Rechtliche Grundlagen
 

Nationale und kantonale Gesetze

Die Regulierung von Jagd und Fischerei wird gemäss Bundesverfassung zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt. So sind im «Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel» (JSG, Jagdgesetz) von 1986 und in der dazugehörigen Verordnung die gesetzlichen Vorgaben durch den Bund festgelegt.

Deren Vollzug liegt dann bei den Kantonen. Diese können zusätzliche Verordnungen und Verfügungen erlassen, wie z.B. über Sonderbejagungen oder Abschussbewilligungen für bestimmte Tierarten. Der Bund stellt zudem Vollzugshilfen (wie das Konzept Biber Schweiz oder die Vollzugshilfe Herdenschutz) zur Verfügung.

Jagdbar oder geschützt
In Artikel 5 des Jagdgesetzes sind die jagdbaren Arten und deren Schonzeiten geregelt. So dürfen etwa der Hirsch, die Gämse oder das Wildschwein nur während bestimmter Monate im Jahr gejagt werden. Demgegenüber sind verwilderte Hauskatzen, Rabenkrähen oder Eichelhäher das ganze Jahr über jagdbar. Das Jagdgesetz ist die wichtigste Grundlage der schweizerischen Jagdpolitik. Alle Arten, die nicht jagdbar sind, sind geschützt. Nur in Ausnahmefällen dürfen dann Einzeltiere geschossen werden. Und nur bei sogenannt regulierbaren Arten, darf in den Bestand eingegriffen werden. Bislang betrifft das nur den Steinbock.

Wildtierschutz wird torpediert
Zahlreiche politische Vorstösse in jüngerer Vergangenheit zielen auf eine Lockerung des gesetzlich verankerten Schutzes von Grossraubtieren hin. Der Zürcher Tierschutz lehnt Vorstösse ab, die nur den Eigeninteressen der entsprechenden Kreise dienen und sich wildtierbiologisch nicht rechtfertigen lassen. Entsprechend setzten wir uns auch bei der kommenden Abstimmung zum Jagdgesetz für ein NEIN ein.

Jagdgesetz im Kanton Zürich
Auch im Kanton Zürich ist seit geraumer Zeit eine Überarbeitung des Jagdgesetzes aus dem Jahr 1929 (!) in Arbeit. Der Zürcher Tierschutz hat sich seit Beginn dieses Prozesses für mehr Tierschutz eingesetzt. So fordern wir unter anderem ein Verbot der Baujagd, die Beschränkzung von Bewegungsjagden, Schussprüfungen auf bewegte Ziele oder ein Alkoholverbot. Erfreulicherweise hat die zuständige Kommission WAK des Kantonsrats Anfang März 2020 entsprechende Änderungen angekündigt. Der definitive Entscheid durch den Kantonsrat steht allerdings noch aus.

 

Komplexer Regelbedarf

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