
Ein Beitrag von Tele Züri mit unserer Pelzfachfrau Bea Roth am 30. Dezember 2015 zeigt die Problematik und macht die Brutalität des Pelzgeschäfts sichtbar. (Vorsicht: enthält Szenen roher Gewalt gegen Tiere).
 

Pelz, Pelz, Pelz...

© Zürcher Tierschutz
   

Käfighaltung...

Käfighaltung aus China ist die häufigste Herkunft für Echtpelz. © Zürcher Tierschutz
 

Weitere Information:

  • Merkblatt: Wie kann Echtpelz von Kunstpelz unterschieden werden?