Haltungsfragen
 

Gibt es Richtig und Falsch?

Katzen sind anpassungsfähig und finden sich mit den unterschiedlichsten Lebensumständen zurecht. Von der Bauernhofkatze, die weit herum schweift, ein Schälchen Milch erhält und ansonsten wenig beachtet wird, bis zur exklusiven Rassekatze, die ihr Leben in der Wohnung oder auf Ausstellungen verbringt: alles kommt vor. Zu glauben, die artgerechte Haltung von Katzen sei ein Kinderspiel, ist dennoch falsch.

 

Verantwortung tragen heisst Vorsorgen

Für Katzen mit Auslauf ins Freie ist die rechtzeitige Kastration entscheidend, um eine unkontrollierte Vermehrung und viel Katzenelend zu verhindern. Die Kastration hat v.a. bei Katern den zusätzlichen Effekt, dass sie weniger markieren (Harnspritzen) und Unsauberkeitsprobleme im Haus so meistens ausbleiben.

 

Jährlich werden unzählige Katzen als vermisst gemeldet. Obwohl das Chipen von Katzen nicht obligatorisch ist, empfiehlt sich daher für Freilaufkatzen das Implantieren eines (Mikro-)Chip. So erhalten Sie ihren Ausreisser rascher zurück oder können schlimmstenfalls darüber informiert werden, dass er verstorben ist.

 

Gesundheitlich wichtig sind die Impfungen, denn Katzen sind gegenüber Viruskrankheiten sehr empfindlich, und einige Krankheiten sind für andere Katzen ziemlich ansteckend.

 

Gegen die Langeweile

Ist für Gesundheit und Ernährung gesorgt, ist für viele heutige Katzen die Langeweile das grösste Problem. Das gilt v.a. für reine Wohnungskatzen, weshalb ihnen ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Damit bei Freilaufkatzen keine Langeweile aufkommt, sollten sie Gelegenheit haben, jederzeit hinein- und hinausgehen zu können. Dazu verhilft je nach Wohnsituation eine Katzenschleuse und wo nötig eine Katzenleiter.

 

Das Halten von zwei Katzen ist der Einzelhaltung fast immer vorzuziehen, denn entgegen dem Volksmund sind die meisten Katzen keine Einzelgängerinnen. Ein Muss ist es bei der Freilaufhaltung aber nicht, denn draussen hat die Einzelkatze ja die Möglichkeit, mit Nachbarskatzen Kontakt zu pflegen.

 

Gegen zu viel Unruhe

Jede Katze braucht Rückzugsorte, wo sie ungestört sein kann. Ganztägig berufstätige Halterinnen und Halter sollten ihre Freilaufkatze(n) darum nicht den ganzen Tag aussperren. Eine Katzenschleuse schafft auch hier Abhilfe. An käuflichen Rückzugs- und Ruhe-Einrichtungen für Katzen fehlt es nicht, die Auswahl ist riesig. Es geht aber auch mit einfachen Mitteln, z.B. einer Kartonschachtel. Oftmals hält sich die Katze nicht an die für sie vorgesehenen Einrichtungen bzw. Plätze. Die freie Wahl sollte ihr möglichst grosszügig gewährt werden.

 

Zu viele Katzen im selben Haushalt können für einzelne Tiere zu erheblichem Stress führen. Von Gruppen mit mehr als acht Katzen ist daher abzuraten. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Tier im Haus markiert, ist bei grossen Gruppen hoch, was auch für die Halter zu Stress führt.


Für das Wohlgefühl

Katzen nehmen es mit der Sauberkeit genau. Unsauberkeits- und auch andere Verhaltensprobleme wie z.B. Aggressivität sind oftmals auf menschliche Fehler bezüglich der Katzentoilette zurückzuführen. Pro Katze braucht es (mindestens) ein Kistchen. Dieses sollte in einer ruhigen Ecke stehen. Es darf keinen Deckel haben, denn Katzen versäubern sich von Natur aus nicht in Höhlen. Die Einstreu darf nicht parfümiert sein, diese Duftstoffe sind für die ungemein feine Nase der Katze viel zu heftig. Ganz wichtig: Eine Katzentoilette darf niemals in unmittelbarer Nähe zum Fress- und Trinkgeschirr stehen.

 

Für eine gute Mensch-Tier Beziehung

Die meisten Katzen sind ihren Menschen zugetan und schätzen es, im regen sozialen Kontakt mit ihnen zu sein. Ebenso sehr schätzen sie es, wenn ihre aktuelle Laune sowie ihr momentanes Bedürfnis (z.B. nach Ungestörtsein) respektiert werden. Die Sprache der Katze – ihre Mimik und Körperhaltung, ihre Lautäusserungen sowie ihr Distanzverhalten - ist facettenreich und berichtet „wortreich“ über (Wohl-)Befinden und Wünsche. Wer seine Katze gut beobachtet und wohlwollend auf ihre Wünsche eingeht, kann sich einer ebenso wohlwollenden Partnerin sicher sein.

 

 

Hier bin ich ungestört

Katze im Körbchen
© Aleksej Kostin
 

Angebote Zürcher Tierschutz

 

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