Wohnungskatzen
 

Ihre Katze empfiehlt

Katzen sind anpassungsfähig und leben unter den verschiedenartigsten Umständen. Dennoch darf ihr Anpassungsvermögen nicht überfordert werden und muss ihr Wohlbefinden sichergestellt sein. Folgende zwar ernst gemeinte aber doch sehr radikale Aussage einer Tierärztin soll zum Nachdenken anregen: „Lieber eine Katze, die im Freilauf nur ein Jahr überlebt, als eine, die fünfzehn Jahre hinter Schloss und Riegel dahin vegetiert.“

 

Schicksal Rassekatze?

Rassekatzen werden oftmals - ihrem Marktwert entsprechend - vor Diebstahl und Verkehrsunfällen geschützt, indem sie als reine Wohnungskatzen gehalten werden. Der Katze ist es aber gleichgültig, ob sie Papiere hat. Sie, die von Natur aus neugierig ist, will etwas erleben und nicht den ganzen Tag gelangweilt vor sich hin dösen.

 

Schutz vor Gefahren des Verkehrs

Nicht nur Rassekatzen werden permanent im Haus oder in der Wohnung gehalten. Viele Katzen leben an verkehrsreichen Strassen, wo sie bei freiem Auslauf hoch-gefährdet wären. Aber auch in solchen Fällen hat das Tier Anspruch auf ein abwechslungsreiches Leben. Was der Katze mangels Auslauf an Erlebnissen entgeht, muss vom Halter ersetzt oder besser gesagt kompensiert werden. Aber wie?

 

Ein interessantes Leben in der Wohnung ist möglich

Es gibt drei Hauptformen der Beschäftigung und Unterhaltung für Katzen: 1) Sozialkontakte jeder Art, 2) Beschäftigungen, die sich aus dem natürlichen Jagdverhalten der Katze ableiten sowie 3) die Beobachtung des Geschehens in der näheren und weiteren Umgebung.

 

1) Sozialkontakte. Die allermeisten Katzen sind nicht etwa einzelgängerisch sondern sozial. Entsprechend sind Kontakte zu Artgenossen ein Muss. Anders als die Freilaufkatze, kann die Wohnungskatze sich nicht mit Katzen der Nachbarschaft treffen. Also muss sie im eigenen Haushalt einen Katzen-Kumpan haben. Ein weiteres gutes Mittel gegen Langeweile sind Kontakte mit menschlichen Familienmitgliedern oder weiteren Heimtieren des Haushaltes (oftmals Hund). Der Katze teure aber leblose Spielsachen zu kaufen und sie damit alleine zu lassen, genügt nicht. Man muss sich täglich aktiv mit ihr beschäftigen und dabei berücksichtigen, welche Formen der Zuwendung sie bevorzugt. Manche lieben rasante Fangspiele, andere wollen v.a. gestreichelt werden, wieder andere lieben ein gutes Gespräch.

 

2) Erkunden, Jagen, Beute machen. Da ein Grossteil des Jagdverhaltens bei Katzen angeboren ist und sie entsprechend Jagd-motiviert sind, gibt es hundert Arten, wie man sie zur Aktivität anregen kann. Jagdspiele sind attraktiv, wenn die „Beute“ sich z.T. versteckt hält und z.T. bewegt. Auch auf spannende (leise) Geräusche reagiert die Katze oftmals prompt.

 

Viele Katzen sind bis ins hohe Alter verspielt, was ihre Lust auf Jagdspiele trotz bester Ernährung aufrecht erhält, solange diese sich nicht immer gleich wiederholen. Für Abwechslung muss der Mensch besorgt sein. Einfachste Dinge wie ein an einer Schnur gezogener Korkzapfen erwecken die Aufmerksamkeit und den Jagdinstinkt oder Spieltrieb der Katze. Alles was sich bewegt, kann Jagdverhalten auslösen; interessant sind aber auch Objekte wie Schachteln oder Tragtaschen, die neu sind und zum Erkunden einladen (wie riecht es, was ist drin, kann man etwas auspacken, fressen, in Bewegung versetzen?).

 

Erkundungs- und Jagdspiele haben übrigens nicht nur für die Katze einen hohen Unterhaltungswert sondern ebenso für ihre Halter, für Letztere v.a. dann, wenn sie selber Teil des Spiels sind.

 

3) Beobachten, was rundherum vor sich geht. Katzen sind nicht dauernd zu wilden Taten aufgelegt sondern verbringen viele Stunden in körperlicher Ruhe. Dabei schlafen sie aber längst nicht immer sondern sind im Gegenteil aufmerksam und möchten etwas Spannendes erleben. Fensterplätze mit Blick nach Draussen und erhöhte Plätze im allgemeinen sind hierfür sehr beliebt.

 

Wieviel Wohnraum braucht die Wohnungskatze?

Auch wenn jede Freilaufkatze mehr Raum nutzt als Wohnungskatzen: die Grösse einer Wohnung ist nicht das Entscheidende. Ausschlaggebend ist, dass es möglichst keine Tabubereiche und keine geschlossenen Türen gibt. Der Wechsel von einem Raum in den anderen ist besonders wichtig, denn er birgt immer Hoffnung auf eine Überraschung.

 

Zu guter Letzt

Eine Wohnungskatze braucht die Möglichkeit, ihre Krallen ungestraft wetzen

zu können; es muss kein grosser teurer Kratzbaum sein, an der Wand befestigte Teppichresten oder ein Kratzbrett tun es auch. Auch Katzengras ist für die Wohnungskatze unentbehrlich, sie braucht es, um verschlucktes Haar auswürgen zu können. Schliesslich: Frisches Wasser muss jederzeit zur Verfügung stehen.

 

 

Draussen ist es so spannend

Katze am Fenster
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