Artenschutz, Biodiversität
 

Artenschutz und Biodiversität

Die Erhaltung der Biodiversität als Summe von Arten, Genen und Lebensräumen wird nicht nur vom Jagdgesetz vorgegeben sondern muss auch aus Jäger-Perspektive ein wichtiges Gebot sein. Jagdliche Eingriffe in unsere Wildtierbestände haben in erster Linie dem Artenschutz und der Artenvielfalt zu dienen und stellen gleichsam eine Dienstleistung an der Bevölkerung dar. Der Bund legt dazu die Strategie vor und erstellt einen Aktionsplan.

 

Nationale Biodiversitätsstrategie

Die Jagd ist nur eines von verschiedenen Instrumenten, die geeignet sind, die nationale Biodiversitätsstrategie in die Tat umzusetzen. Interessant aus Tierschutzsicht ist hier auch der Umgang mit dem Thema der invasiven Arten, die nicht ursprünglich in der Schweiz beheimatet sind, aber in unser Land einwandern. Sollen Waschbär oder Marderhund konsequent geschossen werden dürfen oder sind auch sie, einmal eingewandert, unter einen gewissen Schutz zu stellen?

 

Die Jagd auf Vögel wird kontrovers diskutiert, weil wir in der Schweiz ihre Bestände nicht generell regulieren müssen. Ihr Schadenspotenzial ist bei weitem nicht mit jenem etwa des Rotwilds vergleichbar, welches beispielsweise Schutzwälder erheblich schädigen könnte. Auf der anderen Seite gibt es bei uns Vogelarten, welche in ihrem Bestand bedroht sind, jedoch trotzdem geschossen werden. Entsprechend fordert der Schweizer Vogelschutz SVS Birdlife, dass Haubentaucher, Kormoran, Schneehuhn, Rebhuhn und Waldschnepfe unter Schutz zu stellen sind. Ähnlich sieht es die Schweizerische Vogelwarte Sempach. Sie will u.a. einen Verzicht der Vogeljagd in allen Wasservogelgebieten von internationaler Bedeutung sowie eine Reduktion des Jagddrucks auf den Birkhahn.

 

Was sagt der Zürcher Tierschutz zum Abschuss von Vögeln?

Im Falle der Vögel akzeptiert der Zürcher Tierschutz - analog zu den Säugetieren - eine jagdliche Nutzung, weil sich eine Differenzierung zwischen Säugern und Vögeln in Bezug auf die Jagd tierschützerisch und ethisch nicht rechtfertigen lässt. Die Bejagung von Vögeln ist jedoch aus ökologischen resp. regulatorischen Gründen in der Schweiz nicht nötig. Im Einzelfall kann es aber erforderlich sein, Schaden stiftende Vögel gezielt abzuschiessen, analog den Säugetieren. Die Bejagung von bedrohten Vogelarten wie Waldschnepfe, Birkhuhn oder Schneehuhn ist abzulehnen, zumal ihr Bestand in Folge von Störungen wie z.B. touristischen Aktivitäten regional bereits gefährdet ist.

 

Komplex denken und handeln

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Mehr zum Thema Artenvielfalt

Strategie Biodiversität Schweiz und Aktionsplan des BAFU

 

Neophyten und Neozoen. Die biologische Invasion. UMWELT 3/06

 

Neozoen und Neophyten - vom Menschen eingeführte standortfremde Arten. Schweizer Vogelschutz SVS Birdlife.

 

Gebietsfremde Arten in der Schweiz BAFU-Publikation.

 

Jagd auf Vögel. Stellungnahnme des Schweizer Vogelschutzes SVS Birdlife 

 

Vogeljagd in der Schweiz.

Standpunkt der Schweiz. Vogelwarte Sempach (Link auf pdf)