Goldhamster
 

Liebenswerte Eigenbrötler

Die sympathischen kleinen Nager sind als Heimtiere sehr beliebt. Kinderherzen erobern sie zwar im Sturm, doch sind sie als nachtaktive Tiere höchst ungeeignet für unsere Kleinen. Sie werden immer erst munter, wenn für Kinder bereits Schlafenszeit ist - einige von ihnen sind gar erst nach Mitternacht aktiv. Besser eignen sich Goldhamster deshalb für Menschen, die den ganzen Tag bei der Arbeit sind, am Abend aber gern einen kleinen Gesellschafter möchten.

 

Biologie und Verhalten

Der Goldhamster stammt ursprünglich aus der Steppenlandschaft Syriens. Dort lebt der kleine Einzelgänger allein in seinem kargen Revier, das er gegen jeden Artgenossen bis aufs Blut verteidigt. Nur während der Paarungszeit dulden die Weibchen einen Partner in ihrer Nähe.

In seinem unterirdischen Bau mit vielen Gängen und Kammern schläft der Hamster tagsüber und wird erst in der Dämmerung wach. Dann unternimmt er ausgedehnte Streifzüge durch sein Gebiet, um Futter zu suchen. Dabei legt er enorme Strecken zurück. Seine Backentaschen leisten ihm dann gute Dienste, denn gefundene Körner und andere Köstlichkeiten lassen sich darin bequem nach Hause transportieren. Dort lagert er sie in seiner Vorratskammer. Die durchschnittliche Lebensdauer von Goldhamstern beträgt eineinhalb bis drei Jahre.

In den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts gelang es, ein Muttertier mit ihrem Wurf einzufangen. Angeblich stammen alle unsere «Wohnzimmer»-Goldhamster von diesen wenigen Tieren ab.

 

Die Haltung von Goldhamstern

Goldhamster sind Einzelgänger und müssen einzeln gehalten werden. Jegliche Eindringlinge würden heftig bekämpft und mit grosser Wahrscheinlichkeit sogar getötet.

Hamster sind höchst bewegungsfreudig und brauchen deshalb viel Platz. Aus diesem Grund sind handelsübliche Käfige meist zu klein und ungeeignet. Ein Goldhamsterheim weist idealerweise eine Grundfläche von mehreren Quadratmetern auf. Ein Vivarium mit Aufsatz mit den Massen 120 x 50 x 70 cm ist jedoch vertretbar. Viele Hamster graben leidenschaftlich gern. Die Einstreu sollte deshalb mindestens 40 cm tief sein. Dafür eignen sich entstaubte Einstreu aus Hanf oder Leinen, Laubholzspäne, Maisspindelgranulat sowie Heu oder Haferstroh zum Stabilisieren der Gänge und Höhlen.

Reinigungsarbeiten sollten am besten abends, wenn der kleine Bewohner sowieso wach ist, stattfinden. Jeden Tag müssen etwaige Frischfutterreste entfernt und die Toilettenecken gereinigt werden. Auch sollten nasse Stellen und Kot aus dem Sandbad entfernt werden. Einmal die Woche werden verschmutzte Einrichtungsgegenstände geputzt sowie das Sandbad gereinigt und erneuert. Ein Teilstreuwechsel, bei dem je nach Verschmutzungsgrad maximal die Hälfte des Einstreus durch frische Einstreu ausgetauscht wird, ist nur einmal im Monat fällig. Je mehr alte Einstreu zurück bleibt, desto bekannter riecht das Gehege für den Hamster und desto weniger ist dieser durch den Einstreutausch gestresst. Daher sollte man lieber häufiger und dann kleinere Mengen Einstreu tauschen anstatt seltener grosse Mengen oder gar die gesamte Einstreu. Bei Parasitenbefall oder gewissen Krankheiten muss allerdings die gesamte Einstreu getauscht werden.

Ein Hamsterheim verfügt nicht nur über einen grossen Buddelbereich, sondern auch über Etagen, die auf Stelzen auf dem Gehegeboden stehen oder fest an den Seitenwänden befestigt sind. Diese sind über eine Rennbahn miteinander verbunden und bieten dem Hamster so mehr Lauffläche. Auf den Etagen können unter anderem das Sandbad (mind. 30 cm Durchmesser, 10 cm tief mit Nagersand gefüllt), aber auch der Wassernapf sicher platziert werden. Aber Achtung! Es dürfen keine gefährlichen Stürze möglich sein - deshalb sind Etagen und Rennbahn am besten durch ein Geländer (z.B. aus angeleimten Holzdübeln) gesichert. Da Goldhamster zwar leidenschaftlich gern, aber nicht besonders geschickt klettern, sollten sie idealerweise nicht an die Gitterstäbe des Geheges kommen. Denn beim Klettern lassen sie sich schon mal einfach fallen, wenn sie nicht weiterkommen. Das kann zu lebensgefährlichen Knochenbrüchen führen.

