Reptilien
 

Wie aus der Urzeit

Schlangen, Echsen und Schildkröten lassen nur wenige Menschen gleichgültig. Bei den einen lösen die urtümlichen Tiere Angst, Ekel oder Abscheu aus, für andere sind sie höchst attraktiv und begehrenswert. Reptilien kommen in verschiedenen Breitengraden vor und haben entsprechend sehr unterschiedliche Ansprüche an ihre Lebensumgebung. Als Heimtiere sind sie in jedem Fall heikle Pfleglinge, für viele Arten braucht es zudem eine Haltebewilligung. Aus Tierschutz-Sicht ist von einer Hobbyhaltung dringend abzuraten.

 

Biologie und Verhalten

Reptilien sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Außentemperatur abhängig ist. Je nach angestammtem Lebensraum machen sie eine Winter- bzw. Kältestarre. Eine weitere Spezialität: viele (nicht alle!) Reptilien legen Eier. Sie bebrüten sie aber nicht, sondern überlassen dieses Geschäft der Sonne. Reptilien-Eier, die im Terrarium gelegt wurden, müssen im Brutkasten ausgebrütet werden.

 

Haltungsfragen

Reptilien sind Wildtiere, sie suchen von sich aus keine Nähe zum Menschen. So verschieden Herkunft und Lebensgewohnheiten der vielen Arten sind, so verschieden sind auch ihre Haltungsansprüche. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Tierschutzverordnung, wo im Anhang 2 (Seiten 117 – 125) seitenweise Haltungsanforderungen aufgeführt sind. Etliche besonders schwer zu haltende Reptilien benötigen eine Haltebewilligung, welche beim kantonalen Veterinäramt zu beantragen ist. Die private Haltung bewilligungspflichtiger Reptilien erfordert zudem einen Sachkundenachweis.

 

Unter privaten Reptilien-Haltern gibt es Spezialisten, die fast ihr ganzes Leben diesen Tieren widmen und das Knowhow für eine artgerechte Haltung haben. Diese sind die Ausnahme, die die Regel bestätigen, Reptilien besser nicht zu kaufen.

 

Gesundheitsfragen

Eine artgerechte Tierhaltung wird in der Regel durch gesunde Tiere belohnt. Die Gefahren für die Gesundheit von Reptilien sind aber vielfältig und gross. Viele Krankheiten sind durch Haltungsfehler bedingt (falsche Temperatur, Luftfeuchtigkeit, ungenügende UV-Bestrahlung, Bodenbeschaffenheit, Ernährung etc.).

 

Über Reptilien-Erkrankungen wissen nicht einmal alle Tierärzte Bescheid, geschweige denn Laien. Das Erkennen und Deuten von Krankheitssymptomen ist oftmals schwierig. Der Krankheitsverlauf ist z.T. so langsam, dass eine Krankheit nicht als solche erkannt und darum (zu) spät behandelt wird. Hier und hier finden Sie Listen empfohlener Institute und Tierärzte.

 

 

EIN FALL FÜR SPEZIALISTEN

 
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Nützliche Informationen

  • Casa-Exotica, mit Auffangstation für Exoten in Höri (ZH) und Tierarztliste
  • SIGS, Schildkröten Interessengemeinschaft Schweiz