Gesundheitsfragen
 

Gesundheitsfragen

Vorbeugen ist besser als heilen! Das bedeutet für Eselhalter, die Tiere artgemäss zu halten, bei der Fütterung die spezifischen Eselbedürfnisse konsequent zu berücksichtigen und mit den Tieren einen schonenden Umgang zu pflegen. Die Grenze zu Überanstrengung ist schnell überschritten, die unsachgemässe Verwendung von Sätteln, Zaumzeug und Geschirren, aber auch fehlerhafte Stall- und Gehege-Einrichtungen können zu körperlichen Schäden führen. Regelmässige Impfungen sowie Entwurmen gehören auch bei Eseln zur wirksamen Prophylaxe.

 

Die häufigsten Krankheiten bei Eseln

Luftweg- und Lungenerkrankungen sind erkenntlich an schleimigem Nasenausfluss, Atemnot, Husten, Schwäche, Fieber oder Fressunlust. Bekannt sind (chronische) Bronchitis, Dämpfigkeit, Pferdegrippe oder Lungenentzündung. Der Tierarzt ist beizuziehen. Vorbeugend soll gegen Pferde-Influenza und Druse geimpft werden. Die durchschnittliche Körpertemperatur beträgt beim Esel 37 Grad Celsius.

 

Bei Durchfall ist der Kot breiig bis wässerig. Ein struppiges Fell, verkotete Hinterbeine, Abmagerung und Mattigkeit sind begleitende Symptome. Zur Behandlung ist die Tierärztin beizuziehen. Vorbeugend ist regelmässiges Entwurmen ratsam. Das Futter besteht am besten lediglich aus Heu und Stroh, Kraftfutter führt schnell zu Übergewicht. Junges Gras oder Silage können schaden, ebenso können Vergiftungen, Würmer oder auch Stress Ursachen von Durchfall sein.

 

Als Folge von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, auch durch Verwurmung oder Vergiftung, kann es zu Koliken kommen. Symptome sind Unruhe, Schwitzen oder Fressunlust. Man beobachtet Beissen oder sich Schlagen gegen den Bauch, der Esel legt sich nieder und wälzt sich. Koliken sind Notfälle und tierärztliche Behandlung ist unumgänglich.

 

Verletzungen beim Esel sind meist nutzungs- und oft auch haltungsbedingt. Sie können die Haut, Muskulatur, Blutgefässe, Knochen, Gelenke und Sehnen betreffen. Bekannt sind Geschirr-, Sattel- oder Gurtdrucke. Die Behandlung kann je nach Schweregrad durch die Halter erfolgen, etwa die Reinigung und Desinfektion oberflächlicher Wunden mit geeigneten Seifen. Andernfalls Tierarztpraxis zu Rate ziehen.

 

Gelenk-, Muskel- und Knochenerkrankungen sind beim Bewegungstier Esel häufig. Sie äussern sich u.a. durch Lahmheit, Arthrose und vielem mehr. Die Ursachen sind vielfältig, Gliedmassenfehlstellung, Fehlbelastungen und insbesondere auch falsche Ernährung sind zu erwähnen. Weil der Eselhuf ein sehr komplizierter Mechanismus ist, gehören ein guter Hufschmid sowie regelmässige Kontolle und Pflege der Hufe inklusive Sohlen zur Routine.

 

Parasiten

Ohne Vorbeugung durch Wurmkuren und geeignetes Weidemanagement sind Esel oft von Spul-, Pfriemenschwanz-, Magen-, Band-, oder Lungenwürmern befallen. Das Wohlbefinden durch Parasitenbefall ist stark eingeschränkt und betroffene Tiere können ernsthaft erkranken. Auch Hautparasiten wie Läuse, Milben, Flechten oder Hautpilz sind bei Eseln nicht selten. Hier helfen Sprays, Shampoos oder Medikamente.

 

Esel sind keine Pferde

Obwohl gerne gemeinsam gehalten, sind Esel in vielerlei Hinsicht anders als Pferde. Erwähnt wurden insbesondere die Fütterung, aber auch die Beschaffenheit der Hufe. Wegen unterschiedlichen Stoffwechsels sind die Abbauzeiten für Medikamente anders als beim Pferd, auch gewisse chirurgische Eingriffe sind speziell zu handhaben. Um Erkrankungen vorzubeugen und richtig zu heilen, ist diesem Umstand Rechnung zu tragen. Es gibt somit kein allgemeingültiges Gesundheitsmanagement für die Vertreter der Pferdefamilie.

 

Gesundheit dank Vorsorge

Rücken eines Maultieres, mit offenen Verletzungen von Satteldrucken
© Lothar Lenz / pferdefotoarchiv.de
 

Wenn der Esel krank ist