Konflikte entschärfen
 

Alles halb so schlimm

Wildtiere im Garten zu haben und beobachten zu können, ist etwas wunderbares. Doch es ist nicht ganz ohne Tücken. Mit einigen einfachen Verhaltensregeln lassen sich die meisten Konflikte mit Wildtieren glücklicherweise von vorherein vermeiden.

FUTTER
Auch wenn die Absicht gut ist: Wildtiere sollte man nicht füttern. Das bedeutet auch, Katzenfutter nicht über Nacht auf der Terrasse stehen zu lassen und den Kompost abzudecken. Ausserdem sollten Abfallsäcke erst am Morgen des Abfuhrtages an die Strasse gestellt oder aber in einen Container geworfen werden. Zum einen, weil sonst die Wildtiere falsche und ungesunde Nahrung zu sich nehmen. Zum anderen auch, weil sie uns Menschen mit Nahrung verbinden und im ungünstigsten Fall zutraulich werden. Beides ist nicht gut und kann zu Konflikten führen.
Das Füttern von Vögeln im Winter ist ein Sonderfall und hilft den Tieren tatsächlich durch den Winter. Allerdings werden dabei hauptsächlich die nicht gefährdeten Arten unterstützt. Die bedrohten Arten kommen kaum an die Futterstelle. Sollten Sie dennoch ein Futterhäuschen aufstellen wollen, beachten Sie die Tipps der Vogelwarte Sempach.
 

HAUSBEWOHNER
Marder, Siebenschläfer, Eulen oder gewisse Fledermausarten suchen gerne in Dachböden Unterschlupf. Andere Tiere nutzen hingegen die Fassaden oder Dächer, um beispielsweise ihre Nester zu bauen. In den meisten Fällen ergeben sich keine Probleme. Im Gegenteil, mit etwas Glück werden so wunderbare Beobachtungen möglich. Falls sich Kot ansammelt, wischen sie diesen einfach weg. Tragen Sie dabei immer Handschuhe! Ist es viel, hilft ein Kotbrett an der Wand oder eine Plastikblache auf dem Estrichboden.
Schwierig wird es, wenn insbesondere Marder und Siebenschläfer Isolationen oder sonstige Gegenstände anknabbern. Ausserdem können sie durchaus auch laut werden, gerade in der Nacht. Es empfiehlt sich daher, erstmal alles Wertvolle aus dem Estrich zu entfernen. Und wenn der Geräuschpegel zu gross wird, kann man versuchen, die Zugänge zu verschliessen und/oder die Tiere mit starken Gerüchen zu vertreiben. Oder rufen Sie den Wildhüter, auf dass er die Tiere fängt und (weit entfernt) wieder freilässt. Bitte auf keinen Fall Gift einsetzen!
Alle notwendigen Informationen zu dem Thema finden Sie auf der Webseite Bauen & Tiere oder im sehr nützlichen Buch "Wildtiere - Hausfreunde und Störefriede".

LÖCHER
Wenn Sie in ihrem Blumenbeet oder im Rasen Löcher vorfinden, so kommen dafür verschiedene Besucher in Frage: Vielleicht war eine Amsel in ihrem Blumenkasten auf der Suche nach Würmern. Vielleicht hat ein Dachs mit seinen langen Krallen die Grasnarbe aufgebrochen. Oder ein Fuchs hat in einer Ecke ihres Gartens angefangen, einen Bau zu buddeln. Die gute Nachricht ist, Sie brauchen wahrscheinlich nichts zu tun. Die Amsel macht keinen wirklichen Schaden, der Dachs verschwindet nach ein paar Nächsten meist von alleine wieder und Maulwürfe sind sogar ausgesprochen gut für den Boden.
Sollten Sie aber keinen Fuchs im Garten wollen, finden Sie unter fuchsratgeber.ch gute Tipps, wie Sie mit frisch gegrabenen Löchern verfahren und Ihre Beete schützen können.

 

NÜTZLICHE LINKS

Buchtipp: "Wildtiere - Hausfreunde und Störenfriede" - alles was Sie wissen müssen, um Wildtiere zu fördern und Konflikte zu vermeiden.

Die Webseite Bauen und Tiere bietet wertvolle Informationen und Tipps zu Tieren im Siedlungsraum

Fütterung von Kleinvögeln - Tipps von der Vogelwarte Sempach

Fuchsratgeber: Wie umgehen mit dem Wildtier in unserem Wohngebiet