Echsen
 

Wie aus der Urzeit

Drachenähnlich und in zauberhaften Farben faszinieren Echsen mit all ihren Facetten. Als Heimtiere werden mitunter verschiedene Gecko-Arten, Bartagamen und Leguane gehalten. Am häufigsten sind Leopardengeckos, Kronengeckos und Zwergbartagamen anzutreffen. Wie bei den Schlangen lassen sich wenige allgemeine Aussagen machen. Echsen wachsen lebenslänglich und häuten sich dazu immer wieder. Wichtig ist vor der Anschaffung, sich umfangreich zu informieren und sich von einem Spezialisten beraten zu lassen.

 

Gesetzliches

Das Gesetz macht nicht für jede einzelne Art konkrete Vorgaben. Vielmehr ist die Körperlänge für die Terrariumgrösse relevant. Für eine tiergerechte Haltung sind aber die arteigenen Bedürfnisse zu beachten. Für die Haltung von allen Chamäleons ist eine Bewilligung notwendig.

 

Biologie und Verhalten

Echsen sind wie alle Reptilien wechselwarme Tiere, das heisst, ihre Körpertemperatur ist von der Aussentemperatur abhängig. Die Ernährung gestaltet sich vielfältig. Bartagamen gelten als Allesfresser. Zu ihrem Speisplan gehören kleinere Tiere und verschiedene Pflanzen. Leopardengeckos ernähren sich hauptsächlich von Insekten, während Kronengeckos Insekten und pflanzliche Nahrung aufnehmen. Je nach natürlicher Herkunft machen sie eine Winterruhe. Ein Grossteil der Echsen ist eierlegend. Es gibt aber auch lebendgebärende Arten, darunter viele Chamäleonarten. Die tageszeitlichen Aktivitätsmuster  variieren je nach Art: Bartagamen sind tagaktiv, Kronen- und Leopardgeckos sind mehrheitlich nachtaktiv und verstecken sich tagsüber.

 

Haltungsfragen

Wie alle Reptilien sind auch Echsen Wildtiere, sie suchen von sich aus keine Nähe zum Menschen. Bartagamen sind zwar aufgeweckte Beobachter und reagieren durchaus auf Interaktionen mit dem Menschen. Die unterschiedlichen natürlichen Lebensräume und Lebensgewohnheiten der vielen Arten lassen keine allgemeinen Aussagen zur Haltung zu. Allzu verschieden sind ihre daraus abgeleiteten Haltungsansprüche. Geckos, Bartagamen & Co. werden in grossen Terrarien gehalten. Dazu muss ausreichend Platz und ein geeigneter Ort in der Wohnung vorhanden sein. Mit Hilfe der Einrichtung wird der natürliche Lebensraum imitiert. Verstecke wie Höhlen, Einstreu und Bepflanzung gehören zur Grundausstattung dazu. Auch Klettermöglichkeiten müssen einigen Arten zwingend zur Verfügung stehen. Einzelne Arten nehmen auch gerne eine Badegelegenheit an. Nebst der Einrichtung muss auch das Klima stimmen: Temperaturzonen mit Hotspots, Luftfeuchtigkeit und Lichtquellen müssen den Bedürfnissen genau angepasst werden. Stimmen diese Faktoren nicht, kann dies zu grossem Leid und gesundheitlichen Problemen führen. Die Fütterung von Insekten fressenden Arten kann für neue Besitzer gewöhnungsbedürftig sein. Die Futtertiere werden lebend ins Terrarium gegeben und danach von Bartagame & Co. gejagt. Viele Echsenarten haben in Gefangenschaft bei guter Haltung und gesunder Ernährung eine hohe Lebenserwartung. Bartagamen können 10 Jahre alt werden, Kronengeckos werden sogar 20 Jahre alt. Vor der Anschaffung muss deshalb die Bereitschaft da sein, eine jahrelange Verpflichtung einzugehen.

Wer sich für das Halten von Echsen wie Bartagamen, Kronengeckos oder Leopardengeckos interessiert, sollte sich unbedingt ausführlich über die verschiedenen Arten informieren. Tierheime, die Reptilien vermitteln, sind gerne bereit, eine Beratung anzubieten. Echsen sollten nur in Ausnahmefällen bei einem Züchter gekauft werden, sondern wenn immer möglich von einem Tierheim oder einer Auffangstation bezogen werden. Bei Züchtern ist in jedem Fall dessen Professionalität und Seriösität zu prüfen. Von Wildfängen oder extremen Farbzuchten ist strikte abzusehen. Private Halter sollten unbedingt auf eine Vermehrung der Echsen verzichten.

 

Gesundheitsfragen

Wie bei allen Heimtieren müssen die Gesundheit und das Verhalten auch bei Echsen regelmässig durch den Besitzer kontrolliert werden. Fressen alle Tiere genügend? Bewegen sie sich normal? Sind keine Verletzungen am Schuppenkleid sichtbar? Klappt die Häutung einwandfrei? Hautparasiten wie Milben und Parasiten im Verdauungstrakt, etwa Einzeller oder Fadenwürmer, sind nicht selten. Auch Pilzinfektionen müssen in regelmässigen Abständen ausgeschlossen werden. Mangelerscheinungen durch unzureichende oder gar falsche Fütterung oder durch eine ungeeignete Lichtquelle führen zu Knochenfehlbildungen wie Rachitis. Dies bleibt leider oft jahrelang unbemerkt und das Ausmass wird erst in einem Röntgenbild ersichtlich. Die Tiere leiden aber sehr darunter. Auch Überfütterung sollte unbedingt vermieden werden. Echsenarten, die Winterruhe halten, müssen gut darauf vorbereitet werden. Sie sollten gut ernährt und in einem gesundheitlich einwandfreien Zustand sein.

Es empfiehlt sich, einmal im Jahr einen Kontrolltermin bei einem Tierarzt mit Fachwissen im Bereich Echsen zu vereinbaren. Zugleich sollte immer eine Kotuntersuchung durchgeführt werden, um einen Parasitenbefall im Darm auszuschliessen.  Das Tierspital Zürich bietet einen umfassenden Gesundheitscheck für Echsen an.

 

Ein Fall für Profis

 
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