Gemeinsame Plakataktion 17/18
 

Tierschutzorganisationen lancieren gemeinsame Pelzkampagne

 

Nachdem das Tragen von Pelz insbesondere in den 90er Jahren verpönt war, ist der Absatz von Pelzprodukten in den letzten Jahren auch in der Schweiz wieder stark angestiegen. Im Vordergrund stehen dabei nicht die klassischen Pelzmäntel, sondern vielmehr Bordüren an Jacken, Stiefeln oder Mützen. Für die Tiere ist die Herstellung von Pelzartikeln jedoch mit enormen Leiden verbunden. Mehrere Tierschutzorganisationen starten daher eine schweizweite Aufklärungskampagne.

 

 
 

Obwohl die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die grausamen Haltungs-, Fang- und Tötungsmethoden klar ablehnt, boomt der Verkauf von Pelzprodukten. Pelz wird heute in grossen Massen billig produziert und dient fast nur noch zur Verzierung von Textilien und modischen Accessoires. Dadurch wird Echtpelz oft gar nicht wahrgenommen und das immense Tierleid dahinter verkannt. Zwar besteht seit 2014 eine Deklarationspflicht für Pelzerzeugnisse. Die entsprechenden Angaben werden von den Konsumenten jedoch kaum beachtet, weil das schicke Aussehen im Vordergrund steht.

 

Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass die tierquälerischen Pelzerzeugnisse vielfach mangelhaft deklariert sind. Ein weiteres Problem liegt darin, dass für die Verkaufsstellen in der Schweiz kaum nachvollziehbar ist, ob die Angaben, die sie von ihren Zulieferern erhalten, tatsächlich korrekt sind. So wurden im Ausland etwa auch schon Katzenfelle an Wintermützen entdeckt. Doch selbst bei korrekter Beschriftung der Produkte stiftet die Deklarationspflicht in ihrer aktuellen Form mehr Verwirrung als Klarheit, da die geforderten Angaben äusserst schwammig sind. Hinzu kommt, dass auch das Verkaufspersonal oft schlecht geschult ist und die Kundschaft in Bezug auf Pelzwaren ungenügend oder gar falsch informiert.

 

Über die konkrete Tötungsmethode sagt die Deklaration überdies nichts. Dies, obschon in Asien das Erschlagen die Standardmethode ist. Beim anschliessenden Häuten der Tiere sind diese nicht selten noch am Leben und bei Bewusstsein. Als Tötungsmethoden finden ausserdem insbesondere das Vergasen mit Kohlenmonoxid (CO) oder Kohlendioxid (CO2), die Injektion von Giften und elektronischer Strom (Elektrokution) Verwendung. In der Nerzzucht wird vor allem mit Gas getötet, was zu heftigem Stechen in den Atemwegen, Atemnot und Unruhe führen kann. Füchse werden meist mit einem Stromschlag getötet. Dabei wird dem Tier eine Elektrosonde in den After geführt und dieses dazu veranlasst, in eine zweite Elektrode zu beissen. Auch hier kommt es vor, dass Tiere vor der Tötung nur unzureichend beziehungsweise gar nicht betäubt oder sogar bei vollem Bewusstsein gehäutet werden.

 

Um die Öffentlichkeit auf die mit der Pelzproduktion verbundene Tierschutzproblematik aufmerksam zu machen, haben die Fondation Franz Weber, petfinder.ch, die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner, der Zürcher Tierschutz, die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), animal-happyend.ch – Verein für Tiere in Not, Das Tier + Wir sowie Privatpersonen die "Stopp Pelz!"-Kampagne ins Leben gerufen. Insgesamt 2'500 Plakate werden ab sofort das ganze Jahr zu unterschiedlichen Zeiten in drei Landessprachen schweizweit zu sehen sein. Die Organisationen hoffen, damit weite Teile der Bevölkerung erreichen und für das Leid der Pelztiere sensibilisieren zu können.