Tierschutzaspekte
 

Viel Nutzung - wenig Schutz

In der Schweiz geniessen Fische erst seit 2008 einen minimalen rechtlichen Schutz. Sie sind anderen Wirbeltieren gleichgestellt, was grundsätzlich begrüssenswert ist. Somit darf ihnen niemand ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, sie in Angst versetzen oder in anderer Weise ihre Würde missachten. Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötiges Überanstrengen ist verboten. So weit so gut. Aber was heisst das im Fall von Fischen konkret? Darüber schweigt sich die Gesetzgebung - u.a. mangels Fachwissen – leider aus. Und anders als bei Nutz- oder Haustieren regelt sie den Umgang mit Fischen nicht auf Ebene von einzelnen Fischarten sondern nur ganz allgemein. Dabei haben verschiedene Fischarten höchst unterschiedliche Bedürfnisse!

 

Das Gesetz wird kaum umgesetzt

Auch im Gesetzesvollzug hapert es. Weil viele Menschen den „Kaltblütern“ auch heute noch die Schmerzempfindungsfähigkeit absprechen, kommen Fische mangels konsequentem Vollzug selten zu ihrem verbrieften Recht. Wer Fische beim Netzfang erstickt oder beim Angeln minuten- bis stundenlang drillt (an der Angel durch wiederholtes Freigeben und Einholen der Angelschnur ermüdet), wird rechtlich nicht belangt. Zumindest letzteres ist nach unserer Lesart des Gesetzes aber klar als Tierquälerei zu taxieren.


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Zappeln im Netz

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Weiterführende Literatur

  • Tierwohl in NutzfischzuchtenEine Literaturstudie und Analyse des Schweizer Tierschutz STS zur artgerechten Haltung von Nutzfischen (2012).
  • Angeln. Beurteilung durch den Deutschen Tierschutzbund.
  • Ethischer Umgang mit Fischen (2014). Bericht der eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich EKAH (pdf).