Voegel
 

Farbenfrohe Luftakrobaten

Ziervögel und Papageien sind wegen ihres farbenfrohen Aussehens und des melodiösen vielseitigen Gesangs sehr beliebte Haustiere. Durch ihre geringe Grösse und Lautstärke sind Wellensittiche, Kanarienvögel und Prachtfinken die wohl häufigsten Vögel in Privathaushalten. Aber auch die sprachbegabten (Gross-)Papageien, Kakadus und andere Sittiche werden als Heimtiere gehalten. Die Vogelhaltung ist jedoch alles andere als anspruchslos.

 

Biologie und Verhalten

Vögel sind spezialisierte Wirbeltiere. Sie tragen als einzige ein Federkleid. Während die langen Schwung- und Schwanzfedern dem Fliegen dienen, sorgen die kürzeren Deck- und Daunenfedern für einen wirksamen Kälteschutz – sehr wichtig bei ihrer hohen Körpertemperatur (ca.40º Celsius)

Kot und Harn werden bei den Vögeln im Gegensatz zu den meisten Säugetieren über die gleiche Körperöffnung ausgeschieden.

Schnäbel und Füsse sind, je nach Lebensraum, unterschiedlich gestaltet und ihren Fress- und Lebensgewohnheiten angepasst.

In der freien Natur steht den Vögeln ein riesiger Lebensraum zur Verfügung, den sie je nach Art alleine oder in Schwärmen durchstreifen. In der Heimtierhaltung sitzen sie nur allzu oft in kleinen Käfigen.

 

Haltungsfragen

Unsere sogenannten Stubenvögel sind gesellige und bewegungsfreudige Tiere. Sie fristen oft genug ein einsames und langweiliges Leben. Daraus resultieren Verhaltensstörungen wie zum Beispiel das Federrupfen bei Papageien und das Schreien oder übermässige Füttern ihrer „Spiegelpartner“ bei Wellensittichen.

 

Mit einer gut strukturierten Volière und einem abwechslungsreichen Beschäftigungsangebot kann man der Langeweile vorbeugen und somit auch dem Fehlverhalten entgegenwirken.

 

Gesundheitsfragen

Die Haltung hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Vögel. Durch Haltungsfehler können deshalb verschiedene Krankheiten auftreten. Beispiele für solche haltungsbedingten Krankheiten sind:

  • Erkältungen als Folge von Zugluft
  • Mangelerscheinungen oder Verfettung bei falscher Ernährung
  • Milben oder andere Parasiten als Zeichen fehlender Hygiene
  • Fussverletzungen und -deformationen infolge inkorrekter Beringung und falscher Käfigeinrichtungen
  • Verletzungs- oder Vergiftungsgefahr beim Freiflug
 

Spezialfall Papagei

Für einige Gross-Papageien und Kakadus benötigt man seit 1. September 2002 eine Haltebewilligung. Dank der Bewilligungspflicht ist der Papagei etwas aus der Mode geraten. Die Haltung von Papageien, aber auch Kakadus ist höchst anspruchsvoll und erfordert viel Platz sowie tolerante Nachbarn, die die lauten Schreie dieser Vögel akzeptieren.

Leider zeigen viele Papageien Verhaltensstörungen aufgrund von Haltungsfehlern, allen voran die Einzelhaltung.

 

Was tun, wenn ein Vogel durch das Sterben seines Partners allein zurückbleibt?

Je länger ein Papagei nach dem Verlust seines Partners allein gelebt hat, desto schwerer wird er sich an einen neuen Partner gewöhnen. Aus diesem Grund sollte man in solch einem Fall rasch handeln. Vielleicht findet sich in einer Auffangstation ein neuer Partner für den einsamen Papagei? Lassen Sie sich von Fachleuten beraten!

 

Gesetzliche Vorgaben zur Vogelhaltung

Die neue Schweizer Tierschutzgesetzgebung schützt auch die Vögel vor dem Ärgsten. Aber leider nur davor. Gesetzeskonform bedeutet lediglich das Minimum und ist deshalb noch nicht tierschutzkonform. Mit der neuen Tierschutzverordnung ist die Einzelhaltung nicht mehr erlaubt. Dies ist ein grosser Schritt zur Verbesserung im Leben der Ziervögel. Für ein artgerechtes Leben brauchen Vögel noch einiges mehr.

 

Vögel artgerecht halten

Wellensittiche in einer Volière
© Gabi Trachsel
 

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