Zur absoluten Grundausstattung gehört ausserdem ein geräumiges Schlafhäuschen mit mehreren Kammern und abnehmbarem Dach (für die tägliche Entfernung von Futterresten und die Reinigung der Toilettenecken), in dem der Hamster tagsüber seine Ruhe hat. Gern polstert er es mit Heu, Papiertaschentüchern oder Haushaltspapier (unparfümiert) aus. Watte ist ungeeignet, da er sich darin verfangen und verletzen könnte. Im Häuschen hortet der kleine Nager auch seine Vorräte und einige legen in einer Kammer gar eine Toilette an.

Die Frage, ob ein Laufrad sinnvoll ist, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Eine Studie der Universtität Bern aus dem Jahr 2003 hat aber ergeben, dass Hamster diese Möglichkeit zur Bewegung gern nutzen und dabei keine Verhaltensstörungen entwickeln. Ein Laufrad muss jedoch über eine geschlossene Lauffläche und je nach Grösse des Hamsters einen Durchmesser von 30 bis 40 cm verfügen, da der Rücken in einem kleineren Rad ins Hohlkreuz kommt. Auch muss die Aufhängung so konstruiert sein, dass die Tiere sich nicht durch den sogenannten «Schereneffekt» einklemmen und schwer verletzen können. Es kann eine Bereicherung sein, Übergewicht vorbeugen und dem Stressabbau dienen, ist aber nicht absolut notwendig.

Als Futter eignet sich eine naturbelassene Körnermischung für Goldhamster ohne Mais, Reis, Futterpellets, Biertreber und -hefe, Fischmehl. -öl und andere tierische Fette. Verstreut man die Körner in die Einstreu, kann der Hamster sie wie in der Natur zusammensuchen und wird so gleich beschäftigt. Kranke Hamster sollten ihr Futter aber stets in einem Futternapf erhalten. Dazu wird auch gern gewaschenes Grünfutter wie Salat, Gurke, Klee, Löwenzahn und ähnliches genommen. In geringen Mengen dürfen auch Rüebli, Peperoni, Kürbis und selten Früchte wie Äpfel oder Trauben gereicht werden. Regelmässig sollten auch frische Äste z.B. vom Haselstrauch oder von Apfel- und Birnbaum angeboten werden. Auch tierisches Eiweiss in Form von hartgekochtem Ei oder Insekten wird nicht verschmäht.

 

Mein Goldhamster und ich

Wie soviele Heimtiere eignen sich auch Hamster nicht als Kuscheltiere. Als Einzelgänger legen sie nicht viel Wert auf Sozialkontakt. Trotzdem können die Eigenbrötler handzahm werden und krabbeln später eventuell auch munter auf ihrem Menschen herum. Um sein Vertrauen zu gewinnen, fangen Sie am besten damit an, ihm Futter auf ihrer Hand anzubieten. Später können Sie versuchen, die Hand unter seinen Bauch zu schieben und ihn vorsichtig hoch zu heben. Niemals sollte man einen Hamster von oben packen, denn so würde ihn ein Fressfeind ergreifen. In solchen Situationen können die kleinen Nager heftig zubeissen. Ebenfalls aggressiv kann er reagieren, wenn er tagsüber beim Schlafen gestört wird. Seine Schlafruhe muss unbedingt respektiert werden.

Bricht ein Hamster einmal aus dem Käfig aus, sollte er sofort gesucht und wieder eingefangen werden. Hamster haben scharfe Zähne und nagen leidenschaftlich alles an, auch Stromkabel. Zudem könnten sie aus Versehen zerquetscht werden. Ist nicht sicher, in welchem Zimmer sich der Hamster befindet, sollte man alle Türen schliessen und in jedem Zimmer einen kleinen Wassernapf aufstellen sowie abgezählte Leckerchen verteilen. Wenn in einem Zimmer Futter fehlt, hält sich der Hamster dort auf. Vorsichtig sollte man dann alle Verstecke absuchen.

Einen nicht handzahmen Hamster transportiert man am besten, in dem man ihn in eine Röhre oder ein Häuschen mit Boden laufen lässt. Anschliessend wird der Hamster samt Röhre oder Häuschen zurück in sein Gehege oder in eine Transportbox gesetzt. Dies ist weniger stressig für den Hamster, als wenn man ihn mit der Hand greift.

 

Krankheiten

Wenn Sie Ihren Hamster täglich beobachten werden Ihnen Veränderungen rasch auffallen. Verminderte Aktivität oder ein wackeliger Gang, Haarsausfall und vermehrtes Kratzen, nasses Fell, Verklebungen an Kinn oder Afterregion oder schmieriger Kot können Anzeichen einer Erkrankung sein. Dann sollten Sie mit dem Hamster einen Tierarzt aufsuchen, der Erfahrung mit den Erkrankungen und der Behandlung der kleinen Nager hat. Eine Liste von möglichen Gesundheitsproblemen und was zu tun ist, finden Sie hier.

 

GOLDHAMSTER artgerecht HALTEN

Goldhamster
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