Wildtier-Management
 

Jagd hilft regulieren und erhalten

Die Jagd ist unter anderem eine Massnahme zum Schutz des Waldes vor übermässiger Beanspruchung durch Wildtiere (Wildschaden), aber auch zum Schutz der Wildtiere vor hochansteckenden Krankheiten. Damit sowohl der Wald als auch die Kulturlandschaft als auch die Wildtierpopulationen nachhaltig gedeihen, braucht es ein umfassendes Management, das alle Faktoren umsichtig berücksichtigt. Hinsichtlich der Jagd kennt die Schweiz – je nach Kanton – zwei unterschiedlich konzipierte Jagdsysteme, die Patent- und die Revierjagd.

 

Management von Wald und Wild

Die Bundesgesetze zum Wald und zur Jagd fordern, dass die natürliche Waldverjüngung mit standortgerechten Baumarten sichergestellt wird. Nur so kann der Wald den vielfältigen Ansprüchen gerecht werden. Das Wild ist ein Faktor, welcher diese Verjüngung entscheidend beeinflussen kann, denn ein hoher Schalenwildbestand (z.B. Reh, Hisch, Wildschwein etc.) führt zu übermässigen Verbissschäden. Es braucht also eine wildbiologisch richtig geplante Basisregulierung des Wildes als Grundvoraussetzung für weiterführende Massnahmen. Dabei setzt der Gesetzgeber auch heute noch auf die Bejagung des Wildes durch Jäger, aber auch auf forstliche Eingriffe. Die BAFU-Publikation Wald und Wild – Grundlagen für die Praxis liefert hierfür die notwendigen Grundlagen. Vergeblich sucht man in der Kalkulation der Kantone und der Jäger nach dem Faktor „Grossraubtier“. Dabei wäre der Wolf prädestiniert, den Schalenwildbestand nachhaltig zu regulieren. mehr

 

Jagen als Massnahme zur Tier-Gesundheit

Krankheiten können Wildtierpopulationen empfindlich schwächen. Das BAFU un­terstützt die Erforschung dieser Krankheiten sowie deren Überwachung. Gämsblindheit und Fuchs-Räude kommen in der Schweiz vor und sind hochansteckend. Verschiedene Staaten haben bereits mit der Schweinepest zu kämpfen. Die Schweiz muss sich auf eine Einschleppung vorbereiten. Gämsen, Füchse und Wildschweine sollen auch deshalb jagdlich reguliert werden, um das Ansteckungsrisiko für diese Krankhei­ten zu vermindern. Es gibt aber insbesondere bei Fuchs und Wildschwein keine wissenschaftlichen Beweise, dass eine Bejagung deren Bestand substanziell und im Sinne der Zielsetzungen dezimieren kann.

 

Zweierlei Jagdsysteme

In der Schweiz existieren zwei Jagdsysteme, die Patentjagd (z.B. im Kanton Graubünden) und die Revierjagd (z.B. im Kanton Zürich). Wer in einem „Patentkanton“ jagt, darf ausserhalb der Jagdbanngebiete überall während einer beschränkten Zeit im Herbst jagen. Dazu wird ein kantonales Patent benötigt und es darf eine bestimmte Anzahl Tiere erlegt werden. Im Falle der Revierjagd erwerben die Jagdgesellschaften bei den Gemeinden das Jagdrecht per Vertrag für eine bestimmte Periode, meist acht Jahre. Die Jäger melden dem Kanton Ende Jagdsaison, welche und wie viele Tiere sie erlegt haben. Die Anzahl Abschüsse hat einen Einfluss auf den Pachtzins.

 

Im Kanton Genf ist die Jagd verboten, staatliche Wildhüter gewährleisten falls notwendig die Regulierung des Wildes.

 

 

Weitsicht wäre gefragt

© B. Trachsel
 
 

Informationen und Positionen

Neuer Wildschadensbegriff im Jagdgesetz

 

pro Natura zum neuen Schadensbegriff

 

Zürcher Tierschutz-Positionspapier zur Jagd