Kaninchen
 

Häufigste Krankheiten

Kaninchenkrankheiten sind sehr oft haltungsbedingt. Die Hauptgründe sind eine nicht artgemässe Fütterung und fehlendes Nagematerial, was zu Zahnproblemen, Verdauungsproblemen und Fettleibigkeit führen kann. Aber auch Platz- und Bewegungsmangel sowie eine extreme Ausprägung von Körpermerkmalen (Extremzuchten) können zu Erkrankungen führen.

 

Wann zum Tierarzt?

Mehrere Symptome können bei Kaninchen entweder harmlos oder Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Zu entscheiden, was im Einzelfall zutrifft, fällt dem Laien schwer. Beobachten Sie Ungewöhnliches und Ungereimtes, sollten Sie darum den Tierarzt aufsuchen, bevor es für eine allfällige Behandlung zu spät ist.

 

Wenn das Tier einmal geimpft, sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Bei diesem Tierarztbesuch kann man auch gleich die Zähne und Krallen kontrollieren (ev. kürzen) und einen allgemeinen Check durchführen lassen.

Ansteckender Schnupfen: verursacht durch verschiedene Bakterien. Äussert sich in Niesen, Nasenausfluss, verkrusteten Haaren an der Nase und Vorderläufen, Augenentzündungen, Kopf-Schiefhaltung. Tierarztbesuch.

 

Zahnanomalien: va. bei Zwergkaninchen durch Zahnfehlstellungen. Äussert sich in langsamem, vorsichtigen Fressen oder scheinbarer Appetitlosigkeit, Speichelfluss, Abmagerung. Tierarztbesuch, regelmässiges Kürzen der Zähne

 

Verdauungsstörungen: durch unausgewogenes Futter, rasche Futterumstellung, übermässige Futteraufnahme. Äussert sich in Magenüberladung/Trommelsucht oder Durchfall. Tierarztbesuch, einwandfreies Futter, viel Heu.

 

Harnwegsinfektionen: Immer wieder kommen bei Kaninchen  auch Harnwegsinfektionen und Harnkonkremente vor. Symptome: häufiges Urinieren (ev. Harnträufeln), manchmal einen aufgezogenen Rücken, ev. kleine Mengen Blut im Urin. Als mögliche Ursachen werden ua. eine ungenügende Wasseraufnahme diskutiert. Es ist deshalb ausserordentlich wichtig, dass die Tiere uneingeschränkten Zugang zu frischem Wasser haben, möglichst aus einem offenen Trinkgefäss, da sie diese Trinkart offensichtlich bevorzugen.

 

Kokzidiose: verursacht durch einzellige Parasiten im Kaninchendarm. Äussert sich durch Mattigkeit und Appetitlosigkeit bis zu schweren Störungen des Allgemeinbefindens, ev. Trommelsucht, wässrig bis blutiger Durchfall. Behandlung durch Tierarzt. Wichtig ist Sauberkeit am Futterplatz!

 

Ohrräudemilben: durch Ohrräudemilben. Äussert sich in Juckreiz, blätterteigartige Borkenbildung im Ohr, Kopfschiefhaltung. Tierarztbesuch.

 

Parasiten: verursacht durch va. Milben, Läuse und Haarlinge. Äussert sich durch schuppige Haare, starken Haarausfall und Juckreiz (Tiere kratzen sich auffallend häufig). Tierarztbesuch.

 

Abszesse im Kopfbereich: verschiedene Ursachen. Äussert sich in sichtbarer Schwellung und Schmerzhaftigkeit, ev. Kaubeschwerden. Tierarztbesuch.

 

Fettleibigkeit: durch Bewegungsmangel, zu kalorienreiches Futter. Äussert sich in Atemnot, Wammenbildung, Scherabszesse, Fettleibigkeit, Koma. Genügend Bewegung, angepasstes Futter.

 

Hitzeschlag: Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich, darum ist es im Somner sehr wichtig, dass die Tiere genügend Schatten und Wasser haben. Bei Hitzeschlag liegen die Kaninchen wie tot da. Am besten packt man das Tier sorgfältig in nasskalte Tücher und bringt es an einen kühlen Ort, wo es sich langsam erholen kann. Erst dann zum Tierarzt, da der Transportstress das Tier töten könnte.

 

Verletzungen: z.B. Kampfverletzungen, Ohrverletzungen durch Einhängen an Gehege-Elementen (v.a. bei Hängeohren), Einklemmen in Türen, Herunterfallen aus der Höhe. Je nach Schweregrad Tierarzt aufsuchen.

 

Wie transportiere ich mein Kaninchen zum Tierarzt?

Nicht alles lässt sich selber diagnostizieren und behandeln, manchmal wird der Gang zum Tierarzt nötig. Das Kaninchen wird dann am besten so transportiert: in einem Katzenkorb oder einer Kartonschachtel auf einem hellen Tuch oder Haushaltspapier. So kann der Tierarzt gleich den Kot und Urin begutachten. Achtung! Kein Stroh oder Heu in den Transportbehälter beigeben, sie könnten zu Augenverletzungen führen.

 

 

GESUNDE KANINCHEN?

© Samuel Maier
 

Weitere Info

 

 

 

Buchempfehlung

Buchtipp: Patient Tier - Kaninchenkrankheiten. Johannes Winkelmann, Ulmer Eugen Verlag, 2006.
ISBN-10: 3-8001-4230-9